Wir alle tragen heutzutage wahrscheinlich immer ein Smartphone mit uns herum, und der eine oder andere eventuell sogar auch ein Tablet. Und ich glaube, dass wir alle den grösstmöglichen Nutzen aus diesen portablen Geräten zu ziehen versuchen – wenn man schon immer einen mehr oder weniger leistungsfähigen Computer in der Tasche dabei hat, will man bestimmt nicht nur damit telefonieren oder SMS schreiben…

Im Verlauf der Zeit, seit ich Smartphone und Tablet nutze, habe ich gelernt, dass die mobilen Begleiter auch für uns Fotografen sehr nützlich sein können und uns bei der einen oder anderen Aufgabe im Zusammenhang mit unserem Hobby unterstützen können. Ich möchte im Folgenden einige wenige Apps vorstellen, die inzwischen zum festen Inventar auf meinen Geräten gehören, weil sie sich als wertvolle Helfer erwiesen haben. Und gleich vorneweg ein Sorry an alle Apple-Jünger 🙂 Ich nutze ausschliesslich Android-Geräte und kann daher nur aus diesem Blickwinkel berichten…

Bildbetrachter

QuickPic auf dem Smartphone
QuickPic auf dem Smartphone

Es gibt für engagierte Fotografen immer einen Anlass, einige Fotos auf dem Smartphone – oder noch besser Tablet – mitzutragen. So habe ich zum Beispiel immer einen Satz aktueller, schon nachbearbeiteter Fotos auf dem Tablet, um diese (natürlich nur auf Nachfrage 😉 …) zeigen zu können. Nach Fototouren nehme ich zudem oftmals auf der Heimreise mittels des Samsung Connection Kits eine Zwischenspeicherung der entstandenen Fotos auf dem Tablet vor und sichere sie zusätzlich auf einem USB-Stick. Das gibt gleichzeitig die Möglichkeit, die Fotos schon einmal auf einem etwas grösseren Bildschirm als auf dem der Kamera zu betrachten. Dies kann man natürlich mit der integrierten Galerie machen, schneller und schöner geht dies aber z.B. mit QuickPic, das zudem Dateioperationen ermöglicht und die Verwaltung von Ordnern zulässt.

Für diejenigen, die Fotos auf Google+ (oder noch in Picasa-Webalben) abgelegt haben, ist Picasa Tool von Colifer Lab einen Blick wert. Diese App erlaubt nicht nur das schnelle Durchsehen der Online-Alben, sondern auch das Verschieben von Fotos zwischen den Alben. Ausserdem werden die verorteten Fotos auf Google Maps angezeigt, und die Beschriftungen lassen sich direkt im Tool bearbeiten. Dazu lassen sich die öffentlichen Google-Alben von anderen Nutzern durchstöbern, und es werden sogar „featured photos“ vorgeschlagen – so habe ich schon die eine oder andere fotografische Perle entdeckt.  Im Gegensatz zu QuickPic ist die App aber nicht werbefrei.

Helfer beim Planen und Berechnen

Ein wichtiges Thema für viele Fotografen sind die Zeiten von Auf- und Untergang von Sonne und Mond. Es gibt einige Apps, die den Fotografen mit diesen Informationen unterstützen, aber keine macht das so perfekt wie die App mit dem etwas komplizierten Namen „The Photographers Ephemeris“.

The Photographers Ephemeris
The Photographers Ephemeris in Aktion

Die Funktionsliste dieser App ist sehr lang:

  • Sie zeigt den genauen Winkel zum Ort des Auf- oder Untergangs für jede Zeit und jeden gewünschten Ort mittels farbiger Linien auf einer Karte an – und zwar auch offline
  • Die Kompassfunktion hilft bei der Ausrichtung dieser Linien und der Karten im Feld
  • Mondphasen und Dämmerungszeiten
  • Mehrmals gebrauchte Orte können abgespeichert werden
  • Orte können mittels Namenssuche oder durch Eingabe der genauen Koordinaten gefunden werden
  • Azimuth und Sonnen-/Mondstand für jede Tageszeit
  • Berechnet Distanz und Höhendifferenz zwischen zwei Punkten
  • Berechnet den Zeitpunkt, wann z.B. die Sonne hinter einem Hügel oder Berg aufgeht

Es ist wirklich erstaunlich, was TPE alles leistet. Dafür ist die App auch nicht kostenlos – aber sie ist die paar Franken durchaus wert! Es gibt übrigens auch eine Desktop-Version davon für Windos und Mac OS, die ich selber aber nicht nutze. Mehr Informationen gibt es unter photoephemeris.com.

Photo Tools
Die schlichte Erscheinung von „Photo Tools“ täuscht etwas über die Menge an kleinen Helferlein hinweg

Die App „Photo Tools“ berechnet die Zeiten von Sonnenauf- und -untergang sowie die Dämmerungen ebenfalls, allerdings nur sehr minimalistisch. Sie vereinigt aber unter der recht schmucklos gestalteten Oberfläche noch eine Vielzahl weiterer mehr oder weniger nützlicher Tools für Fotografen in verschiedenen Kategorien. Einige Beispiele sind ein Schärfentiefe- und Bildwinkel-Kalkulator, ein Mehrfachbelichtungs- und Time-Lapse-Rechner, Blitzreichweiten-Rechner, Wettervorhersage und so weiter. Ob man wirklich mit solchen Tools arbeiten will oder nicht, ist natürlich Geschmackssache.

Soweit einmal für heute. Im zweiten Teil möchte ich dann noch auf Geotagging, einige anspruchsvolle Apps für die Bildbearbeitung und das Fotografieren mit der Smartphone-Kamera eingehen.

Edit 09.06.2016: Über die App TPE ist auf c’t Digitale Fotografie online (und natürlich auch im Printmagazin) ein ausführlicher Artikel erschienen.

5 Kommentare

  1. Das Programm TPE, welches du hier auch empfiehlst kenne ich aus eigener Erfahrung und es hat mir schon bei mancher Fototour durch die Landschaft einen guten Dienst erwiesen.

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