Wie ich bereits in einem früheren Beitrag beschrieben habe, fand mein Einstieg in die Digitalfotografie eher zögerlich statt. Zwar schaffte ich mir im Laufe des Jahres 2002 eine Minolta Dimâge 7i an, eine für damalige Verhältnisse erstklassige Kamera. Natürlich waren die Resultate aus dieser Kamera aus heutiger Sicht von der Qualität her mehr als bescheiden. Trotzdem war ich damals begeistert – kein Wunder, war doch auch die Auflösung der damaligen Computerbildschirme viel niedriger als heute, und die Bilder aus einer 5-Megapixel-Kamera sahen viel besser aus als auf einem aktuellen 4K-Bildschirm. Nachdem ich zunächst über ein halbes Jahr lang – aus Sicherheitsgründen 🙂 – überall, also auch auf Reisen parallel mit der Dimâge und einer analogen Spiegelreflexkamera fotografiert hatte, entschied ich mich im Sommer 2003 dazu, zum ersten Mal nur noch mit der Bridge-Kamera in die Ferien zu reisen.

Das Ziel in diesem Sommer war Island. In einer Vierergruppe bereisten wir die Südküste und die Halbinsel Snæfellsnes. Auch wenn ich aus eingangs genannten Gründen für diese Fotos heute keine richtige Verwendung mehr habe, sind doch einige für mich einzigartige Bilder darunter. Darum zeige ich sie hier trotzdem gerne. Den Jökulsárlón beispielsweise besuchte ich neun Jahre später im Rahmen meiner zweiten Island-Reise wieder, und er führte nicht annähernd so viel Eis wie damals im 2003. Auch der Sólheimajökull präsentierte sich mit den leichten Nebelschwaden über seiner Eisdecke viel mystischer als beim zweiten Besuch.


Nun kann man sich natürlich zu Recht fragen, ob ich nicht etwas zu früh auf die Digitalfotografie umgesattelt habe. Hätte ich aus dieser Zeit noch Dias, verfügte ich heute nach meiner umfassenden Scanaktion über wesentlich höher aufgelöste Fotos. Aber diese Frage ist glaube ich müssig. Gescannte Dias haben auch ihre Nachteile, und manchmal denke ich, es ist sowieso falsch, den Fotos aus längst vergangenen Zeiten nachzutrauern. Viel zu viele wunderschöne Bilder sind in der Zeit seither entstanden, und irgendwann hört man wahrscheinlich sowieso auf, sich mit den ganz alten Bildern zu beschäftigen…





