Letzthin hatten wir im Rahmen eines Klubabends des AARSO Fotoklubs Zofingen eine interessante Diskussion. Eines unserer (notabene älteren) Mitglieder äusserte sich dahingehend, dass er in den spiegellosen Systemkameras grosses Zukunftspotenzial sehe. Er selber experimentiere zur Zeit mit einer Olympus OM-D und sei begeistert von den Resultaten. Dass er damit nicht nur Zustimmung erntete, vor allem natürlich aus dem Lager der Qualitätspuristen 🙂 versteht sich von selbst. Aber er hatte damit eine Debatte angestossen, die uns wahrscheinlich noch eine Weile begleiten wird…

Ausgangslage

Eurasischer Luchs
Eurasischer Luchs im Tierpark Lange Erlen in Basel

Man kann sagen, dass es daran liegt, dass ich älter werde 🙂 Aber ich hatte mich schon während meiner Neuseeland-Reise im Januar und Februar oftmals gefragt, warum ich mir das eigentlich antue und immer soviel Gewicht für mein fotografisches Equipment mitschleppe. Dabei war das noch harmlos – mit von der Partie auf dem Rücken waren nur die Pentax K5 mit zwei Zoom-Objektiven. Das Telezoom blieb meistens im Auto, was natürlich zur Folge hatte, dass es meistens dann fehlte, wenn ich es gebraucht hätte. Über Ostern am Gardasee war ich dann aber wieder mit dem grossen Fotorucksack und der ganzen Ausrüstung auf zum Teil recht steilen und beschwerlichen Wegen unterwegs. Ich hoffe, dass meine stillen Flüche jeweils nicht bis zur nächsten Wallfahrtskapelle gedrungen sind…

So reifte in mir in den letzten Monaten der Entschluss heran, es meinem Klubkollegen gleichzutun und es einmal mit etwas Leichterem zu probieren. Da ich eben auch zu den Qualitäts-Puristen im Klub gehöre, machte ich mir anhand einiger Testberichte ein Bild davon, was es im Bereich der spiegellosen Systemkameras eigentlich für Alternativen zu meiner bestehenden SLR-Ausrüstung gibt, die auch meine Ansprüche an die Bildqualität erfüllen könnten. Dabei blieb ich bei der relativ neuen Panasonic Lumix GX7 hängen.

Ein Seitenarm der Wehra
An einem Seitenarm der Wehra im Südschwarzwald

Erste Erfahrungen

CEC André Chavanne
College et Ecole de Commerce André Chavanne in Genf

Eine der wichtigsten Bedingungen für die neue Kamera war, dass das verfügbare Objektivangebot mindestens die Bereiche abdecken muss, über die ich heute an meinen Pentax-Kameras verfüge. Mit einem WW-Zoom 7-14mm und einem Telezoom 45-200mm zusätzlich zur Kit-Linse (14-42mm) war dies gegeben. Mit dieser Grundausstattung nahm ich mir vor, über die nächsten Monate hinweg zu testen, ob das neue System meine Bedürfnisse ebenfalls alle abdecken kann, einfach bei etwa der Hälfte an Gewicht und Grösse. Gerne berichte ich am Thema interessierten LeserInnen meines Blogs in der nächsten Zeit in loser Folge über die gemachten Erfahrungen.

Ausblick von der Murtener Stadtmauer
Ausblick von der Murtener Stadtmauer zum Schloss

Am Anfang standen zwei Fototouren, über die ich in zwei kürzlich veröffentlichten Artikeln geschrieben habe: Eine mit dem Fotoklub zum Flughafen Zürich und eine nach Genf. Eine der ersten Feststellungen dabei war, dass sich an das WW-Zoom keine Filter montieren lassen. Für einen Landschaftsfotografen wie mich, der oft mit Polfilter oder ND-Filter arbeitet, ist das ein nicht zu unterschätzender Nachteil. Allerdings lässt sich unter Umständen ein Filteradapter auf die fest montierte Gegenlichtblende setzen – das muss ich noch klären. Andererseits habe ich bei der Arbeit mit Polfilter an meinem Sigma-WW-Zoom oftmals festgestellt, dass der Filter aufgrund des grossen Bildwinkels unterschiedlich schattierte Himmelspartien erzeugt, weshalb es bei solchen Fotos oft ohnehin besser ist, ihn wegzulassen.

Uhu im Tierpark Lange Erlen
Uhu im Tierpark Lange Erlen

Eine weitere Fototour führte mich dann vor etwa einer Woche ins Wehratal und in den Tierpark Lange Erlen in Basel. Im Wehratal hatte ich es vor allem auf Langzeitbelichtungen abgesehen, eine der Standardsituationen, die meine Kamera unbedingt beherrschen muss. Sowohl mit den Fotos vom Wasser als auch von den Tieren war ich wirklich zufrieden. Allerdings bringt das 45-200mm-Zoom systembedingt keinen so schön knappen Schärfebereich hin wie meine entsprechende Pentax-Linse, mit der ich auch oft in Tierparks fotografiere. Ein Beispiel liefert das Bild vom Uhu links.

Fairerweise muss natürlich auch gesagt werden, dass ich die Erfüllung meiner Anforderungen nicht an den JPEGs messe, die aus der Kamera kommen. Klar, wenn diese brauchbar sind, setze ich sie auch ein. Oftmals aber entwickle ich die Fotos mit DxO Optics Pro. Und da diese Software für alle neuen Objektive Profile mitbringt – dies war eine weitere wichtige Voraussetzung – kann ich mit relativ wenig Aufwand ein für meine Ansprüche optimales Resultat aus den RAWs der Lumix herausholen.

Rauschen in homogenen Flächen
In homogenen Flächen wird das Rauschen natürlich besonders gut sichtbar.

Die neue „PRIME“-Entrauschungs-Engine von DxO Optics Pro ist ausserdem die zurzeit wohl beste unter den aktuellen RAW-Konvertern. Dies gleicht einen bekannten Nachteil der kleineren Sensoren aus: Die erhöhte Rauschanfälligkeit. Dass dies auch nötig ist, zeigt der (fast) 100%ige Ausschnitt aus einem Foto des Münsters von Konstanz rechts.

Als erstes Zwischen-Fazit kann ich folgendes festhalten: Die Kamera, ja die gesamte Ausrüstung ist leicht, wirklich leicht! Und die einzelnen Teile klein. Es ist ein wahres Vergnügen, so bewaffnet auf Fototour zu gehen. Die Resultate geben in Bezug auf die Bildqualität bis jetzt zu keiner Klage Anlass. Schwächen des MFT-Systems lassen sich mit sachgerechter Entwicklung beispielsweise in DxO Optics Pro problemlos ausgleichen. Und die Kamera ist wirklich bedienerfreundlich und in hohem Mass an die eigenen Bedürfnisse anpassbar. Für mich als langjährigen Nutzer von Lumix-Kompaktkameras ist nicht einmal ein grosses Umlernen nötig…

Als nächstes steht bald eine Woche Ferien in Südfrankreich an. Anschliessend werde ich in einem nächsten Artikel von den Erfahrungen mit der GX7 als Reisekamera schreiben. Ich bin selber gespannt…

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