Wie bereits im Beitrag über unseren Aufenthalt in Montreux erwähnt, verbrachten wir den ersten Teil der Ferienwoche mit unserem mexikanischen Gast in Bönigen. Dass es ausgerechnet Bönigen war, ist ein Zufall. Wir wussten aufgrund der Erfahrungen vom Jahr zuvor, dass wir eine Wohnung in oder um Interlaken wollten, und das beste Angebot fand sich eben in Bönigen, in Form einer komfortablen Dreizimmerwohnung in einem Chalet.
Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit. Gerade in den Tagen vor unserer Anreise zog eine Kaltfront durch die Schweiz, und es schneite teilweise bis 1’200m hinunter. Somit war an Wandern in höheren Lagen nicht zu denken. Auch sonst gab es viele Wolken und kühle Luft, ganz anders als im September letzten Jahres. Aber wir liessen uns natürlich nicht die Laune verderben, zumal unser Gast trotzdem hell begeistert war von der alpinen Szenerie und der Natur.
Wir liessen es uns trotzdem nicht nehmen, einen der Klassiker im Berner Oberland zu unternehmen: die Fahrt mit der historischen Zahnradbahn auf die Schynige Platte. Das Panorama dort ist schon umwerfend, und der Schnee verlieh der Szenerie sogar einen zusätzlichen Reiz. Und was wir uns vielleicht selber viel zu wenig bewusst waren: Für eine Mexikanerin ist nur schon ein Ausflug in den Schnee ein besonderes Erlebnis. Auch eine Schiffahrt von Interlaken nach Thun und der ausführliche Besuch der Thuner Altstadt durfte nicht fehlen, und eines der wenigen längeren Sonnenfenster konnten wir sogar für ein Mittagessen auf der Terrasse des Hotels Lindenhof in Brienz nutzen – der einzige Moment in diesem Urlaub, wo wir im Freien an der Wärme sassen.
Aber vielleicht war es ja auch gut so. Wir (oder zumindest ich) wären sonst vielleicht der Versuchung erlegen, zu viel Programm in die paar Tage zu packen, um unserer Freundin so viel wie möglich zu zeigen, was wahrscheinlich in Stress ausgeartet wäre. So bleib viel Zeit für gemütliche Momente wie ein Abendessen in unserem Lieblingsrestaurant in Interlaken mit anschliessendem Abendspaziergang durch Unterseen, einen Spaziergang zum Seeufer in Bönigen, ein Mittagessen im Strandhotel in Iseltwald (mit obligater Besichtigung des „Koreaner-Stegs“ 🙂 …) oder auch einfach um die gemütliche Ferienwohnung zu geniessen und zu plaudern. Und unser grosses Privileg ist es ja, jederzeit in diese herrliche Umgebung zurückkommen zu können…