Eine der unzähligen "Pfützen" auf dem Weg
Eine der unzähligen „Pfützen“ auf dem Weg

Es ist manchmal erstaunlich, was das Fotoarchiv so alles zum Vorschein bringt. Wanderungen, die schon längst in Vergessenheit geraten sind oder solche, die ich heute nur noch in Ausnahmefällen unternehmen würde – vor allem, weil sie halt von meinem heutigen Wohnort aus viel zu weit weg liegen. Das Prättigau ist so eine Gegend, die ich früher öfters für einen Tagesausflug inklusive Wanderung aufsuchte. Letzthin bin ich auf Fotos von einer sensationellen Wanderung gestossen, die mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist: Eine Runde in zwei Ländern.

Blick vom ersten Pass hinunter zum österreichischen Tilisunasee
Blick vom ersten Pass hinunter zum österreichischen Tilisunasee

Diese Wanderung ist schon so lange her, dass die Bilder noch mit meiner ersten ernsthaften Digitalkamera aufgenommen wurden – der ehrwürdigen Minolta Dimâge 7i mit sage und schreibe fünf Megapixeln Auflösung 🙂 Bitte verzeiht mir also die etwas unterirdische Bildqualität. Aber die Runde ist so schön, dass ich die Fotos trotzdem zeigen möchte. Und so etwas ist für mich immer ein Grund, doch irgendwann noch einmal an den Ort zu reisen 😉 …

Landschaft in der Nähe des Plasseggen-Passes
Landschaft in der Nähe des Plasseggen-Passes
Alte Zollhütte am Plasseggen-Pass
Alte Zollhütte am Plasseggen-Pass

Ausgangspunkt der Wanderung ist Partnun bei St. Antönien, eine hübsche kleine Siedlung im Walser Stil. sie ist das ganze Jahr über zugänglich, wobei man im Winter das Auto in St. Antönien stehen lassen muss und nur zu Fuss hingelangt – was aber ein sehr schöner Winterspaziergang ist. Im Juni blühen rund um den wenige Minuten von der Siedlung entfernten Partunsee unzählige Alpenrosen, was zusammen mit dem See und den felsigen Bergen rundherum eine unglaublich schöne Szenerie ergibt. Die hier beschriebene Runde habe ich im Herbst unternommen, darum gibt es keine Alpenrosen-Bilder. Ausserdem habe ich auf dem ersten Abschnitt bis zum Grüen Fürggli damals praktisch nicht fotografiert, was wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, das ich den Partnunsee schon vorher einige Male besucht hatte.

Moor und Felswände am Plasseggen-Pass
Moor und Felswände am Plasseggen-Pass

Von Partnun aus passiert man also wie gesagt den gleichnamigen Bergsee, und am Ende des Tals beginnt dann der erste richtige Aufstieg, durch die Felsbänder hinauf zum Fusspass hinüber nach Österreich. Anstatt über das Grüen Fürggli kann man alternativ den Weg über das Tilisunafürggli wählen, der hier abzweigt. Damit spart man etwas Weg und rund hundert Höhenmeter ein. Der erste Weg führt dafür an ein paar interessanten Höhlen vorbei.

Sanfter Abstieg auf der Schweizer Seite mit Blick auf das Grenzgebirge
Sanfter Abstieg auf der Schweizer Seite mit Blick auf das Grenzgebirge
Kurz vor der Engi eröffnet sich zum ersten Mal der Blick auf die Sulzfluh
Kurz vor der Engi eröffnet sich zum ersten Mal der Blick auf die Sulzfluh

Nach dem Pass steigt man zur Tilisunahütte hinunter, und von dort folgt der Weg relativ eng der Schweizerisch-Österreichischen Grenze entlang, zunächst zum Gruobenpass und dann über eine schöne Hochebene mit atemberaubenden Ausblicken zum Plasseggenpass. Hier oben, wieder auf 2’351 Metern über Meer, kehrt man zurück in die Schweiz. Der Weg von Grenze zu Grenze ist geprägt von einer typischen Moorlandschaft mit unzähligen kleinen Seen – was eine (nicht fotografierende) Person in unserer Dreiergruppe zur spöttischen Bemerkung veranlasste, wir zwei anderen hätten unterwegs wohl jede verfügbare Pfütze fotografiert 😀 …

Die Sulzfluh in ihrer vollen Pracht - mit Wolkenbouquet
Die Sulzfluh in ihrer vollen Pracht – mit Wolkenbouquet

Der restliche Abstieg durch die Plasseggen ist relativ sanft, und auf den letzten Kilometern des Abstiegs nach Partnun ergeben sich sensationelle Blicke auf den markanten Gipfel der Sulzfluh. Alles in allem ist es eine anspruchsvolle, aber sehr schöne Rundwanderung, für die man als Fotograf sicher einiges mehr als die angegebene Wanderzeit einrechnen muss…

  • Anreise: Mit Bahn und Bus via Landquart – Küblis nach St. Antönien Rüti oder mit dem Auto direkt nach Partnun
  • Reine Wanderzeit: ca. 4,5h
  • Höhendifferenz: je ca. 930m
  • Verpflegungsmöglichkeiten: Nur in St. Antönien oder Partnun am Beginn oder Ende der Wanderung
Profil der Wanderung (von map.geo.admin.ch)
Profil der Wanderung (von map.geo.admin.ch)
Am Partnunsee
Am Partnunsee

Und hier noch ein Foto für die, die es unbedingt sehen wollen 🙂 … Eine noch ältere Aufnahme vom Partnunsee mit den erwähnten Alpenrosen. Im Hintergrund die Felsen, durch die der Aufstieg zum Grüen Fürggeli erfolgt.

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