Regelmässige LeserInnen dieses Blogs wissen es schon: Ich beklage mich gerne über die Wetterbedingungen. Und um diesem Ruf gerecht zu werden, tue ich dies heute wieder einmal 🙂 … Diesen Winter waren die Bedingungen alles andere als optimal, um schöne Winterfotos zu schiessen – weder in den Bergen noch sonstwo. Zuerst gab es zu wenig oder gar keinen Schnee, dann fiel eine rechte Menge Schnee, aber es war wochenlang bewölkt und schneite oder regnete. So wurde es diese Saison Ende Februar, bis ich zum ersten Mal eine Winterwanderung in den Bergen unternehmen konnte. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Inzwischen hat das Wetter gekehrt, und es ist nun seit einer Weile so schön und warm, dass auch in höheren Lagen schon fast wieder kein Schnee liegt. Gut also, habe ich die Gelegenheit am letzten Freitag im Februar ergriffen, sonst wäre das wohl seit vielen Jahren der erste Winter ohne Schnee-Fotos geworden.


Ich wählte als Ziel Leukerbad aus, obwohl ich diesen Ort schon sehr gut kenne und dort auch vor fünfzehn Jahren bereits eine winterliche Fototour auf dem Gemmipass unternommen habe. Aber es gibt rund um Leukerbad einige Winterwege, die ich noch nicht erwandert habe, nicht nur am Torrenthorn, sondern auch auf der Seite des Gemmipasses. Inzwischen ist es sogar möglich, vom Pass bis hinunter nach Kandersteg zu wandern, was aber mit über vier Stunden ein ziemlich zeitintensives Unterfangen ist.


Ich entschied mich erst im vorletzten Moment der Anreise für den Gemmipass, und erst im allerletzten Moment, ob ich den Wanderweg zum Lämmerenboden oder die Runde über den Daubensee unter die Füsse nehmen würde. Meine Wahl fiel auf letzteres, vielleicht sogar mit der Option im Hinterkopf, bis zum Sunnbüel zu verlängern und dort die Seilbahn nach Kandersteg zu nehmen. Schlussendlich absolvierte ich aber einfach den Rundweg auf dem zugefrorenen Daubensee, der viele schöne Blicke auf die Gipfel rundherum bietet.


Bei der Ankunft auf dem Pass genoss ich zunächst einen Moment an den Felswänden der Plattenhörner, wo zahlreiche Fotografen mit langen Teleobjektiven die Alpendohlen und andere hungrige Vögel beobachteten, die auf Futter hofften. Während der Wanderung investierte ich einige Zeit zum Fotografieren am See-Ende, beim Seestutz und kehrte rechtzeitig auf das Mittagessen zum Pass zurück, wo ich mir eine Walliser Rösti genehmigte. Nach der Rückkehr nach Leukerbad musste ich noch etwa eine Dreiviertelstunde auf den Bus warten, und ich nutzte diese Zeit, um das Dorf ein wenig zu erkunden. So wurde die einzige Begegnung dieser Saison mit den zugeschneiten Alpen zu einem runden und durchaus lohnenswerten Ereignis.






