Im ersten Teil dieses Beitrags habe ich über die Besuche an den drei kleineren Seen dieser Tour beschrieben. Hier widme ich mich nun noch den Spaziergängen an den beiden grossen Seen Brienzer- und Thunersee, um die man auf einer Tour ins Berner Oberland praktisch nicht herumkommt. Auf der Fahrt mit dem Bus von Uebeschi nach Ringgenberg ergab sich unverhofft auch noch die Gelegenheit, wieder einmal in der Thuner Altstadt vorbeizuschauen. Ich hätte am Bahnhof Thun über eine halbe Stunde auf meinen Anschlusszug warten müssen, darum entschied ich mich, eine Haltestelle vorher auszusteigen und noch zu Fuss durchs Bälliz und dem Aarequai entlang zu spazieren. Thun ist für mich jedes Mal ein Erlebnis und ich entdecke immer wieder neue Ecken und Perspektiven…


Im Anschluss an dieses Intermezzo ging es dann mit Zug und Bus nach Ringgenberg und via Burgseeli zu Fuss nach Bönigen. Diesen eher weniger bekannte, im Schatten von Interlaken stehenden Ort hatte ich auf der Reise mit unserer mexikanischen Freundin im September 2023 entdeckt. Mir gefällt an Bönigen vor allem die lange und schöne, teils schon fast mondäne Promenade am Brienzersee. Dieses Mal folgte ich ihr von der Mündung der Aare via Baggerseeli – ebenfalls im ersten Teil erwähnt – und die Lütschinemündung bis ins Dorfzentrum. Meiner Meinung nach lohnt sich besonders der Abstecher am Hafen vorbei zum Lütschisand, einem grossen Strand mit hervorragenden Ausblicken auf die umliegende Bergwelt und die Seepromenade.


Nach diesem schönen Spaziergang war der weitere Verlauf des Tages für mich komplett offen – getreu dem Motto, mich dieses Mal weitgehend treiben zu lassen. Zunächst überlegte ich mir, ob ich noch nach Iseltwald fahren und dort auf die Senggflue wandern sollte. Dann realisierte ich aber, dass mich dies wohl zu viel Zeit kosten und zudem die Heimreise zusätzlich verlängern würde. So entschloss ich mich, der Thuner Seeallmend wieder einmal einen Besuch abzustatten, reiste mit dem Bus nach Interlaken und bestieg dort den nächsten Zug nach Thun.


Aber es kam wieder einmal anders als geplant 🙂 Als der Zug kurz davor war, in Spiez einzufahren, gefiel mir der Anblick von Dorf und Kirche Faulensee so sehr, dass ich mich kurzerhand umentschied und in Spiez aus dem Zug stieg. Dort schnappte ich den nächsten Bus nach Faulensee und nahm den Uferweg zurück nach Spiez unter die Füsse. Diesen hatte ich zwar auch schon einmal gemacht, aber er hatte mir damals so gut gefallen, dass ich mir jetzt nochmals etwas ausführlicher Zeit zum Fotografieren nehmen wollte.

So endete ein Tag mit unzähligen schönen Eindrücken. Und im Gegensatz zu anderen Touren, die ich jeweils minutiös plane, kostete ich diesmal die Freiheit aus, die einem das hervorragende öV-Netz in der Schweiz lässt, sich nach Lust und Laune zu bewegen 😉 …





Sehr schön und mir sehr bekannt… habe mal 4 Jahre in Faulensee gewohnt, oben am Waldrand mit Blick über den See.
Noch ein Geheimtipp, wenn du wieder mal in der Nähe von Thun bist: das Kanderdelta in Einigen am morgen früh oder im Abendlicht. Einmalig die Aussicht dort auf die Schneeberge, den Niesen und den Thunersee.
Liebe Grüsse aus dem Oberland, Silvia
Liebe Silvia, vielen Dank für deinen Kommentar – und für deinen Tipp, den ich mir sehr gerne für einen anderen Ausflug notiere 😉 …