Boutique in der Via Giovanni Capellini
Boutique in der Via Giovanni Capellini

Es ist Frühling, und die langsam steigenden Temperaturen machen Lust auf den Süden. Und wenn ich „Süden“ sage, dann kommen mir zuerst Italien oder Südfrankreich in den Sinn – dies schlicht und einfach darum, weil diese Ziele von uns aus am einfachsten und schnellsten zu erreichen sind. Und wenn es ein Ort am Meer sein soll, gibt es nichts näheres als Ligurien… Über Ligurien habe ich auch schon entsprechend viel geschrieben hier. Wenn ich Ligurien vor meinem geistigen Auge passieren lasse, dann überlege ich mir, welches die Highlights dieses schmalen Landstrichs an der norditalienischen Riviera sind. Unbestrittener Höhepunkt ist und bleibt Camogli. Aber auch die anderen Orte an der Portofino-Halbinsel, die Cinque Terre, Sestri Levante oder sogar in einem gewissen Mass Genua sind sehr reizvoll. Dann fällt mir auch ein Ort auf, den ich zwar schon zwei Mal besucht, aber im Blog noch nie erwähnt habe. Und dies, obwohl es sich um einen wirklich sehenswerten Ort handelt: Portovenere.

Blick über den Hafen zur Promenade
Blick über den Hafen zur Promenade
Eidechse auf einer Mauer...
Eidechse auf einer Mauer…

Portovenere wird oft in einem Atemzug mit der Cinque Terre genannt. Obwohl das pittoreske Küstenstädtchen nicht mehr zu diesem weltberühmten Ensemble von Dörfern und auch knapp nicht mehr zum Nationalpark gehört, kommt man als Besucher desselben kaum um Portovenere herum. Denn dort legen die meisten Schiffe für die Tour entlang der Küste ab, und einer der schönsten Wanderwege in diesem Gebiet (und mit Sicherheit der ruhigste 😉 ) führt hoch über dem Meer vom letzten Cinque-Terre-Dorf Riomaggiore nach Portovenere. Ausserdem gehört der Ort zusammen mit der Cinque Terre zum UNESCO Weltkulturerbe.

Ausblick von der Chiesa di San Pietro
Ausblick von der Chiesa di San Pietro
In der Via Giovanni Capellini
In der Via Giovanni Capellini

Das Städtchen, das an der Spitze einer Landzunge im Golf von La Spezia liegt, hat aus meiner Sicht einen grossen Vorteil, den leider nicht viele Küstenstädtchen in Ligurien haben: Die Promenade am Meer mit dem Hafen sowie die wenigen Gassen im Ort sind verkehrsfrei. Dies macht einen Ort erst so richtig lebenswert, wenn man sich die Vernarrtheit der Italiener in ihre Autos und den daruch verursachten Dauerverkehr vor Augen hält. Nicht einmal an einem Ort wie dem eigentlich verkehrsfreien historischen Kern von Siena hat man seine Ruhe – da mutmasslich jeder zweite über eine Ausnahmebewilligung verfügt, um dennoch durch die Altstadt zu fahren. Aber in Portovenere stellt man das Auto vor der Porta del Borgo ab. Punkt. So lässt sich wirklich in Ruhe dem Meer entlang zur Chiesa San Pietro an der Spitze der Halbinsel laufen, oder man streift durch die Hauptgasse Via Giovanni Capellini an zahlreichen kleinen Boutiquen vorbei oder steigt die Gassen zum sehr ruhigen oberen Teil des Städtchens mit der Kirche San Lorenzo, dem schönen Blick zu den Alpen und der Festung hinauf.

Die Chiesa San Pietro an der Spitze der Landzunge
Die Chiesa San Pietro an der Spitze der Landzunge
Das schlichte Innere der Chiesa San Pietro
Das schlichte Innere der Chiesa San Pietro
Der Aufstieg zur Chiesa San Lorenzo...
Der Aufstieg zur Chiesa San Lorenzo…

Bei meinem ersten Besuch in Portovenere entdeckte ich übrigens einen Geheimtipp. Kurz vor dem Eingang zum Städtchen startet der erwähnte Wanderweg nach Riomaggiore. Wenn man diesem ein Stück weit folgt, zweigt irgendwann auf der Höhe ein kaum sichtbarer Weg durch die Macchia links ab, gekennzeichnet durch ein verwittertes, handgeschriebenes Schild mit der Aufschrift „Mandrachia“. Neugierig, wie ich bin, folgte ich diesem Weg durch das recht dichte Gestrüpp und entdeckte am Ende eine Höhle auf einem Felsen, der mittels eines Seils erklommen werden kann. Der Ausblick von hier auf die Steilküste und das Meer sind schlicht atemberaubend. Von Portovenere allerdings, das sieht man nur eines: den Felsen am Ende der Landzunge mit der Chiesa San Pietro…

...und der Ausblick von dort zu den Alpen
…und der Ausblick von dort zu den Alpen

Auch wenn Portovenere wahrscheinlich im Verlauf der nächsten Jahre immer mehr mit Touristen überflutet wird, lohnt sich der Besuch trotzdem, denke ich. Es gibt viele ruhige Stellen im Ort, da sich das Leben hauptsächlich im Bereich des Hafens und der zahlreichen Restaurants am Meer abspielt. In den Nebengassen oder, wie Mandrachia zeigt, nur wenige Schritte ausserhalb des Städtchens ist man aber schon mehr für sich und kann die wirklich schöne Lage des Orts geniessen.

Die Chiesa San Pietro, vom Schiff aus gesehen
Die Chiesa San Pietro, vom Schiff aus gesehen

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