Gestern Morgen war wieder einmal etwas Flexibilität gefragt. Es kündigte sich ein schöner, wolkenloser Morgen mit ein paar Nebelbänken an, und daher wollte ich mich wieder einmal fotografisch dem Sonnenaufgang widmen. Da ich befürchtete, dass sich entlang der Gewässer am frühen Morgen teilweise starker Nebel bilden könnte, entschied ich mich für die Jurahöhen um den Hauenstein (siehe auch den Artikel Schafweide mit Aussicht). Da ich wusste, dass bis zu meinem geplanten Fotospot noch ein ordentlicher Fussmarsch notwendig war, machte ich mich früh genug auf den Weg zur Froburg.

Schloss Hallwyl
Blaue Stunde beim Schloss Hallwyl

Als ich noch bei stockdunkler Nacht dort oben ankam, stellte ich fest, dass die Bedingungen aus fotografischer Sicht eher subobtimal waren. Auf den Bäumen lag kein Schnee mehr, und die Hänge waren ebenfalls nicht mehr von einer durchgängigen Schneedecke belegt – die Landschaft präsentierte sich also eher unattraktiv, so wie normalerweise im März, wenn man sich sehnlichst auf den warmen und grünen Frühling freut. Nun war guter Rat gefragt. Da ich ja früh genug unterwegs war, hatte ich die Dreiviertelstunde, die ich zum Besteigen der Wisnerflue budgetiert hatte, noch zur Verfügung. Glücklicherweise sind in unserem Land die Distanzen meistens kurz, und so entschloss ich mich spontan dazu, trotzdem die Nähe des Wassers zu suchen und ein ebenfalls schon seit längerem geplantes Projekt umzusetzen: Das Nordufer des Hallwilersees.

Sonnenaufgang am Hallwilersee
Sonnenaufgang am Hallwilersee
Die ersten Sonnenstrahlen am Ufer
Die ersten Sonnenstrahlen am Ufer

Trotz Berufsverkehr schaffte ich es, kurz vor Sonnenaufgang beim Schloss Hallwyl einzufahren. Zwar ist es von dort noch ein Stück hin zu Fuss bis zum Ufer des Sees, und ich wusste auch nicht genau, wo und wann sich die Sonne über den Horizont erheben würde. Aber ich lasse mich einfach nicht gerne stressen 🙂 … So nahm mich mir auch noch etwas Zeit, um einige Fotos des sehr schönen Wasserschlosses zu machen, das sich in wunderbar kaltblauem Licht präsentierte. Auf dem Weg zur Schiffsstation erkundete ich ausserdem noch ein paar Plätzchen entlang des Aabachs, entschied dann aber doch, diese aus Zeitgründen für den Rückweg aufzusparen – zumal es am Horizont immer intensiver rot wurde…

Kleines Bootshaus bei der Badeanstalt
Kleines Bootshaus bei der Badeanstalt
Blick auf die andere Seeseite
Blick auf die andere Seeseite

Das Glück war wieder einmal auf meiner Seite 🙂 … Kaum bei der Schiffsstation angekommen, bahnten sich die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg über das Wasser, und dann ging die Sonne erst noch an einer Stelle auf, die vom Schiffssteg aus hervorragend sichtbar war. Dazu stiegen kleine Nebelschwaden von der Wasseroberfläche auf, wie das oft an einem schönen Wintermorgen der Fall ist – ich liebe solche Stimmungen und Momente! Dazu war ich ganz für mich alleine. Von Zeit zu Zeit kam ein Spaziergänger mit einem Hund vorbei, aber sonst teilte ich die Szene nur mit der einen oder anderen Blässralle und ein paar Enten…

Blick über den kleinen Bootssteg
Blick über den kleinen Bootssteg
Das grössere Bootshaus bei der Schiffsstation
Das grössere Bootshaus bei der Schiffsstation
Am Ufer des Aabachs
Am Ufer des Aabachs

Nachdem ich diese wunderbare Morgenstimmung ausgiebig genossen hatte, machte ich mich langsam auf den Rückweg und nahm mir noch das Ufer des Aabachs vor. Dieser Bach fliesst durch ein wildwüchsiges Moor, und sein Ufer ist von charakteristischen Baumgruppen geprägt. Im Winter ist es hier etwas einfacher zu fotografieren, da kein dichtes Blattwerk das Finden eines guten Fotostandpunktes erschwert. Zum Schluss machte ich auch nochmals ein paar Fotos beim Schloss Hallwyl. Schliesslich muss man es doch ausnützen, wen einem für einmal nicht Massen von Besuchern vor der Linse herumtrampeln 🙂 …

Grab- und Gedenksteine vor dem Schloss Hallwyl
Grab- und Gedenksteine vor dem Schloss Hallwyl

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