Am Ufer des Seeli
Am Ufer des Seeli

Je weiter der Herbst fortschreitet, desto schwieriger wird es in der Regel, Wandermöglichkeiten in den Alpen zu finden. Je nach Wetterentwicklung beginnt es schon früh weit hinunter zu schneien. Die meisten Bergbahnen stellen nach den Herbstferien ihren Betrieb bis in den Dezember hinein ein, und die Alpenpässe werden nach und nach geschlossen. Ich habe zwar schon Jahre erlebt, da konnte man noch Anfang November in hochalpiner Umgebung wandern (so zum Beispiel am Klausenpass oder sogar am San Gottardo).

Im Moor am Wijer mit Blick zum Fronalpstock
Im Moor am Wijer mit Blick zum Fronalpstock
Eine schöne Föhre am Abgrund
Eine schöne Föhre am Abgrund

Dieses Jahr hingegen kippte das Wetter pünktlich auf den Novemberanfang, so dass weite Teile der Alpen unzugänglich wurden. Trotzdem wollten unsere ältere Tochter und ich aber noch eine Herbstwanderung unternehmen. So gingen wir auf die Suche nach einem Ort, der uns trotz teilweisem Wintereinbruch ein Wandererlebins in alpiner Umgebung ermöglichen würde. Die Wahl fiel auf Seelisberg. Dieser kleine, auf einer steil abfallenden Terrasse hoch über dem Urnersee gelegene Ort beherbergt nicht nur zwei kleinere Seen, sondern bietet einige Aussichtspunkte mit schönen Blicken über den fjordartigen See, die zentralschweizer Alpen und den Rest des Vierwaldstättersees.

Aussichtspunkt beim Waldweidli
Aussichtspunkt beim Waldweidli
Blick zurück zum Niederbauen-Chulm
Blick zurück zum Niederbauen-Chulm

Wir starteten beim Parkplatz oberhalb des Seelis und stiegen zunächst die paar Meter zum Seeli und zum Moor um den Wijer ab, um dort ein paar Fotos zu machen. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter, denn normalerweise hängen bei wechselhafter Witterung die Wolken schwer entlang der Berggipfel. Wir konnten an diesem Tag aber fast immer den freien Blick zu den unliegenden Gipfeln geniessen. Das Seeli selber liegt in einer tiefen Mulde am Fuss der felsigen Abhänge des Niederbauen-Chulm und darum während eines grossen Teils des Jahres im Schatten. Trotzdem hatte ich noch nie zuvor solch gute Bedingungen zum Fotografieren angetroffen – Spiegelung in der fast perfekt glatten Wasseroberfläche inklusive 🙂 …

Ausblick von der Marienhöhe...
Ausblick von der Marienhöhe…
...und von der Höch Flue
…und von der Höch Flue
Auf dem Weg zurück mit Blick zum Rophaien
Auf dem Weg zurück mit Blick zum Rophaien

Nach der Fotosession am Seeli nahmen wir unsere aussichtsreiche Runde unter die Füsse: durch den schönen, mit moosbewachsenen Felsen übersäten Tannwald zur Marienhöhe, dann ins Oberdorf und von dort aus über die Höch Flue und durch den ausgedehnten Wald an der Brandegg zurück zum Parkplatz. Die Aussichtspunkte an diesem Weg sind allesamt sehr spektakulär, darum lohnt es sich, die gut drei Stunden zu investieren. Und wie ihr ja alle wisst: Fotografen brauchen für den Weg noch einiges länger 😉 …

Blick hinunter zum Seeli, zum Wijer und in Richtung Riemenstaldner Tal
Blick hinunter zum Seeli, zum Wijer und in Richtung Riemenstaldner Tal

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