Am Hafen von Lutry
Am Hafen von Lutry

Wenn hierzulande von der Südschweiz gesprochen wird, ist meistens das Tessin und allenfalls noch das Engadin gemeint – zumindest im meteorologischen Sinne. Dieser Teil des Landes unterscheidet sich klimatisch auch oftmals markant vom Rest der Schweiz. Hinzu kommt, dass im Tessin ein sehr starker Hauch des Südens auch schon in der Bauweise und zum Teil in der Lebensart der Menschen spürbar wird. Der eigentliche geografische Süden der Schweiz umfasst aber noch einiges mehr. Auch der Genfersee und das Wallis beispielsweise liegen im südlichen Teil des Landes, wenn auch noch nicht jenseits der Alpen. Dennoch könnten diese drei Gegenden unterschiedlicher nicht sein. Dies wurde uns diesen Sommer bewusst, als wir eine wöchige Ferien-Reise von Montreux via Zermatt nach Bellinzona unternahmen. Von dieser Reise möchte ich in drei Teilen berichten und natürlich mit der ersten Station am Lac Léman beginnen.

Die Grand-Rue von Lutry
Die Grand-Rue von Lutry
An der Rue du Château
An der Rue du Château

Dieser See an der Grenze zu Frankreich war für mich in den letzten Jahren des Öfteren schon Ziel von fotografischen Exkursionen oder Wochenenden. Über einige davon habe ich hier auf dem Blog auch schon berichtet, so zum Beispiel über die Jubiläumsreise des AARSO Fotoklub oder über die Entdeckung von Yvoire. Ich finde insbesondere die Orte und Uferabschnitte am Nordufer des Lac Léman faszinierend. Einfach weil dort das Panorama fast überall atemberaubend ist, mit den Gipfeln der Savoyer, Waadtländer und Walliser Alpen am Horizont. Einige der Orte weisen auch einen hübschen, historischen Kern auf. So zum Beispiel Lutry, ein kleines Städtchen nahe Lausanne, in dem wir unseren ersten Zwischenhalt einlegten. Die Altstadt von Lutry ist klein, aber fein, in ihrem Zentrum lädt eine belebte Hauptstrasse zum Flanieren und Einkaufen ein, und am Seeufer findet der Besucher eine Promenade mit einem hübschen, kleinen Hafen und einigen Restaurants.

Am Seeufer in Montreux
Am Seeufer in Montreux
Abendstimmung am See
Abendstimmung am See

Montreux selber, wo wir für die zwei Nächte am Lac Léman unser Quartier bezogen, ist der blanke Gegenentwurf zum beschaulichen Lutry. Hochhäuser und Hotelkästen säumen hier das Seeufer, und der Strasse am See entlang quält sich unter der Woche massenweise Verkehr. Das bisschen Altstadt, weit oben am Hang gelegen, ist kaum der Rede Wert. Gemütlichkeit sucht man hier also vergebens. Trotzdem: Montreux hat einen sehr interessanten Charakter, der offenbar viele Reisende aus aller Welt anzieht, nicht nur während der Zeit des Jazz-Festivals. Die Promenade am See ist lang und sehr belebt. Oftmals finden hier Märkte statt, und viele Restaurants bieten Lounges am See, in denen man bei gutem Wetter einen feinen Drink oder ein vorzügliches Abendessen im Freien zu sich nehmen und dabei das vorher erwähnte Panorama oder die flanierenden Menschen beobachten kann. Für mich sind solche Erfahrungen immer wieder der Beweis, dass sich auch in einem städtischen und auf den ersten Blick nicht gerade hübschen Ambiente das Leben hervorragend geniessen lässt – nicht nur vor der gemütlichen historischen Kulisse eines ruhigen, alten Städtchens.

Saal im Grand Hotel Eden Palace in Montreux
Saal im Grand Hotel Eden Palace in Montreux
Ausblick von einem Turm des Château de Chillon
Ausblick von einem Turm des Château de Chillon

Sehenswert in der Umgebung von Montreux sind sicher das Château de Chillon, welches meiner Meinung nach zu den schönsten und besterhaltensten Anlagen dieser Art gehört, sowie die Gorge du Chauderon oder einige nahe gelegene Bergbahnen, die einen aus der Hektik der Stadt in luftige Höhen tragen.

So konnten wir in Montreux eine erste Facette der südlichen Schweiz wahrgenommen, bevor uns der Weg weiter zu den Walliser Viertausendern führen sollte…

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