Nachdem ich in den letzten Wochen sehr viel Material von unserer Jubiläumsreise, aus Malta und von Herbstwanderungen zu verarbeiten hatte (und immer noch habe 😉 …), komme ich heute nochmals zurück auf den Sommer, als wir zu dritt eine Kurzreise in den Schwarzwald unternahmen. Im ersten Beitrag habe ich in Aussicht estellt, auch noch über den zweiten Teil dieses Trips zu berichten. Bereits vor der Reise hatte ich mich erkundigt, ob es im Umkreis von Schluchsee neben Freiburg andere interessante Städtchen gibt, die zu besuchen sich lohnen würde. Dabei stiess ich auf Donaueschingen.
Tatsächlich entschlossen wir uns dann am zweiten Tag, in diese Stadt zu fahren, in der (angeblich – doch dazu gleich mehr) die Quelle der Donau liegt. Unterwegs, kurz vor Erreichen unseres Ziel, machten wir noch eine unerwartete Entdeckung. Unser Navigationssystem leitete uns via Bräunlingen, und schon von der Umfahrungsstrasse her liess sich erahnen, dass dies ein ganz hübsches Städtchen sein könnte. So unterbrachen wir spontan unsere Fahrt und spazierten ein wenig durch die Altstadt.


Wenn man mit ein bisschen Interesse auf Reisen unterwegs ist, lernt man bei jedem Ort, den man besucht, etwas – sei es durch Infotafeln vor Ort oder indem man sich im Internet Schlau macht. So erfuhren wir, dass Bräunlingen eine Zähringerstadt ist, wie Bern oder Fribourg (siehe dazu den Artikel in Wikipedia) – nur einiges Kleiner, eher fast ein grosses Dorf. Trotzdem genossen wir den kurzen Spaziergang, da es viele schöne Ecken gibt im Städtchen.


In Donaueschingen war zuerst einmal ein Mittagessen im traditionellen Fürstenberg Bräustüble angesagt. Unser Verdauungsspaziergang führte uns dann zunächst durch das historische Zentrum. Dieses ist sehr klein, eine zusammenhängende Altstadt mit verwinkelten Gassen und grossen Plätzen gibt es hier nicht. Dafür ein paar schöne historische Gebäude – und die vermeintliche Donauquelle. Oder sagen wir einmal, die symbolische Donauquelle. Ein Fluss sammelt sich ja meistens aus zahlreichen Zubringerflüssen und -bächen aus einer grösseren Region (im Fall der Donau sind es 22), und als hydrologischer Ursprung der Donau gilt die Quelle der Breg bei Furtwangen. Das hinderte die Fürsten von Fürstenberg damals nicht daran, die Karstquelle des Donaubachs in ihrem Schlossgarten in einen Brunnen zu fassen und als offizielle Donauquelle zu bezeichnen.


Trotzdem ist es korrekt, wenn gesagt wird, dass Donaueschingen der Ursprung der Donau ist. Denn etwa eineinhalb Kilometer vom Zentrum entfernt fliessen die Breg und die Brigach zusammen, und ab diesem Moment heisst der vereinte Fluss Donau. Während das Altstädtchen und die Donauquelle alleine meiner Meinung nach nicht unbedingt einen Besuch von Donaueschingen rechtfertigen, so sind doch ein Spaziergang durch den wunderschönen Schlosspark und weiter zu genanntem Ursprung der Donau eine sehr gute und eindrückliche Ergänzung. Die Natur am Zusammenfluss ist wirklich schön, und einige Stege und Bänke laden zum Verweilen ein.


So nahmen wir ein sehr rundes Bild vom bisher unbekannten Donaueschingen mit nach Hause, und hatten mit Bräunlingen erst noch einen zweiten Ort kennenlernen dürfen, den wir von uns aus wahrscheinlich nie angesteuert hätten…




