Ein erster Blick auf die Tschingelhörner
Ein erster schüchterner Blick auf die Tschingelhörner

Es ist wirklich oftmals überraschend, was für Fotos das Stöbern im Archiv zum Vorschein bringen kann – umso mehr, je weiter ich zurückgehe. So habe ich vor Kurzem wieder eine Inspiration für diesen Beitrag in der Kategorie „Foto-Wanderungen“ gefunden. Auch diese Bilder sind schon so alt, dass sie wie im kürzlich publizierten Beitrag über die Zweiländer-Runde noch mit meiner ersten „grossen“ Digitalkamera aufgenommen worden sind. Auch hier also schon einmal präventiv die Entschuldigung für die nach heutigen Massstäben nicht ganz optimale Bildqualität.

Blick in die erste Arena - zum Piz Segnas, zum Piz Dolf und in die Raschaglius
Blick in die erste Arena – zum Piz Segnas, zum Piz Dolf und in die Raschaglius
Weg durch archaische Landschaft
Weg durch archaische Landschaft

Die Wanderung startete damals bei der Bergstation der Seilbahn Naraus – Cassonsgrat in Flims. Diese gibt es aber inzwischen nicht mehr, da die Konzession der Bahn im Jahr 2015 ausgelaufen ist und die Anlagen inzwischen abgebrochen worden sind. Die Wanderung lässt sich aber trotzdem durchführen, einfach dass man heute bei der Bergstation der Sesselbahn Foppa – Naraus beginnen muss – rund 800 Höhenmeter tiefer also 😉 … Wie das Profil unten zeigt, erwartet den Wanderer also gleich zu Beginn ein happiger Aufstieg.

Die Plaun da Segnas Sura mit Blick ins Vorderrheintal
Die Plaun da Segnas Sura mit Blick ins Vorderrheintal

Diesen unter die Füsse zu nehmen, lohnt sich aber zweifellos. Denn bereits auf dem Cassonsgrat angekommen eröffnet sich ein herrlicher Blick in eine majestätische felsige Arena. Unterhalb des Grats liegt der Kessel von Raschaglius mit dem Gipfel des Piz Dolf, und wenn man den Blick in Richtung Westen wendet, deutet sich bereits der Höhepunkt des Wanderung an: die zackigen Spitzen der Tektonikarena Sardona – oder, geologisch ausgedrückt, der Glarner Hauptüberschiebung. Diese berühmte Bergkette, die Teil des UNESCO Welterbes ist, wird den Wanderer auf der Tour ständig begleiten.

Bei La Siala hat man einen wunderbaren Blick auf die Tschingelhörner - ganz rechts das Martinsloch
Bei La Siala hat man einen wunderbaren Blick auf die Tschingelhörner – ganz rechts das Martinsloch
Der Flem bahnt sich seinen Weg ungezähmt durch die Hochebene
Der Flem bahnt sich seinen Weg ungezähmt durch die Hochebene

Zunächst umrundet der Weg die Hochebene Segnas Sura mit schönen Blicken zum Segnas-Gletscher und auf das wilde Bett des Flem, der dem Bündner Ferienort seinen Namen gibt. Beim Punkt La Siala angekommen, wo sich unser Weg von demjenigen zum Segnas-Pass und hinunter nach Elm trennt, wird die Kette der Tschingelhörner zum ersten Mal in ihrer vollen Dimension sichtbar. An dieser Kette treten die Kräfte zu Tage, die zum Auftürmen der Alpen geführt haben. Es ist wirklich ein eindrücklicher Moment, auch für Leute, die nicht speziell geologisch interessiert sind. Das berühmte Martinsloch ist von hier aus ebenfalls gut sichtbar – jener Durchbruch in der Felswand, durch den die Sonne exakt zwei Mal im Jahr zu einer bestimmten Zeit auf die Kirchturmspitze von Elm scheint…

Die untere Hochebene Plaun da Segnas Sut
Die untere Hochebene Plaun da Segnas Sut

Von diesem Punkt aus, der zweifellos ein wenig zum Verweilen einlädt, führt der Weg weiter talwärts, zunächst oberhalb der Hochebene Segnas Sut und dann relativ gemütlich dem Hang entlang, mit schöner Aussicht ins Vorderrheintal zurück nach Naraus. Die reine Wanderzeit beträgt gemäss Swisstopo etwas mehr als 5 Stunden. Wie immer sollte man als Fotograf aber natürlich deutlich mehr Zeit einrechnen. Ich zum Beispiel habe die Tour damals klar unterschätzt und die letzte Bahn in Naraus verpasst. Das bedeutete für mich – jawohl, nochmals 800 Meter oder rund zwei Stunden absteigen bis hinunter nach Flims 😉 …

Und zum Schluss noch ein Bild von der gleichen Runde, aber ein paar Wochen später aufgenommen...
Und zum Schluss noch ein Bild von der gleichen Runde, aber ein paar Wochen später aufgenommen…
Das Profil der Wanderung (von map.geo.admin.ch)
Das Profil der Wanderung (von map.geo.admin.ch)
  • Anreise: Mit Bahn und Bus via Chur nach Flims und dann mit der Sesselbahn via Foppa nach Naraus
  • Reine Wanderzeit: ca. 5,5h
  • Höhendifferenz: je ca. 1020m
  • Verpflegungsmöglichkeiten: bei der Bergstation Naraus am Beginn und Ende der Wanderung

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