Letzten Herbst wollte ich wieder einmal eine Foto-Session am Ufer des Neuenburgersees unternehmen. Allerdings war das Wetter in dem Moment, als ich in Gorgier ankam, ziemlich unattraktiv. So disponierte ich um und suchte einen Ort am östlichen Ufer des Sees auf, den ich auch schon lange auf meiner Liste der Locations hatte: Estavayer-le-Lac. Auch dort war ich allerdings nicht mit den Bedingungen zufrieden und konnte keines der Fotos verwirklichen, die ich im Kopf hatte. Sollte also die ganze Anfahrt vergebens gewesen sein? Nun, zumindest fast. Denn ein einziges Foto entstand an diesem späten Nachmittag doch noch.

Ich spazierte ein wenig dem See bei der Badeanstalt von Estavayer entlang und stellte dabei fest, dass der Himmel durch das wenige vorhandene Sonnenlicht eine intensive rötliche Färbung angenommen hatte. Gleichzeitig lagen die Juraketten in einem wunderbar zur Himmelsfarbe kontrastierenden Blau am anderen Ende des Sees. Ich entdeckte immer mehr poetische Details: Die Silhouetten der Pfähle im Wasser, die Spiegelung der Himmelsfarbe auf der Wasseroberfläche, die unzähligen sich ausruhenden Wasservögel… Und plötzlich kam da dieser Schwan angeschwommen, seine Flügel aufgestellt, wie es bei Schwänen in der Balz oft vorkommt, eine dunkle Spur im Wasser hinter sich herziehend, die die Himmelsspiegelung unterbrach. In diesem Moment war die Szene für mich komplett, und für einmal entstand ein Lieblingsfoto schon beim ersten Druck auf den Auslöser…

Poetische Szene am Neuenburgersee bei Estavayer-le-Lac
[ le cygne ] – poetische Szene am Neuenburgersee bei Estavayer-le-Lac

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