Nach einer längeren Pause ist es doch wieder einmal Zeit, einen Beitrag in der Kategorie „Fotowanderungen“ zu publizieren, findet ihr nicht auch 😉 … Anstoss war einmal mehr eine Reise durch mein Foto-Archiv, wo ich auf diese noch unveröffentlichten Fotos gestossen bin. Neben der Idee zu diesem Beitrag weckten die Bilder in mir eine nahezu traumatische Erinnerung an eine der folgenschwersten Fehleinschätzungen in meiner alpinen Fotografen-Laufbahn. Auch diese möchte ich gerne mit euch teilen, zumal ich an anderer Stelle auf diesem Blog schon über die richtige Vorbereitung auf eine alpine Fototour gepredigt und gerade auf dieser Tour mehrfach gegen die eigenen Prinzipien verstossen habe 🙂 …

Ausblick am Start des Weges
Ausblick am Start des Weges

Wanderungen und Locations im Grimsel-Gebiet habe ich schon verschiedentlich hier vorgestellt. Eine der ersten Touren, die ich dort oben unternommen habe, führt vom Grimsel Hospiz dem Nordufer des Stausees entlang bis an dessen Ende. Es ist eine Stichwanderung, das heisst, man geht am Ende den selben Weg wieder zurück. Viel andere Möglichkeiten hat man nicht, ausser auf dem (ab dort blau markierten!) Wanderweg weiter bis zur Lauteraarhütte zu gehen. Aber dort ist definitiv Sackgasse, ausserdem wäre das eine nicht für jedermann geeignete zweitägige Wanderung mit Übernachtung in der Hütte. Der Weg bis zum Ende des Sees aber lohnt sich schon, nur schon wegen der atemberaubenden Ausblicke auf die hochalpinen Gipfel um den Unteraargletscher.

Der Blick zurück kurz nach dem Passieren des Wasserfalls
Der Blick zurück kurz nach dem Passieren des WasserfallsDer Blick zurück kurz nach dem Passieren des Wasserfalls
Detailansicht des Wasserfalls
Detailansicht des Wasserfalls

Der Wanderweg startet beim Hotel Grimsel Hospiz und führt zunächst hinunter zur Staumauer. Nach der Staumauer hält man links Richtung Lauteraarhütte und gelangt so auf den Weg, der den steilen Flanken am Seeufer folgt. Und dies ist genau der Punkt, wo der erste Teil meiner Fehleinschätzung lag: Ich dachte mir, ich hätte es hier mit einem gemütlichen Seeuferweg zu tun und würde diesen in Leichtigkeit hin und zurück abspulen und nebenbei einige Fotos machen. Wer sich das Profil unten ansieht, stellt aber fest, dass der Weg durch ein ziemliches Auf und Ab führt. Nicht viele Höhenmeter zwar, aber auf immerhin knapp 6 Kilometer und somit zwei Stunden verteilt. Dies zweimal, und dazu noch die Zeit fürs Fotografieren dazugezählt – macht um die fünf Stunden. Ich hatte definitiv mit einem kürzeren Spaziergang gerechnet. Aufgrund dieser Fehleinschätzung hatte ich leider auch kein Wasser und Proviant eingepackt, was ich bitter bereute. Am Schluss der Wanderung war ich derart entkräftet und dehydriert, dass ich immer langsamer wurde und nicht mehr wusste, ob ich es überhaupt zurück ins Hospiz schaffen würde. Dazu kam, dass die sommerlichen Quellwolken immer dichter wurden und ich sogar damit rechnen musste, noch ins Regenwetter zu geraten. Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass ich auch keinen Regenschutz dabei hatte…

Nähert man sich dem See-Ende, weitet sich der Blick...
Nähert man sich dem See-Ende, weitet sich der Blick…
Übernutzte Landschaft: Der Blick zurück zum Hospiz und den Anlagen der KWO
Übernutzte Landschaft: Der Blick zurück zum Hospiz und den Anlagen der KWO

Nun, dieses Erlebnis war mit eine Lehre. Aber wenn man entsprechend vorbereitet ist, kann man einen durchaus attraktiven Wanderweg geniessen. Trotz der steilen Bergflanke kommt man immer wieder an schönen Moorflächen vorbei, und nach etwa einem Kilometer stürzt sich ein pittoresker Wasserfall die Felswand hinunter. Zum Schluss weitet sich der Blick, und die Welt der Dreitausender am Unteraargletscher liegt einem zu Füssen.

Majestätisch: Das Lauteraarhorn
Majestätisch: Das Lauteraarhorn
Profil der Wanderung (map.geo.admin.ch)
Profil der Wanderung (map.geo.admin.ch)
  • Anreise: Mit der Bahn via Meiringen nach Innertkirchen und von dort mit dem Bus nach Grimsel Hospiz
  • Reine Wanderzeit: 4h
  • Höhendifferenz: je rund 350m
  • Verpflegungsmöglichkeiten: Im Grimsel Hospiz und auf der Passhöhe

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