Basis für unsere Entdeckungstouren im Finistère war die Stadt Quimper. Wir haben auch diese Stadt mehr oder weniger zufällig ausgewählt, sicher unter Berücksichtigung der Lage in Bezug auf die Sehenswürdigkeiten der Region und aufgrund von Fotos, die wir im Internet gesehen hatten. So bekommt man im Vornherein eine gewisse Ahnung dessen, was einen erwartet. Den Ort wirklich zu erleben ist dann natürlich etwas ganz anderes. Und auch Quimper empfing uns mit offenen Armen und viel Wärme (im übertragenen Sinn).


Ganz am Anfang hatten wir zwar etwas Mühe, uns in der Stadt zurechtzufinden. Wir hatten wieder eine Wohnung in einem schönen, historischen Manoir, das früher wohl ein katholisches Kollegium gewesen sein musste. Zwar war der Weg zu Fuss ins Zentrum nicht weit, aber wir gingen bei der Suche nach einem Supermarkt gerade nach der Ankunft zuerst in eine falsche Richtung. Je mehr Spaziergänge wir aber im Laufe der Woche unternahmen, desto mehr entdeckten wir vom historischen Zentrum und realisierten, wie ausgedehnt dieses eigentlich ist und wie viele schöne Gassen, Strassen und Plätze sich dort finden. Sogar gegen Ende unseres Aufenthalts entdeckten wir noch neue Ecken im Gassengewirr.


Die Altstadt von Quimper ist auch, wie viele bretonische Städte, von einer Mischung aus feudalen Steinhäusern und uralten Fachwerkhäusern in den verschiedensten Farben geprägt, überragt von den beiden Türmen der eindrücklichen Cathédrale Saint-Corentin. Auch hier sind grosse Teile des Zentrums Fussgängerzone, so lässt sich wunderbar flanieren oder ein Aufenthalt in einem der vielen Strassencafés geniessen. A propos Gastronomie: Im Gegensatz zur Region, in der wir unsere erste Bretagne-Woche verbracht hatten, war es hier in Quimper schon fast schwierig, eine Crêperie zu finden. In Rennes und Dinan hatten wir jeweils suchen müssen, wenn wir nicht Crêpes essen wollten 🙂 Die kulinarischen Gepflogenheiten sind also offensichtlich verschieden innerhalb der Bretagne…


Alles in allem hat es uns sehr gut gefallen in Quimper. Die Stadt war sicher nicht ein Coup de Cœur im Sinne von Rennes oder Concarneau, aber durchaus ein Ort, in dem es sich für eine Weile leben lässt. Das allerschönste Gesicht zeigte uns die Stadt an einem Morgen, als meine Frau auf dem Weg in die Bäckerei frühmorgens entdeckte, dass die Kathedrale von einem wunderschönen Morgenlicht beleuchtet war. Sie eilte nach dem Kauf des Brots für unser Frühstück sofort wieder zurück und schickte mich auch noch mit der Kamera los 🙂 … Zwar war das Licht diese paar Minuten später nicht mehr ganz so intensiv, aber immer noch wunderschön warm, und es wurde zu einem ganz besonderen Erlebnis, in dieser Atmosphäre durch die noch leeren und darum ganz ruhigen Gassen der Altstadt zu gehen…




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