Schon letztes Jahr verdankte ich meinem Arbeitgeber die Gelegenheit, im Rahmen eines Teamentwicklunganlasses eine Nacht in einer Umgebung zu verbringen, in der ich mich sonst vielleicht nicht unbedingt aufgehalten hätte und die auch dazu noch fotogen ist 🙂 … Einen kurzen Beschrieb dieses Ausflugs mit Frühstück auf dem Säntisgipfel gibt es im Artikel „Der Winter ist zurück…“ aus der Anfangszeit dieses Blogs.

Ausblick vom First
Nur knapp schauen die Gipfel zwischen den aufziehenden Wolken hervor…

Eineinhalb Jahre danach stand nun wieder ein ähnlicher Anlass auf dem Programm, und das Ausflugsziel war diesmal noch etwas aussergewöhnlicher: Eine Übernachtung auf dem Faulhorn war angesagt. Das Faulhorn ist ein 2681 Meter hoher Gipfel bei Grindelwald im Berner Oberland. Was unsere Vorfahren dazu gebracht hat, bereits um 1830 hier oben mit dem Bau eines Berghotels zu beginnen, ist mir ein Rätsel, und wie sie ihn ohne jegliche Unterstützung durch Bergbahnen oder Helikopter realisiert haben, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Auch heute noch ist der Gipfel nur zu Fuss über einen mindestens zweieinhalbstündigen Aufstieg erreichbar, je nachdem, von wo her man startet. Offenbar ist das Hotel trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – gut besucht. Der Rundumblick an diesem Ort mit den imposanten Berner Gipfeln auf der einen und der freien Sicht in die Voralpen und das Mittelland auf der anderen Seite ist wirklich eindrücklich. Oder besser gesagt, wäre. Denn das Wetter kann man leider nicht vorbestellen…

Das Schreckhorn zeigt sich zwischen den Wolken
Das Schreckhorn zeigt sich zwischen den Wolken
Sonne und Wolken kämpfen über den Dächern des Berghotels
Sonne und Wolken kämpfen über den Dächern des Berghotels

Die Prognosen waren vor dem Start zwar nicht allzu schlecht. aber man weiss ja, was das in den Bergen im Sommer heissen kann. Trotz guter allgemeiner Wetterlage verstellen oft Quellwolken den Blick zu den Gipfeln, vor allem am Nachmittag. So war es auch beim Aufstieg von der Bergstation First her. Einen knappen Blick auf das majestätische Schreckhorn konnten wir noch werfen, bevor unser Wandergrüppchen in den beinahe undurchdringlichen Nebel eintauchte. Auch auf dem Faulhorngipfel blieb nichts als der Blick ins Grau…

Wenigstens für den folgenden Morgen war ein strahlend blauer Himmel vorhergesagt. Das hiess für mich: Rückfrage beim Wirt nach dem Zeitpunkt des Sonnenaufgangs, Wecker auf 06:15 Uhr gestellt und ab ins Bett 🙂 …

Simelihorn in den Wolken
Das Simelihorn mag noch nicht so richtig aus den Wolken hervorschauen
In Richtung Westen ist der Blick etwas besser
In Richtung Westen ist der Blick etwas besser

Schlussendlich wachte ich mehrmals in dieser Nacht auf und warf dabei natürlich jedesmal einen Blick aus dem Fenster. Immer zeigte sich das gleiche Bild: dichtes, zeichnungsloses Grau… Auch dann noch, als ich eine halbe Stunde vor dem Weckersignal nochmals erwachte. So beschloss ich etwas enttäuscht, den Wecker auf die gleiche Zeit wie meine Kollegen zu stellen, so dass es reichte, rechtzeitig beim Frühstück zu sein. Allerdings konnte ich nun nicht mehr richtig einschlafen, sondern döste einfach noch ein bisschen vor mich hin – solange bis ein heller Lichtschein durch den Vorhang am Fenster drang. Und tatsächlich, der Nebel begann sich plötzlich doch noch zu lichten, und vereinzelt schauten vom Licht der frisch aufgegangenen Sonne beleuchtete Gipfel über den Wolken hervor. Nun schnellte ich natürlich sofort auf, zog mir ein paar warme Kleider über das Pyjama und rannte in der grausamen Morgenkälte zum Gipfel…

Mit der Zeit zeigt sich auch das Finsteraarhorn
Mit der Zeit zeigt sich auch das Finsteraarhorn

Leider verzogen sich die Wolken an diesem Morgen nie ganz vom Faulhorngipfel. Dennoch konnte ich einige stimmungsvolle Fotos machen. Und nach dem wir unseren Workshop im altehrwürdigen Speisesaal des Berghotels abgehalten und uns mit einem kleinen Mittagessen auf der sonnenbeschienenen Terrasse gestärkt hatten, durften wir dann den Abstieg vom Faulhorn zur Schynige Platte im schönsten Sonnenschein vornehmen und dabei sogar noch den Blick zu den Oberländer Seen und ins Mittelland geniessen…

Der Felsriegel Ussri Sägissa beim Abstieg zur Schynige Platte
Der Felsriegel Ussri Sägissa beim Abstieg zur Schynige Platte

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