La Torre di Punta Sardegna
La Torre di Punta Sardegna

Schon in einigen Artikeln habe ich seit letztem Herbst über unsere Ferien in Sardinien berichtet, und dies natürlich überwiegend positiv. Die Reise war aber auch sehr schön, und unsere Wohnung schlicht und einfach der Hammer. So gab es eigentlich fast nichts, was unsere Ferienfreude trübte. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, sagt man (was natürlich nicht überall zutrifft). Ein einziger Ausflug wurde für uns zur Enttäuschung, nämlich der Boot-Trip in den Maddalena-Archipel. Diese Inselgruppe liegt nördlich von Palau an der Costa Smeralda. Sie ist seit 1994 Nationalpark und wird von einigen sardischen Marketing-Organisationen als einer der schönsten und pursten Orte Sardiniens bezeichnet 😉 …

An der Küste der Isola Budelli
An der Küste der Isola Budelli
Kaktusblüte auf der Isola di Santa Maria
Kaktusblüte auf der Isola di Santa Maria

Was die landschaftlichen Apsekte betrifft, mag dies wohl sein. Dennoch wurde dieser Ausflug für uns zum Desaster, und ich habe mich unterwegs mehrmals selber gefragt, wie niedrig in Italien wohl die Schwelle ist, um ein Gebiet als Nationalpark zu klassieren… Der Ausflug wurde von einem kleinen lokalen Reisebüro organisiert, und aufgrund der Beschreibung erwarteten wir eine Fahrt auf einem kleinen Boot mit wenigen Personen. Stattdessen wurden wir mit einem Kleinbus in einer 75-minütigen Fahrt nach Palau gebracht und dann auf ein grosses Ausflugsschiff verfrachtet, das bis zum letzten Platz mit – ich kann es leider nicht anders sagen – vulgären und lärmigen Italienern besetzt war. Entsprechend war auch die Unterhaltung auf tiefstem Niveau, und das schloss leider die Bootsbesatzung mit ein, die sich nur zu gerne ihren Gästen anpasste. Wir drei Paare aus Castelsardo kamen uns ziemlich verloren vor in diesem „feiernden“ Haufen.

Strände in der Cala Granara, Isola Spargi
Strände in der Cala Granara, Isola Spargi
Bucht an der Punta Rossa Corsara, Isola Spargi
Bucht an der Punta Rossa Corsara, Isola Spargi

Ich glaube, es braucht nicht speziell erwähnt zu werden, dass so das Erlebnis der an sich sehr schönen Natur ziemlich getrübt war. Selbstverständlich war unser Schiff nicht das einzige, das unterwegs war, und so waren alle Strände, an denen wir Badestopps machten, prallvoll. Ein richtiger Horror. In ebendiesen Momenten stellte ich mir die Frage, ob die empfindliche Inselwelt auf diese Art nicht geradezu direkt kaputt gemacht wird – eines Nationalparks eigentlich unwürdig. Leider war auch das Wetter nicht gerade optimal. Der Himmel war den ganzen Tag über mit Schleierwolken überzogen, und trotzdem wurde es brutal heiss – es war wohl einer der heissesten Tage unserer Reise! So kam es, dass ich mich auf der Insel Santa Maria doch zu einem kurzen Bad im Meer hinreissen liess, und ich versuchte dabei, die lärmigen Horden zu ignorieren.

Die Cala Corsara, Isola Spargi
Die Cala Corsara, Isola Spargi

Diese Erfahrung machen zu müssen, war wirklich schade. Denn eigentlich ist der Maddalena-Archipel landschaftlich enorm schön. Die vielen Buchten mit ihrem extrem klaren, smaragdgrünen Wasser und die schöne felsige Küste sind durchaus sehenswert, wie die Fotos in diesem Beitrag zeigen. Umso unverständlicher ist es für mich, dass der italienische Staat nicht mehr dazu beiträgt, dass zu dieser Umgebung Sorge getragen wird. Und das Ganze über acht Stunden auf einem Schiff in unangenehmer Gesellschaft verbringen zu müssen, ohne Möglichkeit auszuweichen – na ja…

An der Punta Rossa Corsara
An der Punta Rossa Corsara
In der Altstadt von La Maddalena
In der Altstadt von La Maddalena

Wir können diesen Ausflug also leider niemandem mit gutem Gewissen empfehlen. Nicht einmal der abschliessende Besuch des Städtchens La Maddalena war versöhnlich. Denn für diesen Ort gibt es auch nur ein passendes Wort: Touristenfalle… Wie glücklich waren wir, als unser Kleinbus um die letzte Kurve bog und wir „unser“ sich gemütlich an den Hügel auf der Halbinsel schmiegendes Castelsardo wieder erblickten 🙂 …

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