Eigentlich ist die Artikelserie „Favorite Places“ ja für Plätze reserviert, die für die Leserschaft meines Blogs in einem einigermassen vernünftigen Umkreis liegt 🙂 Schliesslich sollen die Artikel der Serie andere Fotografen dazu animieren, lohnenswerte, aber weniger bekannte Orte zu besuchen. Trotzdem habe ich für diesen Artikel einen Platz am anderen Ende der Welt ausgesucht… Nun gut, vielleicht verirrt sich ja der eine oder andere Leser auch einmal nach Neuseeland und ist dann froh um einen Geheimtipp 🙂

Blick vom South Head in Richtung Opononi
Blick vom South Head Richtung Opononi

Arai Te Uru, die Landzunge am Hokianga Harbour, die auch auf den (weniger klangvollen) Namen South Head hört, liegt etwa zwei Kilometer westlich des Ortes Omapere, und man erreicht das Gebiet, das als Recreation Reserve gilt, bequem über die Signal Road. Vom Parkplatz am Ende der Strasse aus kann man einen kurzen Spaziergang an die Spitze der Landzunge unternehmen. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick über den Hokianga Harbour und die gegenüberliegenden riesigen Sanddünen des North Head (Niua). Gemäss der Legende der Maori waren Arai Te Uru und Niua zwei Seeungeheuer (taniwha), deren Aufgabe es war, den Eingang zum Hokianga Harbour zu bewachen.

Blick über den Hokianga Harbour zu den Sanddünen am North Head
Blick über den Hokianga Harbour zu den Sanddünen am North Head, im Vordergrund die für Neuseeland typischen Toi Toi
Offenes Meer und Wolken...
Offenes Meer und Wolken…

So weit, so unspektakulär 🙂 Was diesen Ort aber für mich dennoch zu einem Lieblingsplatz macht, ist eine überraschende Entdeckung, die ich bei meinem Besuch im Januar machte. Nachdem ich mich nach dem Genuss der Aussicht schon entschieden hatte, zum Auto zurückkehren, entdeckte ich vom Aussichtspunkt her unten an der Küste einen breiten Strand mit einigen ausladenden Felsen, die teilweise Brackwasserpfannen enthielten – eine Erscheinung, die man, so meine Einschätzung, nur bei Ebbe zu Gesicht bekommt. Ich witterte natürlich sofort einige interessante Fotomotive und beschloss, noch den Abstieg zu diesem Strand unter die Füsse zu nehmen. Und dies war eine Entscheidung, die definitiv richtig war – nicht nur aus fotografischer Sicht! Was ich dort unten am Strand antraf, entlockte mir ein Ah! und Oh! und Wow! nach dem anderen…

An der Spitze der Landzunge
An der Spitze der Landzunge

Wie ich es von oben her gesehen hatte, war der ganze Strand von mächtigen, verschieden farbigen Felsen durchsetzt, die die unterschiedlichsten Formen aufwiesen – und die von hier unten betrachtet noch viel eindrücklicher waren als von oben. Die zahlreichen Brackwasserpfützen auf diesen und um diese Felsen herum leuchteten in den schönsten, intensivsten Farben, meist gelblich-grün. Und während des ganzen Spaziergangs über diesen langen Strand genoss ich den Blick aufs offene Meer und die beeindruckenden hohen Sanddünen auf der anderen Seite der Bucht. Es ist überflüssig zu sagen, dass ich sehr viel Zeit an diesem Ort verbrachte – und wahrscheinlich auch noch mehr hätte verbringen können, hätte nicht noch eine lange Fahrt bis Dargaville vor mir gelegen…

Unglaubliche Farben und Formen überall...
Unglaubliche Farben und Formen überall…

Wer also einmal in Northland unterwegs ist, sollte sich diesen speziellen Ort auf keinen Fall entgehen lassen – zumindest nicht bei Ebbe, wenn das Meer die ganze sonst verborgene Pracht freigibt…

Blick auf die Dünen am North Head
Und immer der Blick auf die eindrücklichen Dünen am North Head
Blick in Richtung Süden
Blick in Richtung Süden, kurz vor dem Aufstieg zurück zum Aussichtspunkt

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