Weinberge im Bovlei Valley
Weinberge im Bovlei Valley

Die erste Frage, die uns meistens gestellt wird, wenn wir den Leuten erzählen, dass wir in Südafrika waren, lautet: Und, wart ihr auch auf Safari? 🙂 … Wir müssen dann diese Leute schon fast ein bisschen enttäuschen, indem wir ihnen klar sagen, dass uns eine Safari nicht interessiert hat. (Möglicherweise wird die Enttäuschung dann noch grösser, wenn wir auch noch anfügen müssen: Nein, wir waren auch nicht auf dem Tafelberg und nein, wir waren auch nicht am Kap der Guten Hoffnung). Einer der Schwerpunkte, den wir uns für unsere Südafrika-Reise gesetzt hatten, war die Weinregion im Nordosten von Kapstadt. Südafrikanische Weine geniessen ja bei uns einen guten Ruf, und gewisse Namen wie z.B. Stellenbosch sind wahrscheinlich jedem Weinliebhaber ein Begriff. Es gibt meiner Meinung nach nichts besseres, als die Vielfalt der Weine einer Region direkt an ihrer Quelle zu erforschen – so wie wir es kürzlich im Burgund gemacht hatten.

Das Dunstone Wine Estate im Bovlei Valley bei Wellington
Das Dunstone Wine Estate im Bovlei Valley bei Wellington
Das Taal-Monument in Paarl
Das Taal-Monument in Paarl

Die Cape Winelands zeichnen sich tatsächlich durch eine sehr hohe Dichte an Weingütern aus, von denen die meisten für das Publikum offen sind und Degustationen von eigenen Weinen und zum Teil auch Bränden anbieten. Teilweise verfügen sie auch über kleine Museen zur Geschichte des Weinbaus im betreffenden Distrikt. Was wir weniger angetroffen haben, sind Angebote für professionell geführte Degustationen, in denen dem Besucher auch Erklärungen zum Anbau der Reben, zur Bodenbeschaffenheit etc. gegeben werden, wie wir es eben auch im Burgund oder bei früheren Degustationen im Elsass und in der Schweiz erlebt haben. Eine weitere schöne Möglichkeit, sich dem Wein der Kapregion anzunähern sind Restaurants, die Proben von verschiedenen Weinen der Region zum Essen anbieten. Und wie sieht es mit dem Transport aus? Nun, Franschhoek bietet z.B. sein Wine Tram, an anderen Orten gibt es Hop-On-Hop-Off-Bustouren, so dass man sich wegen des Alkohols im Blut keine Sorgen machen muss. Und sonst ist in der Region auch Uber gut vertreten 😉 …

Weinberge im Bovlei Valley
Weinberge im Bovlei Valley
Strasse in Paarl
Strasse in Paarl

Wir waren während unseres Aufenthalts in den Cape Winelands an zwei Orten zu Hause. Zuerst im Dunstone Country House in Wellington, das im Zentrum eines grossen Weinguts gelegen ist. Dieses Domizil war zwar ziemlich abgelegen, aber dafür hatten wir dort absolute Ruhe und Erholung – inmitten von Weinreben und schroffen Bergen. Danach waren wir in einem sehr schönen, luxuriösen Hotel in Franschhoek zuoberst im gleichnamigen Tal zu Gast. Dort waren wir mitten am Puls des Lebens, und Franschhoek selber ist ein sehr hübscher Ort mit viel Architektur im klassischen kapholländischen Stil – und dies obwohl das Städtchen eigentlich von französischen Siedlern gegründet wurde. Franschhoek schmückt sich auch mit dem Prädikat „gastronomische Hauptstadt Südafrikas“, was für uns ein bisschen hoch gegriffen war. Nicht dass man in Franschhoek nicht gut essen würde – nein, aber man isst in Südafrika schlicht und einfach überall gut!

Im Zentrum von Stellenbosch
Im Zentrum von Stellenbosch
Auf dem Weingut Boschendal
Auf dem Weingut Boschendal
Kleiner See zuoberst im Franschhoek Valley
Kleiner See zuoberst im Franschhoek Valley

Neben der Wellingtoner Pampa und Franschhoek lernten wir noch zwei weitere Orte der Region kennen, nämlich Paarl und Stellenbosch. Paarl selber enttäuschte uns ein wenig, denn obwohl es in vielen Führern als besuchenswert empfohlen wurde, fiel es uns doch schwer, die Seele des Ortes zu spüren. Was wirklich interessant war an Paarl, ist sein Bezug zur Sprache Afrikaans. Über deren interessante Geschichte erfuhren wir im Sprachmuseum und am spektakulären, sensationell gelegenen Taal-Monument so einiges. Unvergessen bleibt auch der Drink auf der Terrasse des Restaurants beim Taal-Monument, wo man einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Bergketten und an guten Tagen sogar bis nach Cape Town geniesst. Solche Momente gehören zweifellos zu den unvergesslichen Highlights einer Reise…

Die niederländisch-reformierte Kirche von Franschhoek
Die niederländisch-reformierte Kirche von Franschhoek
Das Huguenot Monument in Franschhoek
Das Huguenot Monument in Franschhoek

Stellenbosch hingegen, das war ein Coup de Cœur für uns. Ein lebendiges Stadtzentrum mit ganzen Strassenzügen an blendend weissen historischen Häuschen, die zum Flanieren einladen, viele gute Restaurants, versteckte Ecken, in denen es sich für einen Moment sein lässt und sehr gute Einkaufsmöglichkeiten. Das war eine Mischung, wie wir sie uns wünschen! 😉 Kommt hinzu, dass das für mich schönste Weingut, das wir in dieser Zeit besucht haben, ebenfalls zu Stellenbosch gehört: Boschendal. So hatten wir also die Möglichkeit, die Vielfalt der Cape Winelands in den paar Tagen ausführlich zu entdecken und das Leben zu geniessen – sei es am Swimming Pool in der Einsamkeit inmitten der Weinberge oder aber beim Essen, Flanieren oder Wein Trinken in der lebhaften Atmosphäre der Weinstädtchen. Diese Tage liessen uns sogar fast ein wenig vergessen, dass wir tatsächlich auf dem schwarzen Kontinent waren…

Typische Winelands-Landschaft bei Boschendal
Typische Winelands-Landschaft bei Boschendal

2 Kommentare

  1. Hoi Andreas,
    Ich trinke auch sehr gerne Wein, aber ’nur‘ deswegen nach Südafrika zu reisen….. Da MÜSSEN einfach Tiere her! Oder die phantastischen Küstenlandschaften! Beim nächsten Mal dann, bitte.
    Gruss
    Stephan

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.