Ein wertvoller Begleiter auf meiner Neuseelandreise im Jahr 2014 (siehe auch den Artikel A Tale of Gannets) war ein kleines, unscheinbares Buch: „Excellent Short Walks in the North Island – 250 walks under 2 hours“. Wie Titel und Untertitel verraten, ist dieser Führer von Peter Janssen ideal für Leute wie mich, die sich zwar in der freien Natur Neuseelands bewegen wollen, dafür aber nicht unbedingt mehrere Stunden bis sogar Tage investieren wollen. Selbstverständlich war es auch das genannte Büchlein, das mich zum Titel dieses Artikels inspiriert hat 🙂

Deliverance Cove

Einer der faszinierendsten Orte auf meiner Reise war Castlepoint, das mit seiner Dramatik und Abgeschiedenheit meiner Meinung nach ein echtes Highlight für Neuseeland-Liebhaber ist. Mein Bruder und ich hatten extra zwei Nächte eingeplant, was es uns ermöglichte, die Gegend um den kleinen Ort ausführlich zu erkunden. Unter anderem unternahmen wir eben diese Wanderung entlang des Deliverance Cove Track.

Die Wanderung beginnt beim Parkplatz ganz am Ende der Strasse und führt hinter den Dünen zunächst durch einen Kiefernwald, wo der Weg sanft ansteigt. Sobald sich die Bäume wieder lichten, hat man einen schönen Blick durch die zahlreichen Toi Toi-Gräser auf die Deliverance Cove und den Castle Rock. Vom höchsten Punkt des Wegs am Fusse des Castle Rock aus geniesst man einen schönen Blick sowohl nach Norden als auch nach Süden entlang der rauen Küste.

Matira / Castle Rock - Ausblick auf Castlepoint
Matira / Castle Rock – Ausblick auf Castlepoint
Pelzrobbe in der Deliverance Cove
Pelzrobbe in der Deliverance Cove

Von diesem Punkt aus neigt sich der Weg eigentlich schon wieder hangabwärts zum südlichen Ende der Deliverance Cove – was den Short Walk zu einem Very Short Walk werden lässt 🙂 Wir aber liessen es uns nicht nehmen – inspiriert durch im Motel aufgehängte Bilder – einen schmalen, steilen und wahrscheinlich inoffiziellen Pfad an der Flanke des Castle Rock zu dessen Gipfel zu nehmen. Dieser Pfad war alles andere als gemütlich, vor allem beim Abstieg – zumal er noch ziemlich nass war vom Vorabend her. Aber es lohnte sich definitiv, denn der Blick auf diesen charakteristischen Küstenabschnitt bei Castlepoint ist umwerfend!

Nach diesem Abstecher stiegen wir wie vom Department of Conservation vorgesehen zur Bucht hinab und wurden dabei von einer Pelzrobbe erschreckt, die drei Schritte von uns entfernt unter einem Felsen lag und uns angrunzte – aber sich keinen Meter wegzubewegen gedachte. So nahe kommt man in Neuseeland oftmals den wildlebenden Tieren, ohne dass diese extrem scheu reagieren…

Von diesem Ende der Bucht gelangt man über den ausgedehnten Sandstrand wieder zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Dünenlandschaft bei Castlepoint
Dünenlandschaft bei Castlepoint

Nun, wie schon gesagt, der beschriebene Short Walk ist eher auf der kürzeren Seite… Aber es gibt ja noch unzählige andere Dinge, mit denen man den Tag in Castlepoint ausfüllen kann. Die felsige Halbinsel mit dem Leuchtturm, das Riff, über das die Wellen untentwegt branden, die beiden Buchten mit den teils grasbewachsenen Sanddünen bieten Fotomotive zuhauf – oder auch einfach die Gelegenheit, zu entspannen, zu geniessen, zu entdecken. Auch der Küstenabschnitt nördlich von Castlepoint bietet mit den Felsen bei Te Rerenga o te Aohuruhuru oder dem Strässchen nach Mataikona und den riesigen Dünen am Mataikona River eine spannende Szenerie.

Castle Rock, Deliverance Cove mit Toi Toi-Gräsern im Vordergrund
Castle Rock, Deliverance Cove mit Toi Toi-Gräsern im Vordergrund

Weitere Informationen:

  • Das wirklich empfehlenswerte Buch „Excellent Short Walks“ von Peter Janssen (ISBN 978-1-86966-172-4) wird von New Holland Publishers herausgegeben und ist in jedem Buchladen in NZ erhältlich
  • Unter www.topomap.co.nz lässt sich eine detaillierte Neuseelandkarte abrufen, damit man schon zu Hause die Planung seiner Touren in Angriff nehmen kann
Castlepoint Lighthouse
Castlepoint Lighthouse

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