Der deutsche Zeitschriften-Verlag heise ist dafür bekannt, dass sich seine Publikationen durch gehobene Sachkompetenz von der Masse abheben, wenn ich das einmal so sagen darf. Die Artikel in der c’t beispielsweise sind meistens sehr fundiert, gehen ziemlich in die Tiefe und decken ein wesentlich breiteres Themenspektrum ab als in den meisten anderen Zeitschriften in diesem Bereich.

Seit einigen Jahren widmet sich heise auch verstärkt der digitalen Fotografie. Dies findet seinen Ausdruck einerseits darin, dass der Verlag ein zweimonatlich erscheinendes Magazin zum Thema herausgibt, andererseits bietet die Website „heise online“ einen eigenen Bereich für die digitale Fotografie, den

ich hier kurz vorstellen möchte: www.heise.de/foto/, das Online-Magazin rund ums digitale Bild.

Startseite bei heise Foto
So präsentiert sich die Startseite bei heise Foto
Unter der breiten Themenauswahl der Artikel finden sich auch zahlreiche Tests...
Unter der breiten Themenauswahl der Artikel finden sich auch zahlreiche Tests…

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Kompetenz des Verlags sich natürlich auch auf die Website überträgt, sowohl was die Themenauswahl als auch die Qualität der Artikel betrifft. Wobei Artikel nicht gleich Artikel ist. Bei den meisten Artikeln handelt es sich um Neuigkeiten aus dem erweiterten Umfeld der (digitalen) Fotografie. Diese Artikel verfügen, wie es üblich ist, über eine Kommentarfunktion. Es gibt aber auch sehr ausführliche Themen-Artikel mit Lehrcharakter, die nur im Anriss sichtbar werden. Den ganzen Artikel kann man nur mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft im heise Foto-Club lesen. Dies ist aber angesichts des Gehalts der Artikel auch ok, und andere Anbieter handhaben dies auch so. Die Artikelübersicht kann man sich auch per Newsletter wöchentlich in die Mailbox liefern lassen.

Über den Menüpunkt „Produkte“ lässt sich gezielt nach Kameras, Objektiven und Zubehör suchen und können die dazugehörigen Datenblätter und Artikel erreicht werden. Ein breites Angebot an thematisch unterteilten Foren bildet ebenfalls Bestandteil der Website.

Schick präsentiert sich die eigene Galerie...
Schick präsentiert sich die eigene Galerie…
Auch Wettbewerbe gehören zum Community-Leben...
Auch Wettbewerbe gehören zum Community-Leben…

Aus meiner Sicht das Kernstück der Website ist die Fotogalerie. Eigentlich ist es mehr als eine Galerie, es ist schon eher eine kleine Fotocommunity. Sie ist zwar funktional nicht so ausgereift wie andere Communities. Dafür wirkt sie auch nicht so überladen. Nach der Registrierung kann man Fotos hochladen (bis zu fünf pro Tag), mit Titel, Tags, Kategorien und Beschreibung versehen, in selber definierte Alben einsortieren und veröffentlichen. Die Fotos lassen sich selbstverständlich von anderen kommentieren und bewerten, und interessante Fotografen kann man in eine Kontaktliste aufnehmen. Deren Fotos und Aktivitäten werden anschliessend im eigenen Galeriebereich angezeigt. So bildet man nach einer gewissen Zeit ein eigenes kleines Netzwerk auf heise Foto auf. Meiner Meinung nach ist eine der grosse Stärken dieser Community, dass sie über die Jahre klein und übersichtlich geblieben ist. Es geht familiärer zu und her als andernorts, entsprechend ist auch der Umgangston generell freundlicher, und es kommt auch einmal konstruktive Kritik zu einem Foto – was in den grossen Communities leider eine Rarität ist. Übrigens: Auch Fotowettbewerbe werden in der heise Community regelmässig durchgeführt.

Unter "Meine Galerie" werden die eigenen Aktivitäten sowie die der Kontakte angezeigt
Unter „Meine Galerie“ werden die eigenen Aktivitäten sowie die der Kontakte angezeigt
Auch Diskussionsforen zu unterschiedlichen Themen finden sich auf der Website...
Auch Diskussionsforen zu unterschiedlichen Themen finden sich auf der Website…

Diese Kombination – überschaubare Austausch-Plattform und gehaltvolle redaktionelle Inhalte – ist es auch, was die Website für mich zu einer der ersten Anlaufstellen im Web macht, wenn es ums Fotografieren geht…

Edit: Kurz nach dem Verfassen dieses Artikels hat sich heise Foto in c’t Fotografie umbenannt und auch das entsprechende Logo übernommen. Damit wird der engen Bindung der Online-Inhalte zum Printmagazin Rechnung getragen. Inhaltlich soll sich an der Website aber vorderhand wenig ändern. Mittelfristig werden scheinbar mehr Inhalte aus dem Printmagazin integriert werden.

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