Heute ist im Hinblick auf meine Blog-Aktivität ein besonderer Tag – ein Jubiläum nämlich. Auf den Tag genau vor fünf Jahren erschien mein erster Blogartikel. Im Vergleich zu anderen Blogs ist das sicher noch kein eindrückliches Jubiläum, aber es ist doch schon erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Und für mich ist es gleichzeitig Anlass, zurückzublicken und einige grundsätzliche Gedanken dazu zu formulieren, warum ich das überhaupt mache angesichts der nicht unerheblichen Arbeit, die mit so einem Blog verbunden ist.

Um es gerade offen zu sagen: Geplant war so ein langjähriges Engagement ursprünglich nicht! Zu einem Grossteil aus Frustration über meine alte Website, deren Pflege sehr aufwendig war und mir daher je länger, je weniger Spass machte, fing ich an mit WordPress zu experimentieren. Ich hatte über dieses CMS gelesen und war überzeugt von der Idee, Design und Inhalt einer Website zu trennen und mich somit bei der Pflege voll und ganz auf die Inhalte konzentrieren zu können. Wer die ersten paar Artikel dieses Blogs liest, merkt glaube ich auch sofort, dass es sich mehr um ein spielerisches Ausprobieren gehandelt hat 🙂 …

Wie auch immer, ich fand an der Sache gefallen und probierte weiter aus. Neue Designs, Ausbau der Site mit Themenseiten, Kontaktformular, Galerie und so weiter. Vieles hat sich im Lauf der Jahre verändert. Aber eines ist gleich geblieben: Der Blog stand immer im Zentrum. Dass das so ist, ist vor allem auf eine Erkenntnis zurückzuführen, die ich relativ bald während der frisch entdeckten Arbeit an der Site gehabt habe. Sie hat auch mit meiner fotografischen Entwicklung zu tun. Dazu muss ich aber ein bisschen ausholen…

Es gibt Fotografen – und von dieser Spezies kenne ich nach vielen Jahren der Aktivität in einem Fotoklub und bei PHOTOSUISSE inzwischen ziemlich viele – die andauernd auf der Jagd nach dem besonderen Bild sind. Das ist eine Herangehensweise an die Fotografie, die durchaus ihre Berechtigung hat und die ich auf keinen Fall kritisieren will. Auch mein fotografischer Werdegang war durch eine lange Phase mit dieser Grundhaltung geprägt, und das hat mir ja auch Spass gemacht. Ein Ausdruck davon war die Beteiligung an zahlreichen Wettbewerben, inklusive der damit verbundenen Freuden und Enttäuschungen. Oder die ewig langen und aufwendigen Fototouren, die viel Zeit verschlungen haben und sicher zum Teil auch auf Kosten des Soziallebens gingen. Ich glaube, vielen von uns geht es dabei insgeheim auch darum, in einem „unausgeschriebenen“ Wettbewerb die entsprechende Anerkennung zu erhalten, indem wir immer bessere, in der Entstehung und in der Nachbearbeitung technisch ausgefeiltere, spektakulärere Bilder präsentieren und dafür von anderen Bewunderung (oder Wettbewerbserfolg) einheimsen. Wie gesagt, das alles hat seine Berechtigung. Aber – und jetzt kommen die zwei grossen Abers aus meiner Sicht – das Ganze verursacht Stress, und man verliert mit der Zeit den in der Fotografie eben auch wichtigen Blick für das Kleine, Unspektakuläre.

Darum habe ich mich vor etwa zwei Jahren wieder von diesem doppelten Wettbewerbsdruck gelöst. Das heisst nicht, dass ich nicht hin und wieder gerne an einen Wettbewerb teilnehme, sofern dies nicht zu viel Aufwand verursacht. Es gibt auch von Zeit zu Zeit Fototouren, die ich bewusst plane und die entsprechende Zeit dafür investiere. Aber das alles dominiert mein Fotografen-Dasein nicht mehr. Ich muss nicht mehr andauernd unterwegs sein. Diese Änderung in meiner Grundhaltung erlaubt mir ein entspannteres Fotografieren, das zugegebenermassen oftmals auf der sich bietenden Gelegenheit basiert. Was aber noch viel wichtiger ist: Im Laufe der Arbeit an diesem Blog habe ich die Erkenntnis gehabt, dass mehrere zusammen präsentierte Fotos, dazu noch in den Kontext der mit ihnen verbundenen Geschichte gesetzt, oftmals viel besser oder einfach anders wirken als ein noch so spektakuläres, mit viel Aufwand geschaffenes Einzelfoto. Oder dass sich mit einer Bildserie natürlich viel mehr Aspekte eines Ortes, eines Themas oder sogar eines Moments abbilden lassen. (Eines meiner Lieblingsbeispiele für diese Aussage ist der Artikel über Camogli.)

Hier darf man mir getrost widersprechen 🙂 … Für mich war diese Erkenntnis sehr wichtig, und sie hat meine Art zu fotografieren und mit den gemachten Fotos umzugehen nachhaltig verändert. Natürlich freue auch ich mich nach wie vor, wenn ich mit meinen Fotos anderen eine Freude machen kann und die entsprechenden Rückmeldungen erhalte. Mein Ziel aber ist es, mit den Bildern beim Betrachter nicht bloss ein „Ah“ und „Oh“ hervorzurufen, sondern mit den Zusammenstellungen und den Geschichten rund um die Fotos für ein breites Publikum inhaltliche Relevanz zu schaffen und damit möglichst über die meiner Meinung nach viel zu schnell verpuffende Wirkung eines spektakulären Fotos hinauszugehen. Oder im Idealfall sogar anderen Fotografen neue Inspiration für ihr eigenes Schaffen zu geben. Ob mir das auch gelingt, weiss ich nicht – das liegt in eurem Urteil 😉 Aber Spass macht es mir trotzdem, und darum wird dieser Blog wahrscheinlich noch eine Weile weiterbestehen…

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