Wie ich es im kürzlich erschienenen Beitrag mit den Impressionen aus der Provence versprochen habe, kommt hier die Fortsetzung der „Standard“-Reiseroute über die Côte d’Azur. Obwohl es diese so eigentlich gar nicht gibt, sondern einige Varianten. Irgendwann in den früheren Jahren beispielsweise unternahm ich den bisher einzigen Abstecher Richtung Saint-Tropez. Wenigstens einmal wollte ich diesen glamourösen Ort mit dem grossen Namen gesehen haben. Und es braucht glaube ich nicht speziell gesagt zu werden, dass es wohl bei diesem einen Mal bleiben wird. Es gibt an der Côte d’Azur unzählige weniger bekannte, aber deswegen nicht weniger charmante Orte, wo sich der Charakter dieser südlichen Sphären viel besser, authentischer erleben lässt.


Was mich hingegen damals beeindruckt hat, ist das unmittelbare Hinterland von Saint-Tropez. Der Bergzug Massif des Maures und das wildromantische Vallon de Saint-Daumas gehören für mich mit zu den schönsten der nicht direkt am Meer gelegenen Landschaften in Frankreichs Süden, mit ihrem unverwechselbar mediterranen Charakter.


Etwas weiter östlich befindet sich ein weiteres landschaftliches Highlight: Die zwischen Marseille und Cassis gelegenen Calanques. Diese als Nationalpark klassifizierten, beeindruckenden weissen Felsenklippen beherbergen zahlreiche pittoreske, pinienbestandene Buchten. Besonders schön lassen sich diese auf einer Wanderung über das Plateau de Castelvieil erkunden. Der Zugang zu Fuss über die gewundenen Wege vom Plateau hinab ist denn auch bei vielen der Buchten der einzige – es sei denn, man verfüge über ein Boot. Wie an vielen Orten in Südfrankreich empfiehlt es sich, eine allfällige Wanderung im Frühling oder am frühen Morgen zu unternehmen. Und dies nicht nur wegen der drohenden Hitze. Zu anderen Zeiten ist der Zutritt zum Nationalpark wegen Waldbrandgefahr oftmals ganz gesperrt.


Noch etwas weiter östlich ändert sich die Szenerie grundlegend. Die Landschaft wird plötzlich von rotem Fels dominiert. Der eindrückliche Rocher de Roquebrune und das hübsche, gleichnamige Dorf sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Jenseits von Fréjus und Saint-Raphaël folgt die Corniche de l’Esterel einem Küstenabschnitt vor einer Kulisse, die teilweise in Afrika liegen könnte. Das Massif de l’Esterel mit seinen roten Gipfeln bietet ebenfalls viele aussichtsreiche Wandermöglichkeiten, allerdings mit den gleichen Einschränkungen wie die Calanques de Cassis. Aber eben, wer will denn schon in der grössten Sommerhitze wandern – vor allem, wenn die Gegend auch so viele schöne Plätze am Meer bietet? 🙂 …

Viele dieser Plätze östlich von Marseille habe ich auch auf späteren Reisen immer wieder besucht und teilweise auch schon hier auf dem Blog darüber geschrieben. So zum Beispiel auch über die Fortsetzung der Reise durch die Alpes Maritimes. Diese hat aber erstmals in der Nach-Dia-Ära stattgefunden…


