Nach meiner letzten (und in dieser Saison einzigen) Winterwanderung Ende Februar hatte ich innerlich mit dem Winter abgeschlossen, und ich nahm mir vor, mich für die nächsten Wochen fotografisch auf (Wasser-)Landschaften in der Nähe der Alpen und auf Städte zu konzentrieren. Als ich nun Mitte März wieder einen freien Tag einzog, erlag ich beinahe der Versuchung, diesen Vorsatz zu missachten – aber nur beinahe. Zu gerne hätte ich noch die schon seit Jahren geplante Wanderung von Felskinn zur Britanniahütte in Saas-Fee unter die Füsse genommen. Aber ich liess es dann doch bleiben – nachträglich muss ich sagen: zum Glück! Nicht zuletzt weil ich weiss, dass mich solche Wanderungen auf dieser Höhe im Schnee mittlerweile sehr viel Energie kosten. Stattdessen kam ich von diesem Wandertag schlussendlich trotz mehrerer anvisierter Ziele gut erholt zurück 🙂 …


Ich entschloss ich mich dazu, einige Spots im Berner Oberland abzuklappern, die der oben erwähnten Definition „Wasserlandschaften in Alpennähe“ entsprachen. Im Zentrum stand dabei das Burgseeli bei Ringgenberg am Brienzersee, das mir im Rahmen unserer Ferienreise vor eineinhalb Jahren positiv aufgefallen war. Als erstes suchte ich jedoch einen meiner Lieblingsplätze in der Region auf, den ich auch schon länger nicht mehr besucht hatte: den Uebeschisee. Natürlich habe ich dort schon viel fotografiert – aber der Ort präsentiert sich jedes Mal wieder anders. Und dieses Mal hatte ich den Eindruck, eine besonders schöne Szenerie zu erleben. Die Stockhornkette war noch verschneit, und sowohl die Berge als auch das östliche Seeufer, von dem her ich fotografierte, lagen bereits in der Sonne. Auch nahm ich mir bei diesem Besuch zum ersten Mal die Zeit, die Kirche von Amsoldingen und ihre malerische Umgebung mit Schloss und Friedhof etwas zu erkunden…



Bereits eineinhalb Stunden nach der Ankunft in Amsoldingen ging meine Reise von Uebeschi aus weiter. Mit Postauto und Bahn fuhr ich via Thun und Interlaken nach Ringgenberg, wo ich vorhatte, das Burgseeli zu umrunden. Dieser Punkt der Tour, der ursprünglich der eigentliche Kern der Reise war, entpuppte sich leider als etwas enttäuschend. Von der Strasse her sieht der kleine See bezaubernd aus, wie er sich in die alpine Landschaft schmiegt. Aus der Nähe stellt man dann aber fest, dass er kaum zugänglich ist. Es gibt zwar eine Badeanstalt, aber die ist den Winter über geschlossen, und es gibt nur an zwei anderen Stellen einen kleinen Steg durch das Ried – vom einen aus sieht man direkt zum Dorf, zur Badeanstalt und zu den Kränen einer Baufirma. Es gibt also alles andere als ein unverfälschtes Naturerlebnis an diesem Ort 😉 …


So verzichtete ich darauf, die ganze Runde um den See zu machen und suchte gemäss dem Motto dieses Tages, mich einfach treiben zu lassen, spontan eine Busverbindung nach Bönigen. Dort wollte ich unter anderem dem Baggerseeli einen Besuch abstatten, das ich ebenfalls auf unserer Reise im 2023 entdeckt hatte. Ich stellte aber schnell fest, dass ich von Ringgenberg aus zu Fuss schneller in Bönigen sein würde als mit dem Bus via Interlaken. So stieg ich vom Burgseeli aus zur Aare ab, überquerte diese auf der Eisenbahnbrücke und folgte dem Wanderweg der Aare und dem Brienzersee entlang zum Baggerseeli. Dieses präsentierte sich natürlich komplett anders im Vergleich zur spätsommerlichen Begegnung von damals – aber das war auch die Idee dieses neuerlichen Besuchs.

Damit bin ich am Ende des ersten Teils der Fünf-Seen-Tour angelangt. Mit Uebeschisee sowie Burg- und Baggerseeli hatte ich die drei kleinen Seen – dank frühen Aufbruchs von zuhause – bereits vor dem Mittag abgeklappert. Im zweiten Teil widme ich mich dann noch den beiden grossen Seen Brienzer- und Thunersee sowie dem kurzen Abstecher durch die Stadt Thun 🙂 …




