Mueumsinsel Skepssholm
Blick von der Stockholmer Museumsinsel Skeppsholm in Richtung Altstadt

Während der Arbeit an meinem kürzlich hier publizierten Artikel „Winter in Norwegen“ spielte ich bereits mit dem Gedanken, auch einen Artikel über den Winter in Schweden zu schreiben, wozu ich nun endlich die Zeit gefunden habe. Beim Sichten des Fotomaterials wurde mir bewusst, dass auf meinem bisher einzigen längeren zusammenhängenden Winteraufenthalt in Schweden ebenfalls aussergewöhnlich milde Temparaturen herrschten und wenig bis gar kein Schnee lag. Die Freunde des grossen nordischen Schnees kommen also auch hier wieder nicht auf ihre Kosten 🙂 Trotzdem ist die winterliche Stimmung im Norden immer etwas ganz besonderes – doch seht selbst…

Stockholm und Järna

Bauernhof und Acker in Ytterjärna
Bauernhof und Acker in Ytterjärna

Im Dezember 2006 hielt ich mich für eine Woche in der Örjanskolan in Ytterjärna auf, einem kleinen Dorf etwa 12 Kilometer südlich von Södertälje. Grund meines Besuchs war – wie auch schon bei der letzten Winterreise nach Norwegen – ein Besuch bei der Familie meines damals noch kleinen Patenkindes, die für drei Monate in dieser Institution zu Hause war. Gemeinsam konnten wir in dieser Zeit neben den Weihnachtsfeiern einige sehr schöne Ausflüge in die Umgebung und nach Stockholm unternehmen. Das schöne Wetter sorgte dabei für wunderbares, warmes Winterlicht. Wie gesagt, nur der Schnee fehlte, und die Bucht von Järna war nicht zugefroren wie sonst im Winter üblich.

Am Meer in Ytterjärna
Bootssteg an der Bucht von Järna mit Blick zur Kirche von Ytterjärna
Am See Södra Yngern
Am See Södra Yngern

Zwei dieser Ausflüge führten uns an den Mälaren, den nach Vänern und Vättern drittgrössten See Schwedens. An einem von dessen unzähligen Armen liegen gleich zwei sehenswerte Schlösser: Schloss Gripsholm in Mariefred, das durch den gleichnamigen Roman von Kurt Tucholsky bekannt geworden ist, und Schloss Taxinge.

Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm bei Mariefred
Schloss Taxinge
Schloss Taxinge – mit Tannenbaum – im Winterabend-Licht

Jukkasjärvi

Eisskulpturen in Jukkasjärvi
Eisskulpturen in Jukkasjärvi

Meine zweite – oder genau genommen die erste – schwedische Wintererfahrung war mit wesentlich mehr Schnee und vor allem Kälte gesegnet als die soeben beschriebene. Zwar handelte es sich nur um die Durchreise zum und vom Tysfjorden in Norwegen im Januar 2006, wo ich auf Orca-Beobachtungstour ging. Aber die Begegnung mit der schwedischen Winterwelt war trotzdem faszinierend und nachhaltig. Auf der Hinfahrt vom Flugplatz Kiruna nach Narvik war ich nur kurze Zeit in Schweden unterwegs. Kurz vor dem Eindunkeln hielt ich auf einer Anhöhe über dem Torneträsk an, stieg trotz der Kälte für einen Moment aus und saugte die weite, tief verschneite Landschaft in mich auf. Die Stille an diesem Ort war so bedrückend, dass sie richtiggehend in den Ohren spürbar war – ein Gefühl, das wir Mitteleuropäer nicht mehr kennen, und das ich im Norden so sehr liebe…

Auf der Rückreise legte ich noch eine Übernachtung in Kiruna ein, um bei -37,5° Celsius eine Hundeschlittentour zu unternehmen und das Eishotel in Jukkasjärvi zu besichtigen.

Luxus Suite im Eishotel
Luxus Suite im Eishotel

Ich hatte schon viel von diesem Hotel gehört und war fasziniert vom Umstand, dass dieses zum grossen Teil aus Eisblöcken bestand, die jeweils im Frühling zuvor aus dem nahen Fluss Torne gehauen und anschliessend den Sommer über in Kühlhäusern aufbewahrt werden. Eigentlich hatte ich ursprünglich eine Nacht in diesem Hotel verbringen wollen – als ich aber bei der Besichtigung feststellte, dass es in den Innenräumen immer noch deutlich unter Null Grad kalt war, waren es mir gerade recht, hatte ich bei der Planung kein Zimmer im ausgebuchten Hotel mehr ergattern können 🙂

Wer sich etwas näher für dieses älteste Eishotel interessiert, findet unter www.icehotel.com weitergehende Informationen.

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