Blicke auf beeindruckende Gipfel
Blicke auf beeindruckende Gipfel

Die Schweiz hat landschaftlich unzählige Schönheiten zu bieten, das ist bekannt. Umso erstaunlicher ist es, dass es bisher nur einen Nationalpark gibt, nämlich den 1914 gegründeten Parc Naziunal Svizzer im Unterengadin. Dies hat sicher damit zu tun, dass die Schweiz ein ziemlich stark besiedeltes Land ist. Andererseits ist oftmals in Gegenden, die sich für die Errichtung weiterer Pärke eignen würden, der Widerstand der lokalen Bevölkerung und Politik gross. Das Geschäft hat halt in der Schweiz immer Vorrang vor dem Naturschutz 🙁 …

Der Bergsommer ist in vollem Gang
Der Bergsommer ist in vollem Gang

Eines der Gebiete, in denen nach den Ideen von Naturschutzkreisen ein zweiter Nationalpark entstehen könnte, sind Teile des Kantons Uri, mit einer Kernzone im Maderanertal. Wie kontrovers die Idee diskutiert wird, lässt sich zum Beispiel in diesem NZZ-Artikel nachlesen. Bald zwanzig Jahre sind seit der Lancierung der Idee vergangen, und noch immer handelt es sich nur um eine Idee. Dies tut aber der Tatsache keinen Abbruch, dass das Maderanertal landschaftlich enorm schön ist und sich eine Wanderung in diesem Gebiet auf jeden Fall lohnt! Vor einigen Jahren habe ich mit einem Freund eine schöne Runde durch dieses Tal gemacht.

Je weiter man ins Tal vordringt, desto archaischer wird die Landschaft - so wie hier am Gross Windgällen
Je weiter man ins Tal vordringt, desto archaischer wird die Landschaft – so wie hier am Gross Windgällen
Ausblick zum Bristen
Ausblick zum Bristen

Eine kleine Gondel bringt den Besucher vom Ort Bristen im vorderen Teil des Tals hinauf zur auf rund 1’400 Meter über Meer gelegenen Golzerenalp. Der familienfreundliche Ort am gleichnamigen See mit seinem naturkundlichen Höhenweg lockt eigentlich zum Verweilen. Aber die hier vorgestellte Rundwanderung sollte an den Anfang des Tages gestellt werden. Schliesslich will das Vergnügen verdient sein – und abgesehen davon liegt der See für Fotografen am Nachmittag sowieso im besseren Licht.

Höhe- und Wendepunkt der Wanderung: bei der Windgällenhütte
Höhe- und Wendepunkt der Wanderung: bei der Windgällenhütte
Der Golzerensee mit dem Gross Ruchen
Der Golzerensee mit dem Gross Ruchen

Der erste Anstieg von der Bergstation der Gondelbahn zur Ober-Chäseren hat es dann schon ziemlich in sich. Gut 500 Höhenmeter müssen in kurzer Zeit überwunden werden, um über die Felsbänder oberhalb der Alp zu gelangen. Dann aber flacht der Weg ab, und die restlichen hundert Höhenmeter verteilen sich in gemütlichem Auf und Ab auf rund zweieinhalb Kilometer. Auf diesem Abschnitt geniesst man fast die ganze Zeit schöne Ausblicke zu den Gipfeln auf der Südseite des Tals und über dem Urner Haupttal. Die Landschaft wird immer karger, und kurz vor der Windgällenhütte quert der Wanderweg das wilde, breite und steinige Bett des Stäfelbachs.

Der Golzerensee in seiner vollen sommerlichen Pracht
Der Golzerensee in seiner vollen sommerlichen Pracht

Von diesem Moment an geht es nur noch abwärts – zumindest was die Höhenmeter betrifft 🙂 … Etwas weniger steil als beim Aufstieg führt der Weg nun talwärts, zurück in Richtung des Golzerensees. Etwa einen halben Kilometer vor Erreichen des Ortes Seewen habe ich auf meiner Runde einen nicht markierten Weg gewählt, der links vom Wanderweg abzweigt und an das östliche Ufer des Sees führt. Damit spart man sich die zusätzliche, rund einen Kilometer lange Runde um den See und gelangt trotzdem auf den schönen Uferweg.

Das Höhenprofil der Wanderung - mit meier Abkürzung am Schluss (von http://map.geo.admin.ch)
Das Höhenprofil der Wanderung – mit meiner Abkürzung am Schluss (von http://map.geo.admin.ch)

Wie man an den Bildern sieht, habe ich die Wanderung im Hochsommer gemacht und darum durchwegs in harschem Sonnenlicht fotografieren müssen. Heute würde ich es wohl vorziehen, die Runde im Herbst zu machen, dann ist auch der sehr steile Anstieg zu Beginn etwas angenehmer zu bewerkstelligen.

  • Anreise: Mit der Bahn nach Flüelen und von dort mit dem Bus via Amsteg nach Bristen zur Talstation der Gondelbahn
  • Reine Wanderzeit: ca. 4h
  • Höhendifferenz: je rund 780m
  • Verpflegungsmöglichkeiten: In Seewen am Golzerensee und auf halbem Weg in der Windgällenhütte

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.