Die vierte Station unserer Kreuzfahrt entlang der norwegischen Küste war Ålesund, ein hübsches Küstenstädtchen in der Provinz Møre og Romsdal. Zwar hatte ich auch Ålesund auf meiner vorletzten Reise besucht, aber nur kurz und mit dem damals für mich üblichen fehlenden Interesse an Städten (wie schon oft hier auf dem Blog erwähnt 🙂 …). Es war also an der Zeit, dieses Mal ein wenig mehr Engagement zu zeigen. Allerdings hatten wir, wie es bei einer Kreuzfahrt in der Natur der Sache liegt, auch bei diesem Besuch nicht allzu viel Zeit. Hinzu kam, dass wir für den Vormittag noch einen Landausflug gebucht hatten, der sich allerdings als sehr lohnenswert herausstellte.


Unsere Exkursion führte uns vom Hafen zunächst über diverse Tunnels und Brücken zur Insel Giske. Dort stand eigentlich die Besichtigung der berühmten Steinkirche aus dem 12. Jahrhundert an. Wir zogen es aber vor, uns in den kurzen zwanzig Minuten Aufenthalt an diesem historisch sicherlich bedeutsamen Ort von der Gruppe davonzustehlen und den schönen Strand in der Nähe mit Blick auf Godøy und den kleinen Bootshafen zu besichtigen.


Die Insel Godøy war denn auch unser nächstes Ziel, einen Untersee-Tunnel weiter. Wir fuhren auf dieser Insel mehrere Punkte an, aussteigen konnten wir aber nur an einem Aussichtspunkt oberhalb der Ortschaft Godøy. Dafür eröffnete sich hier ein herrlicher Blick auf die Inselwelt rund um Ålesund. Zu gerne hätte ich eigentlich noch im Fischerdorf Alnes angehalten, was gemäss Ausflugsbeschrieb eigentlich sogar vorgesehen gewesen wäre. Nur entschied sich der Tourenleiter, dort weiterzufahren – vermutlich weil schon zu viele andere Busse in dem kleinen Ort unterwegs waren… In solchen Momenten zeigt sich dann jeweils einer der Nachteile einer Kreuzfahrt (oder eines Bus-Ausflugs generell).
Dafür wurde die so frei werdende Zeit durch die Tourenleitung geschickt genutzt, um in Ålesund selber noch ein wenig durch die Quartiere zu fahren und sogar beim Hafen anzuhalten. So kamen wir in den Genuss eines Hop-On-Hop-Off-Bus-Erlebnisses, ohne einen solchen besteigen zu müssen 🙂 …


Nach dem Mittagessen, das wir auf dem Schiff einnahmen, machten wir uns dann auf den Weg, um die hübsche Jugendstil-Stadt noch ein wenig zu Fuss zu erkunden. Irgendwie wurde das ein ganz anderes Erlebnis als in Bergen. Das Zentrum vibrierte richtiggehend, an verschiedenen Stellen wurde laut Musik gespielt, es waren viele Leute unterwegs und genossen die noch warmen Strahlen der September-Sonne. Es schien, als wollten die Bewohner der Stadt die etwas unerwartete Verlängerung des Sommers bis zum Letzten ausnützen. Und wir beendeten unseren Spaziergang in einem richtigen irischen Pub in der Altstadt, wo wir sogar noch Zeugen eines Junggesellenabschieds wurden 🙂 …


Somit wurde der Besuch in Ålesund und seiner unmittelbaren Umgebung zu einem richtigen Erfolg, und wir waren uns einig, dass dieses Küstenstädtchen mit seiner lebendigen Atmosphäre und der attraktiven Jugendstil-Architektur auf die Liste der wieder zu besuchenden Orte kommt. Und wie wenn jemand dies noch bestätigen wollte, wurden wir auf der abendlichen Ausfahrt aufs offene Meer hinaus von zahlreichen fliegenden Basstölpeln verabschiedet – ein magischer Moment…




