Im Beitrag Nummer 3 meiner Serie über unsere Frühlingsreise durch den französischen Jura habe ich im Zusammenhang mit Arbois von einem Coup de Cœur gesprochen. In der Tat war Arbois die grösste Entdeckung auf dieser Reise – aber wir sahen und erlebten noch so vieles mehr in dieser Woche, das unsere Herzen höher schlagen liess. Und was die Ortschaften betrifft, kommt unbestritten Besançon an zweiter Stelle, ganz knapp hinter Arbois 🙂 …


Im Gegensatz zu Arbois ist Besançon eine richtige Stadt – mit ihren knapp 119’000 Einwohnern sogar eine recht grosse, fast so gross wie Winterthur. Ich hatte vor unserer Reise von westschweizer Kollegen einiges über die Hauptstadt des Departements Doubs gehört, meist zurückhaltend positiv. Unsere Herzen jedoch eroberte die Stadt in der Schleife des Doubs im Sturm. Und schlussendlich erging es uns wie in Arbois: Trotz aller Pläne für Besuche von Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung verbrachten wir unsere ganze Zeit in Besançon selber. Dieser Besuch ergab so viel Material, dass ich den Beitrag in drei Teile aufsplitte. In diesem ersten Teil soll es um das „Herz der Schleife“ gehen.


Mit diesem Begriff wirbt die Tourismus-Behörde der Stadt für einen geführten Rundgang entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum. Tatsächlich wird dieses fast vollständig vom Doubs umgeben, der in einer grosszügigen Schleife um die Altstadt fliesst. Über den einzigen Zugang zur Stadt, der nicht über das Wasser führt, sondern über einen felsigen Hügel südlich des Zentrums, wacht die eindrückliche, von Sébastien Le Prestre Vauban im Auftrag von Louis XIV. erbaute Zitadelle. Einzig ein kleinerer Teil der Altstadt, das Quartier Battant, liegt im Norden der Stadt jenseits des Doubs. Diesen beiden interessanten „Polen“ werde ich einen separaten Beitrag widmen.


Doch schon im Herzen der Schleife gibt es unzählige Schätze zu entdecken. Unsere Spaziergänge führten uns beispielsweise zum Square Castan, einem beschaulichen, schattigen Platz und einer Oase der Ruhe inmitten der städtischen Hektik, wo sich die Überreste einer Wasserverteil-Anlage und eines Theaters aus der Antike befinden. Gleich im Anschluss tritt man durch die Porte Noire in ein ebenso ruhiges Quartier, mit der Kathedrale Saint-Jean de Besançon und dem Sitz des Erzbischofs im Zentrum. Ausserdem gibt es in der weitläufigen Altstadt viele hübsche Gassen und Strassen, grosszügige Plätze, Einkaufsmöglichkeiten, interessante Boutiques und Läden zu besichtigen und – wie an anderen Orten, die zu unserem Repertoire der „Orte der Lebensfreude“ gehören – überall Menschen auf der Strasse oder in Gartenrestaurants am Geniessen, sich Treffen, sich Erholen in einer entspannten, lebendigen Atmosphäre.


Wir besuchten sogar zwei Museen, das Haus von Victor Hugo und das Musée du Temps im imposanten Palais Granvelle und liessen uns von einem „Petit Train“ gemütlich zur Zitadelle hoch und wieder zurück schippern. Oder schlenderten gemütlich dem Doubs entlang, nahmen sogar ein abendliches Picknick an dessen Ufer ein und beobachteten dabei das Treiben der Leute.


Der Stoff für Entdeckungen ging uns in diesen 48 Stunden nicht aus, und es gäbe sogar noch vieles mehr. Über einige weiter Aspekte werde ich in zusätzlichen Beiträgen berichten. Und ja, wir werden ganz bestimmt wieder hierher kommen – zumal dieses Kleinod von uns zu Hause aus in nur knapp drei Stunden zu erreichen ist…






