Blick vom Aufstieg zum See zurück in Richtung Surselva
Blick vom Aufstieg zum See zurück in Richtung Surselva

Der Oberalppass gehört zu den für mich bisher wenig besuchten Pässen in den Alpen – ganz im Gegensatz z.B. zu Grimsel, Susten, Gotthard und Klausen, auf denen ich regelmässig zu Gast bin. Der Grund dafür ist wahrscheinlich der, dass die Möglichkeiten dort oben im Vergleich zu den anderen genannten Pässen etwas beschränkt sind – zumindest was kurze alpine Fototouren betrifft. Einzig am Lutersee habe ich schon eine ausführliche Fotosession durchführen können. Es gibt aber ausgehend vom Oberalppass eine sehr schöne Tageswanderung, die ich hier vorstellen möchte. Sie führt von der Passhöhe durch das Val Maighels hinauf zum Lai da Tuma, der als Quelle des Rheins gilt, und wieder zurück

Ziemlich überraschend eröffnet sich nach dem strengen Aufstieg der Blick über den Lai da Tuma
Ziemlich überraschend eröffnet sich nach dem strengen Aufstieg der Blick über den Lai da Tuma
Das Spiel von Licht und Schatten auf Fels und Schnee spiegelt sich in der Wasseroberfläche
Das Spiel von Licht und Schatten auf Fels und Schnee spiegelt sich in der Wasseroberfläche

Die ersten rund zwei Kilometer der Wanderung sind ziemlich gemütlich. In leichtem Auf und Ab führt der Wanderweg der westlichen Flanke des Tals entlang bis in die Moorlandschaft Plidutscha. Dort zweigt der Weg in Richtung Lai da Tuma ab, und von nun an steigt er ziemlich steil an. Wie meistens in den Alpen wird die Anstrengung aber mit wunderbaren Ausblicken ins Innere des Val Maighels und zu den Gipfeln der Surselva belohnt. Kurz nach dem Kulminationspunkt des Aufstiegs wartet eine Überraschung auf den Wanderer: Wie eine Perle präsentiert sich nach einer Kurve unvermittelt der Tomasee, eingebettet zwischen schroffen Felshängen. Als ich die Wanderung im Juli 2010 unternahm, bot sich mir ein ganz besonderer Anblick, da die Schneeschmelze noch im Gang war. Die ganze Szenerie war darum noch grün-grau-weiss gesprenkelt… Aber auch später im Jahr ist der See mit seinen klaren Spiegelungen in der geschützten Mulde ein Ort, der zum Verweilen einlädt. Entsprechend beliebt ist er auch bei Familien. Darum würde ich empfehlen, die Wanderung wenn möglich an einem Wochentag ausserhalb der Ferienzeit zu unternehmen.

Beim Abstieg: Der Blick zur Maighelshütte, Piz Nair und Piz Paradis
Beim Abstieg: Der Blick zur Maighelshütte, Piz Nair und Piz Paradis
Die Wandergruppe und ihr Fotograf ;-) ...
Die Wandergruppe und ihr Fotograf 😉 …

Wer nicht ganz den gleichen Weg zurück gehen will, steigt in Richtung Lai Urlaun und Maighelshütte ab. Der Weg dorthin beginnt am Ostufer des Tomasees und führt zunächst durch eine schmale Felslücke, durch die der See entwässert. Hier befindet man sich also an der Stelle, an der der hunderte Kilometer lange Weg des Rheins offiziell seinen Anfang nimmt… Die nach dem etwas weniger steilen Abstieg erreichte kleine Ebene unterhalb der Maighelshütte mit dem Lai Urlaun und dem Lai Carin ist sehr hübsch und für einen ausführlichen fotografischen Zwischenhalt geeignet. Von dieser Stelle aus führt dann der Weg durch die Moore dem Seeufer entlang zurück nach Plidutscha und von dort auf dem schon bekannten Weg zurück zum Oberalppass. Insbesondere zur Blütezeit des alpinen Wollgrases (Juni – September) ist dieser Abschnitt durch die Moorlandschaft des Val Maighels sehr attraktiv.

Der noch junge Rhein, der hier auf den Namen Rein da Tuma hört, plätschert in Richtung Surselva
Der noch junge Rhein, der hier auf den Namen Rein da Tuma hört, plätschert in Richtung Surselva
Profil der Wanderung (von map.geo.admin.ch)
Profil der Wanderung (von map.geo.admin.ch)
  • Anreise: Mit der Bahn via Andermatt oder Chur zum Oberalppass
  • Reine Wanderzeit: ca. 4h
  • Höhendifferenz: je ca. 720m
  • Verpflegungsmöglichkeiten: Am Oberalppass oder in der Maighelshütte (kleiner Abstecher vom Lai Urlaun aus)
Hier noch ein älteres Bild (aus der Minolta Dîmage 7i) vom Ufer des Lai Urlaun
Hier noch ein älteres Bild (aus der Minolta Dîmage 7i) vom Ufer des Lai Urlaun

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