Am Ende einer kleinen Fototour im Wasserschloss anfangs November letzten Jahres besuchte ich wieder einmal die Altstadt von Brugg. Dieses Städtchen löst in mir sehr zwiespältige Gefühle aus. Einerseits ist die Altstadt wirklich hübsch und beherbergt einige überraschende und pittoreske Ecken. Andererseits ist es sehr ruhig, um nicht gerade zu sagen leblos in den Strassen und auf den Plätzen, und dies sogar unter der Woche. Nun gut, wenn Brugg schon nicht gerade zum Verweilen einlädt, so doch wenigstens zum Fotografieren.


Ich war damals in Lauffohr gestartet und dem linken Aareufer entlang durch die Naturschutzgebiete im Alten Schachen und im Auschachen westwärts gewandert. Kurz vor der Stadtgrenze, auf der Aareinsel beim Geissenschachen, entdeckte ich nochmals einige Plätzchen an der Aare, die eher an eine Wildnis als an eine Stadt erinnerten. Dies ist etwas, was mich immer wieder zum Staunen bringt, wenn ich entlang der Aare oder Reuss in eigentlich dicht besiedeltem Gebiet unterwegs bin.


Anschliessend überschritt ich die Casino-Brücke, von der aus sich ein schöner Blick über die Altstadthäuser zu beiden Seiten der Aare und hin zum Schwarzen Turm und der alten Aarebrücke bietet. Nach der Brücke stieg ich wieder hinunter ans Flussufer und folgte dem Wanderweg der Aare entlang. Dieser führt direkt ins Herz der Altstadt zum meiner Meinung nach schönsten Platz, der unteren Hofstatt. Der Platz wird gesäumt vom Salzhaus, dem Stadtmuseum und einigen farbigen Hausfassaden, und mittendrin steht ein Brunnen, in dessen Wasseroberfläche sich die ganze Pracht spiegelt.


Ich zog noch ein wenig weiter durch die Gassen der Altstadt, und da ich mir bisher noch nie so viel Zeit für einen Spaziergang genommen hatte, entdeckte ich noch viele fotogene Ecken. Und wie gesagt, für das Fotografieren kam mir der Umstand ziemlich entgegen, dass ich mich nicht um Menschenmengen und Autos kümmern musste 🙂 … Vielleicht werde ich irgendwann einmal noch einen Spaziergang zur blauen Stunde einplanen.




