Die Kirche mit ihrer Zwiebelturm-Spitze aus Stahl
Die Kirche mit ihrer Zwiebelturm-Spitze aus Stahl

Immer dann, wenn in mir die Sehnsucht nach dem Meer erwacht, gehen mir verschiedene Dinge durch den Kopf. Ein schönes, altes Städtchen mit einer Promenade am Ufer oder einem Hafen, das Rauschen der Brandung, der Wind, das Kreischen der Möwen. Es ist einfach zu schade, denke ich dann jeweils, dass wir hier in unserer Nähe kein Meer haben – und seufze innerlich, entweder laut oder ein bisschen leiser, je nachdem, wie lange es gerade noch bis zum nächsten geplanten Trip ans Meer dauert 🙂 … Und im Moment dauert das noch sehr lange. Aber: Ich durfte in meinem Spätsommerurlaub einen Ort entdecken, an dem es fast wie am Meer ist. Drei der vier oben genannten Punkte auf jeden Fall habe ich dort vorgefunden. Die Rede ist vom mittelalterlichen Städtchen Yvoire am Genfersee.

Port des Pêcheurs und Schloss
Port des Pêcheurs und Schloss

Häuser an der Porte de Nernier
Häuser an der Porte de Nernier

Yvoire ist in verschiedener Hinsicht speziell. Das im französischen Departement Haute-Savoie gelegene Städtchen – oder eher Dorf? – befindet sich an der Nordspitze der Presqu’île du Léman, vis-à-vis von Gland und Nyon. Das (fast) autofreie Zentrum verfügt über eine sehr gut erhaltene Bausubstanz und zählt wohl deshalb mit zu den „plus beaux villages de la France“. Es ist wunderschön, vor allem am Abend durch die Gassen und über die Plätze Yvoires zu flanieren und dabei die reich mit Efeu und Blumen geschmückten alten Steinhäuser zu bestaunen. Naturgemäss finden sich in diesen Gassen neben Souvenirläden vor allem Kunstateliers. Einige sehr gute Restaurants laden zum Essen ein – vom Fischrestaurant mit Spezialitäten aus dem Genfersee bis zur Crêperie ist alles vorhanden, in verschiedensten Ausstattungs-, Auswahl- und Preisklassen. Ein kleiner Park, der „Jardin des cinq sens“ will der ganzen Familie das Erleben der Natur näher bringen.

Die Crêperie d'Yvoire an der Rue de l'Eglise
Die Crêperie d’Yvoire an der Rue de l’Eglise
Morgenstimmung am Port des Pêcheurs
Morgenstimmung am Port des Pêcheurs

Zuvorderst auf der Landzunge steht das von zwei Häfen eingerahmte Schloss, und zwei Tore zeugen noch von der städtischen Vergangenheit Yvoires. Zusammen mit den beiden Häfen ergeben sich so an diesem schönen Ort zahlreiche fotografische Opportunitäten, vorausgesetzt, man bringt etwas Zeit mit. Nicht nur, um das beste Licht oder Wetter abzuwarten, sondern auch um an einem Morgen in der Frühe durch die Gassen zu streifen. Dies ist nämlich die einzige Möglichkeit, im Städtchen Fotos ohne unzählige Menschen darauf machen zu können 🙂 …

Die Porte de Rovorée
Die Porte de Rovorée

Ich hatte das Glück, für die zwei Nächte in Yvoire ein Hotel direkt am grösseren der beiden Häfen, dem Port de Plaisance gebucht zu haben, in dem auch die Kursschiffe aus Nyon und Lausanne eintreffen. Von dort aus liess sich das Treiben am Quai de Promenade am See direkt vom Gartensitzplatz aus beobachten. Und vor allem: Das Kreischen der Möwen, das ich so intensiv noch nie an einem See in der Schweiz vernommen hatte, war sogar im Hotelzimmer zu hören – normalerweise ein untrügliches Zeichen dafür, dass man sich am Meer befindet…

Das Schloss kurz nach Sonnenaufgang
Das Schloss kurz nach Sonnenaufgang
Markantes Haus an der Rue du Port
Markantes Haus an der Rue du Port

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