In den beiden ersten Beiträgen über unsere Frühlingreise durch den französischen Jura habe ich erwähnt, dass wir in verschiedener Hinsicht sehr positiv überrascht waren, was diese Gegend alles zu bieten hat. Arbois aber, das Städtchen das wir als zweites Ziel auf dieser Reihe ansteuerten und wo wir ebenfalls zwei Nächte verbrachten, war für uns ein veritabler „coup de cœur“. Wir verliebten uns sofort in diesen lebendigen, hübschen Ort.


Dabei fiel die Wahl mehr oder weniger zufällig auf Arbois. Es gibt nämlich sehr viele malerische Orte im Département Jura, wie die Bild-Recherche vor der Reise ergab, und einige davon hätten sich wohl zum Übernachten geeignet. Aber Arbois ist nicht allzu klein und zudem in Bezug auf die zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der Gegend relativ zentral gelegen. Ok, diesen Punkt konnten wir schlussendlich nicht nutzen, da es uns in Arbois selber so sehr gefiel, dass wir praktisch die ganze Zeit unseres Aufenthalts im Städtchen verbrachten 🙂 … Einquartiert waren wir im Hôtel des Messageries in einem historischen Gebäude am Rand der Altstadt.


Nun, was ist es denn eigentlich, was ausgerechnet diesen Ort unter so vielen anderen die wir auf der Reise besucht haben, so schnell in unser Herz gebrannt hat? Oftmals passiert dies aufgrund eines ersten Eindrucks, eines überwältigenden Gefühls, das uns beim ersten Kontakt mit einem Ort ergreift, und die sich meist gar nicht so richtig erklären lassen. Praktisch alle diese Orte, bei denen uns das in den letzten Jahren passiert ist, strahlen irgendwie vom ersten Moment an eine besondere Art der Lebendigkeit, der Lebensfreude aus. So auch hier, bei der Einfahrt in Arbois, als wir zum ersten Mal über eine Brücke der Cuisance fuhren und entdeckten, wie sich die Häuser der Altstadt an den Fluss schmiegten, und unweit davon die Menschen im Licht des späten Nachmittags an einem Marché des puces teilnahmen und sich auf einer Terrasse einen Feierabend-Drink gönnten…


Doch es war auch noch mehr. Je mehr Zeit wir in Arbois verbrachten, desto mehr Aspekte entdeckten wir, die uns erfreuten. Da ist zum einen das Städtchen selber und seine Bausubstanz. Die historischen Häuser entlang der verwinkelten Gassen sind hübsch und – im Gegensatz zu Nantua und Salins-les-Bains – sehr gepflegt, teilweise schon fast herausgeputzt. Der zentrale Platz, die Place de la Liberté, mit seinem markanten Brunnen, ist umgeben von Restaurants, Cafés und – natürlich 😉 – einigen Weinkellereien. Es ist glaube ich überflüssig zu erwähnen, das dieser Platz – sofern man nicht zu früh am Vormittag vorbeikommt – voller pulsierendes Leben ist.


Und dann ist da die Cuisance. Dieser kleine Fluss schlängelt sich durch das Zentrum, und es ist fast egal, wo man sich bewegt – man kommt an ihm praktisch nicht vorbei. Und überall verleiht er dem Städtchen ein unverwechselbares Bild, sei es durch die ihn überspannenden Brücken, durch die zahlreichen kleinen Wasserfälle, durch die Häuserzeilen an seinem Ufer oder durch die vielen gartenähnlichen Parzellen an seinen Ufern mit wunderbaren Blicken auf das Städtchen und seine Kirchen…


Kurz gesagt: Arbois hat so ziemlich alles, was das Herz des Ferienreisenden begehrt, dazu noch packte es uns mit seiner Atmosphäre, seiner Schönheit, seiner unaufgeregten Lebendigkeit, seinen gastronomisch hochstehenden Restaurants, seinen Bars, wo man sich unter die Einheimischen mischen kann. Kein Wunder, verbrachten wir schlussendlich unsere ganze Zeit in einem Umkreis von vielleicht zwei Kilometern rund ums Hotel, auf Morgen-, Mittags- und Abendspaziergängen, beim Fotografieren, Essen, Wein probieren, auf Terrassen sitzen und einfach Staunen… Arbois, du wirst uns wiedersehen!







