Detail in den Häuserschluchten von Camogli
Detail in den Häuserschluchten von Camogli. Einige der Fenster sind lediglich aufgemalt…

Es gibt Orte auf dieser Welt, von denen weiss man schon bald während der ersten Begegnung, dass man irgendwann zu ihnen zurückkehren wird. Einer dieser Orte ist für mich Camogli an der ligurischen Küste, wenige Kilometer östlich von Genua. Ich entdeckte den Ort an Ostern 2012, als ich das lange Wochenende in Santa Margherita Ligure verbrachte. Ziel des Aufenthalts damals war eigentlich der kleine, pittoreske Küstenort Portofino. Camogli entdeckte ich an diesem Wochenende nur per Zufall, weil ich an einem Tag nicht Auto fahren mochte und daher einen Ausflug mit der Bahn unternehmen und mir die hervorragenden Verbindungen entlang der Riviera di Levanto zunutze machen wollte.

Blick vom "Cenobio dei Dogi" zum Lungomare
Blick vom „Cenobio dei Dogi“ zum Lungomare

Ausblick in die Unendlichkeit...
Ausblick in die Unendlichkeit…

Schon wenige Schritte nach dem Bahnhof war ich fasziniert von der Häuserschlucht der Via della Repubblica mit den typisch ligurischen, bis zu achtstöckigen Wohnhäusern. An der Piazza Amendola bilden diese Häuser sogar einen Kreis um den Platz, und überall schauen die Menschen aus den Fenstern und rufen sich Dinge zu. Unzählige Treppen führen von dieser Hauptschlagader des eng an den Steilhang geschmiegten Orts hinunter zum Lungomare, der Spaziermeile am Meer. Und hier ist es tatsächlich eine Spaziermeile, im Gegensatz zu den meisten anderen Orten in Ligurien, deren Seepromenaden schwer befahrene Hauptstrassen sind. (Die Liebe der Italiener zu ihren Autos geht halt eben über alles…).

Abend über Camogli
Abend über Camogli

Am westlichen Ende dieser Promenade befindet sich eine kleine Halbinsel, auf der gerade einmal ein Haufen schmucker Häuser, eine Kirche und eine Burg Platz finden, und auf ihrer Rückseite liegt ein gut geschützter Hafen.

Letztes Sonnenlicht im Hafen
Letztes Sonnenlicht im Hafen
Der Hafen im Morgengrauen
Der Hafen im Morgengrauen

Soweit klingt alles so, wie wenn es sich bei Camogli einfach um einen unter unzähligen kleinen Küstenorten am Mittelmeer handelte. Und ja, das ist er auch. Es gibt sicher viele andere mediterrane Orte, die ähnliches zu bieten haben. Bei meinem Spaziergang enlang des Lungomare mit Namen Via Giuseppe Garibaldi (auch diese gibt es hundertfach in Italien 🙂 …) aber, in diesem Abendlicht, unter dem Getöse der Brandung mit dem steten Blick zur Halbinsel, beim Flanieren durch die engen Gassen und durch die Lauben am Hafen, entlang kleiner Focaccerie und Restaurants, inmitten all dieser Menschen und spielenden Kinder, die hier das späte Sonnenlicht genossen, da ergriff mich das nicht zu beschreibende Gefühl, hier einen ganz besonderen Ort, eine Perle unter den Städtchen am Mittelmeer gefunden zu haben. Und genau darum wusste ich, ich würde eines Tages wieder hierher kommen.

Ein stiller Platz am Hang
Ein stiller Platz am Hang

Im Januar 2015 war es nun soweit. Ich logierte für zwei Nächte in einem Hotel direkt am Meer und hatte so unendlich viel mehr Zeit als das letzte Mal bei meinem Tagesausflug, der Brandung zuzuschauen und zu -hören und die faszinierende Stimmung des Ortes in mich aufzusaugen. Ich hoffe wie immer, die Fotos – die übrigens alle jetzt beim zweiten Besuch entstanden sind – können ein wenig etwas davon vermitteln…

Halbinsel mit der Basilica di Santa Maria Assunta
Und hier noch ein Soloauftritt der Halbinsel mit der Basilica di Santa Maria Assunta

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