Nachdem ich 2025 – unter anderem dank schöner Ferienreisen und einem guten Herbst – derart viel Stoff für den Blog gehabt habe, dass es noch bis in den Frühling dieses Jahres gereicht hat, komme ich nun wieder einmal dazu, etwas älteres Material „aufzuarbeiten“. Immer wieder stosse ich bei der Arbeit im Fotoarchiv auf Bilder, die eine Geschichte wert sind, aber hier noch nie die entsprechende Bühne erhalten haben. Dazu gehört der Tagesausflug von Verona nach Chioggia im Rahmen der Fotoreise des AARSO Fotoklubs im Frühling 2013 – wo ich den ganzen vier Tagen lediglich einen Ultrakurzbeitrag mit vier Fotos gewidmet hatte. Aber ich werde das jetzt wieder gut machen 🙂 …

Unser Vorteil auf dieser Reise damals war, dass wir ein italienischstämmiges Klubmitglied dabei hatten, der sich in Norditalien gut auskennt. Von ihm kam auch der Vorschlag, von Verona aus für einen Tag nach Chioggia zu fahren – obwohl das ungleich glamourösere Venedig genau gleich weit entfernt gewesen wäre. Die Kleinstadt mit ihrer auf einer Insel in der Adria gelegenen Altstadt war zuvor keinem von uns Klubmitgliedern bekannt gewesen. Dabei wird der Ort oftmals „das kleine Venedig“ genannt. Und tatsächlich macht die Stadt diesem Namen alle Ehre, ist aber bei weitem nicht so überlaufen wie Venedig und von daher ein echter Geheimtipp – oder war es zumindest damals noch.


Unser Autokonvoi traf irgendwann im Verlauf des Vormittags beim offiziellen Parcheggio Chioggia ein. Dort befindet man sich schon recht nahe bei der Porta Santa Maria, die ein perfekter Startpunkt für die Erkundung des Zentrums ist. Wie in Venedig auch ist die Altstadt von Chiogga mit Kanälen durchzogen, denen man teilweise entlang flanieren oder sie auf historischen Brücken überqueren kann. Auf diesen Spaziergängen finden sich unzählige malerische Motive, und man kann sich richtiggehend verlieren in diesem Gewirr von Gassen, Plätzen und Kanälen.


Wir Fotografen verteilten uns entsprechend sehr rasch im Städtchen – wobei man sich auch immer wieder über den Weg lief, denn das Zentrum von Chioggia ist viel kleiner als Venedig. Am späteren Nachmittag versammelten wir uns wieder, um gemeinsam noch hinaus zum Strand und zum Leuchtturm Faro Rosso zu spazieren, wo wir auch noch einige der sehr interessanten historischen Fischerhäuschen mit den ausladenden Netzen bewundern konnten. Diese wurden einfach vom Ufer aus im Wasser versenkt und nach einer gewissen Zeit wieder hochgezogen – Hochseefischerei vom Land aus, quasi 🙂

Nur zu bald war der Zeitpunkt gekommen, um die Rückfahrt in Agriff zu nehmen, denn schliesslich war auf dem Heimweg noch ein Abendessen in Padova eingeplant 😉 … So klein Chioggia auch ist, es gäbe noch viel mehr zu sehen als in diesen paar Stunden möglich war, und sein Charme macht es wirklich eine Reise wert. Da meine Frau und ich öfters in Norditalien unterwegs sind, werden wir dieses lohnenswerte Ziel irgendwann sicher auch einmal ansteuern.


Dein Beitrag über Chioggia hat mich total begeistert, da du die charmante Atmosphäre von „Venedigs kleiner Schwester“ mit deinen Bildern wunderbar eingefangen hast. Besonders die Details abseits der Touristenströme kommen durch deine Perspektiven toll zur Geltung und machen richtig Lust darauf, die Stadt selbst zu erkunden. Falls du das nächste Mal dort bist, probier doch mal, zur blauen Stunde die Spiegelungen in den Kanälen mit einer etwas längeren Belichtungszeit einzufangen, um die Ruhe des Ortes noch stärker zu betonen.
Hallo Marc
Vielen Dank für deinen positiven Kommentar. Und ja, ich werde sicher eines Tages wieder nach Chioggia zurückkehren und mir mehr Zeit zum Fotografieren nehmen. Damals waren wir in einer Gruppe unterwegs und das Programm liess das Fotografieren zur blauen Stunde leider nicht zu (dafür in Sirmione 🙂 …)
LG Andreas