Der Sommer gehört nicht zu meinen bevorzugten Jahreszeiten für hochalpine Wanderungen. Das Licht ist oftmals sehr schnell sehr harsch und unattraktiv. Trotzdem hatte ich bereits im letzten Jahr zwei sehr schöne Sommerwanderungen unternehmen können, diejenige am Flüelapass und eine im Pizolgebiet. Auch vor etwas mehr als einem Monat war ich schon in den Innerschweizer Alpen unterwegs gewesen, von der Fürenalp auf die Blackenalp und zurück. Das Geheimnis ist, wie so oft bei Ausflügen und Reisen, früh unterwegs zu sein – so früh es halt möglich ist, wenn man mit dem öV anreist (was bei mir in den letzten Jahren immer häufiger der Fall ist, v.a. seit ich noch etwas weiter weg von meinen beliebtesten Hotspots in den Alpen wohne). So gelingt es meistens, noch ein paar Bilder in einigermassen anständigem Licht aufzunehmen. Ein weiteres Plus von sommerlichen Wanderungen in den Bergen: Man kann der teilweise unerträglichen Hitze, die in den Niederungen herrscht, etwas entgehen 🙂 …


So nahm ich mir in diesem August nochmals einen meiner übriggebliebenen Ferientage, um in die Höhe zu entfliehen. Das Ziel war dieses Mal die Glattalp. Auf dieser schönen, karstreichen Alp in einer der hintersten Ecken des Kantons Schwyz bin ich zwar schon oft gewesen, aber es war lange her seit dem letzten Mal. Trotzdem wählte ich unter (zu) zahlreichen Möglichkeiten diese aus, und es hat sich durchwegs gelohnt.
Zunächst war ich mir nicht sicher, ob dies eine gute Wahl war. Der Glattalpsee, die Hauptattraktion dieses Fleckens, ist ein See mit variablem Wasserstand. Auf aktuellen Webcam-Bildern von anderen Seen (auf der Glattalp gibt es keine, die man bei der Vorbereitung zu Rate ziehen könnte) hatte ich gesehen, dass die Wasserpegel im Moment eher tief sind. Als ich dann während der Anreise vom Bus aus sah, dass die Muota im unteren Bisistal fast kein Wasser führte, war ich schon etwas enttäuscht. Doch wie sehr täuschte dieser Eindruck! Bereits bei der Ankunft an der Talstation der Luftseilbahn realisierte ich, wie die Wasserfälle auf allen Seiten kraftvoll zu Tale stürzten.


Auch oben auf der Alp zeigte sich sehr bald, dass meine Befürchtung, es könnte zu wenig Wasser geben, umsonst gewesen war. Doch zunächst einmal stieg ich von der Bergstation hinab zu einem kleinen, namenlosen See, den ich zwar schon oft auf der Karte gesehen hatte, aber für den ich bei früheren Besuchen einfach keine Zeit gehabt hatte. Dort erwartete mich bereits das erste Highlight. Das Seelein lag noch teilweise im Schatten, und in seiner ruhigen, klaren Oberfläche spiegelten sich die umliegenden Gipfel in wunderbarem Licht…

Nachdem ich an diesem Ort ausführlich fotografiert hatte, stieg ich wieder hoch zur Bergstation und nahm den Weg zum Glattalpsee unter die Füsse. Ich wusste von früheren Wanderungen her, dass es am Rande des grossen Sees einige kleinere Moorseen gibt, wo ich vor vielen Jahren schon interessante Fotos hatte aufnehmen können. Kaum kamen diese Seen ins Blickfeld, erlebte ich die nächste Überraschung: Sie führten derart viel Wasser, dass die Grenze zwischen ihnen und dem Glattalpsee komplett verschwunden war und sogar die Wege teilweise unter Wasser und nicht mehr begehbar waren.


Ich genoss diese wasserreiche Szenerie, die Ruhe am südlichen Seeufer und die so unterschiedlich gearteten Ausblicke auf die Gipfel rundum eine ganze Weile und entschied mich dann dazu, es dabei bewenden zu lassen und auf eine frühere Bahn als geplant wieder ins Tal zu gehen, ohne die ganze Seeumrundung zu machen. Vielleicht werde ich mit dem Alter etwas bequem 😉 Aber die Leistung steht bei meinen Touren schon lange nicht mehr im Vordergrund – und so kam ich dazu noch zu einem super leckeren Mittagessen im Garten eines Muotathaler Gasthofs…



