Blick zurück zum Lago d'Orsino
Blick zurück zum Lago d’Orsino

Nachdem ich gegen Ende dieses Bergwander-Herbsts nach dem ersten Schneefall am Sustenpass innerlich schon Abschied von der Hochgebirgssaison genommen hatte, stellte sich gleich anschliessend recht stabiles Hochdruckwetter ein, so dass ich es sogar am 1. November nochmals wagen konnte, eine Runde in den Bergen zu drehen. Dabei wählte ich eine Route, die ich schon lange auf meiner ToDo-Liste gehabt hatte, und zwar den Giro d’Orsirora. Das ist zwar keine offizielle Bezeichnung, sondern meine persönliche, aber ich verwende sie trotzdem gerne, weil sie kurz ist und gut klingt 🙂 … Weil es eine extrem schöne Wanderung ist, möchte ich sie hier gerne in der Kategorie „Fotowanderungen“ vorstellen und wärmstens zur Nachahmung empfehlen.

Der obere der Laghi d'Orsirora
Der obere der Laghi d’Orsirora

Felsen am Seeufer...
Felsen am Seeufer…

Die Rundwanderung startet an der Gotthard-Passtrasse auf der Passhöhe, gleich beim Lago di San Carlo. Zunächst führt der Weg über ein Strässchen an den Fuss der Lucendro-Staumauer. Dort beginnt er anzusteigen, hinauf zum Lago di Lucendro und dann in Richtung Lago d’Orsino. Diesen ersten Teil der Wanderung habe ich bereits in einem früheren Artikel über den Gotthard-Pass beschrieben und illustriert. Die eigentlichen Höhepunkte der Wanderung folgen aber erst im zweiten Teil.

Blick über den oberen Lago d'Orsirora
Blick über den oberen Lago d’Orsirora

Nach dem Lago d’Orsino steigt der Weg weiter stetig an. Nach dem Passieren eines sehr schönen Moors am Fusse des Pizzo d’Orsirora und dem Durchqueren ausgedehnter Geröllhänge liegt der obere der Laghi d’Orsirora vor den Füssen des Wanderers, in dessen Oberfläche sich der gleichnamige Gipfel spiegelt. Alle anderen Seen auf der Runde hatten eine zu unruhige Oberfläche, als dass sich darin etwas hätte spiegeln können 🙂 …

Ausblick von der Gatscholalücke nach Osten...
Ausblick von der Gatscholalücke nach Osten…
...und nach Westen ins Urserental
…und nach Westen ins Urserental
Der untere der Laghi della Valletta im Herbstlicht
Der untere der Laghi della Valletta im Herbstlicht

Mit diesem See, der der Runde den Namen gibt, ist aber noch nicht ganz der Höhepunkt erreicht. Nach einem weiteren kurzen Anstieg zu den Laghi della Valletta steht man vor der Entscheidung, noch den kurzen Abstecher zur Gatscholalücke (Passo d’Orsirora) zu unternehmen oder durch das Valletta-Tälchen abzusteigen. Wer diese letzten paar Höhenmeter nicht mehr in Angriff nimmt, nachdem der Rest schon geschafft ist, macht einen Fehler. Der Ausblick von der Gatscholalücke, die auch eine Sprachgrenze ist, ist in beide Richtungen (Gotthard und Urseren) schlicht überwältigend!

Am Lago di Lucendro
Am Lago di Lucendro
Kleiner Wasserfall am Lago di Lucendro
Kleiner Wasserfall am Lago di Lucendro

Der Abstieg an den Laghi della Valletta vorbei zum Lago di Lucendro ist zu Beginn sehr aussichtsreich und eindrücklich. Man hat das Gefühl, in der Höhe über all den Sorgen der geschäftigen Welt da unten zu schweben. Bald aber taucht man in den spätherbstlichen Abendschatten der steilen felsigen Flanken des Pizzo della Valletta ein, und es wird Zeit, den Schritt etwas zu beschleunigen, um vor dem Eindunkeln wieder zurück auf dem Pass zu sein. Am schönsten ist diese Wanderung sicher im Herbst, wenn klare Sicht herrscht. Ich war natürlich schon etwas spät unterwegs, Anfang November liegt in schattigen Partien schon knietiefer Schnee, was die Sache wenn nicht gerade gefährlich, so doch teilweise sehr anstrengend macht… Die ideale Zeit ist wahrscheinlich Mitte September bis Mitte Oktober.

  • Ausgangs- und Endpunkt: Gotthard-Passhöhe
  • Zeitbedarf: Die reine Wanderzeit beträgt ca. 4 Stunden
  • Höhendifferenz: je ca. 500 Meter Auf- und Abstieg
  • Verpflegungsmöglichkeiten: nur auf dem Gotthard-Pass (Ospizio San Gottardo)
  • An- und Rückreise via Göschenen – Andermatt – Gotthard-Pass mit Bahn / Bus

Kartenausschnitt und Höhenprofil der Rundwanderung (von map.geo.admin.ch):

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