Ein ehemaliger Wachtturm bei Castelsardo
Ein ehemaliger Wachtturm bei Castelsardo

Die meiste Zeit unseres Urlaubs auf Sardinien verbrachten wir naturgemäss am oder in unmittelbarer Nähe des Meeres. Sardinien hat neben seinen schönen Küsten aber auch im Inselinneren einige Schönheiten zu bieten. Zwar sind die Berge nicht so spektakulär wie beispielsweise auf Korsika, aber die an vielen Orten speziellen runden Formen und die rötliche Farbe der Felsen gibt ihnen einen unverwechselbaren Touch. An einem Tag unternahmen wir einen Ausflug ein kleines Stück weit in diese Landschaft hinein, der uns gleichzeitig an eine historischen Ort führte.

Blick vom Parkplatz hoch zum Turm des Castello
Blick vom Parkplatz hoch zum Turm des Castello
Der Weg zur Burgruine
Der Weg zur Burgruine

Unweit des Ortes Santa Maria Coghinas liegt auf einem Felsen über dem Fluss Coghinas eine Burgruine. Ein heruntergekommenes, fast nicht mehr lesbares Schild an der Strasse weist darauf hin, dass es sich um eines der Castelli dei Doria handelt – so wie auch die Burg Castelsardo selber. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert durch die Genueser Familie Doria erbaut, ging später an die Aragonesen und einige weitere Adelsfamilien über und wurde schliesslich irgendwann dem Verfall preisgegeben. Vom ursprünglichen Bau sind nur noch wenige Mauern sowie der Turm erhalten. Man erreicht die Ruine vom Parkplatz aus über einen kurzen Aufstieg auf einem Feldweg durch die Macchia.

Ausblick vom Burghügel zum Monte Ruju und zum Stausee...
Ausblick vom Burghügel zum Monte Ruju und zum Stausee…
...und zu den Bergen im Osten
…und zu den Bergen im Osten
Raues Landwirtschaft-Land
Raues Landwirtschaft-Land

Die Aussicht, die man von diesem exponierten Ort aus hat, ist aber durchaus ein Genuss. Im Nordwesten der Blick über die weite Ebene zum Mittelmeer, im Osten jenseits des tief eingeschnittenen Flusstals die Bergkette des Monte Ruju, und im Süden der Stausee Lago di Casteldoria und das weite, mediterran-raue, sanft gewellte Bauernland, das die Kulisse in vielen Erzählungen der grossen sardischen Schriftstellerin Grazia Deledda bildet. Man glaubt die Magie der vergangenen Zeiten (die wahrscheinlich so magisch gar nicht waren…) zu spüren, während einem der sanfte Wind durch das Haar streicht…

Der Turm ist der am besten erhaltene Teil der Anlage
Der Turm ist der am besten erhaltene Teil der Anlage

Nach dem Besuch an dieser historischen Stätte fuhren wir noch zu den Thermen von Casteldoria hinunter, die am Fluss Coghinas liegen, dessen Wasser schon seit jeher heilende Kräfte zugeschrieben werden. Ich hoffte, von diesem Ort aus ein wenig zu Fuss ins Flusstal vordringen zu können. Doch der auf der Karte eingezeichnete Weg war nirgends zu finden und die Brücke auf die andere Flusseite – wahrscheinlich wegen Einsturzgefahr – gesperrt. Beim Stausee fand ich dann schliesslich einen Ort, wo ich ein Stück weit zum Fluss hinuntersteigen konnte – allerdings artete das Ganze in eine ziemliche Kletterei aus. Alle offiziellen Wege im Naturpark waren um diese Zeit Mitte September schon geschlossen. Trotzdem konnte ich noch einen kleinen Blick in die durchaus spektakuläre Schlucht werfen, die sich der fluss über die Jahrtausende hier gegraben hat.

Der Fluss Coghinas bei den Thermen von Casteldoria...
Der Fluss Coghinas bei den Thermen von Casteldoria…

Trotz dieser unerwarteten Anstrengung zum Schluss war es ein rundweg gelungener Ausflug, der uns eine andere Facette Sardiniens gezeigt hat, jenseits der spektakulären Felsenküste. Und dass wir im Anschluss an diesem Ausflug in der Cantina Li Duni in Badesi noch eine Degustation hervorragender sardischer Weine geniessen konnten, machte diesen Tag zu einem rundum gelungenen Ferientag! 😉 …

...und etwas weiter oben, in der Schlucht am Fuss des Monte Ruju
…und etwas weiter oben, in der Schlucht am Fuss des Monte Ruju

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