Wir Hobby-Fotografen investieren mitunter recht viel in unser Hobby. Nicht nur Geld und Zeit. Wir sind oft auch bereit, einiges für ein gutes Foto in Kauf zu nehmen – da werden mir sicher andere engagierte Foto-Amateure zustimmen. So ist es z. B. manchmal nicht einfach, den besten Standpunkt für ein Foto zu finden. Und wenn man ihn dann findet (oder aus einer gewissen Distanz noch glaubt, ihn gefunden zu haben), dann ist er unter Umständen nicht einfach zu erreichen oder birgt sonst gewisse Tücken. So habe ich das gestern auf meinem Foto-Trip ins Wägital erlebt.

Als ich am Ende des Wägitalersees bei der Überquerung der Brücke über den Aberenbach entdeckte, dass sich ein wenig von der Brücke entfernt, etwas versteckt in einem kleinen Felsenkessel ein fotogener Wasserfall befand, war mir klar: Der muss als Motiv herhalten! Da die Umgebung des Wasserfalls aber ziemlich steil und felsig ist, war es ein kniffliges Unterfangen, mich in eine gute Schussposition zu bringen. Einige Anläufe waren notwendig – manchmal war der Blickwinkel nicht ideal, dann wieder befand sich ein störendes und nicht zu entfernendes Objekt im Weg (Felsen, Baumstamm…), oder dann war der gewünschte Standpunkt schlicht nicht zugänglich, ohne mich dabei in Gefahr zu bringen. Nach mehreren Versuchen und unzähligen Überquerungen des Bachs fand ich einen Standpunkt, der einen schönen Blick bot und mittels ein wenig klettern über moosbewachsene, feuchte Felsen und schlammiges Erdreich erreichbar war. Die Belohnung war der Ausblick, der zum unten stehenden Foto führte.

Wasserfall am Aberenbach im Wägital
Wasserfall am Aberenbach im Wägital

Neben der Sucherei und der Schwierigkeit, das Stativ auf dem weichen Untergrund stabil positionieren zu können, musste natürlich auch noch ein weiterer Zwischenfall passieren. Damit ich bei jeder Ausschnittwahl neu fokussieren konnte, musste ich immer wieder ND-Filter und Gegenlichtblende abmontieren und neu anbringen. Manch einer ahnt jetzt, was kommt: Kurz bevor ich das letzte Bild im Kasten hatte, machte sich bei einem dieser Manöver meine kurz auf dem Oberschenkel deponierte Gegenlichtblende selbständig und fiel genüsslich hinunter auf den Moosboden und nach einigen Sätzen über den Felsen hinunter in den Bach, so dass sie sich nicht mehr in meinem Blickfeld befand…

Natürlich ist eine Gegenlichtblende kein grosser finanzieller Verlust. Aber erstens wollte ich nicht während des ganzen restlichen sonnigen Tages ohne sie weiterfotografieren, und zweitens ist es immer mit einem gewissen Aufwand verbunden, eine auf genau dieses Objektiv genau dieses Herstellers passende Blende wieder zu beschaffen. So räumte ich Stativ und Kamera zusammen, überquerte erneut den Bach und musste nun eine Stelle in der Nähe des Absturzorts suchen. Natürlich war auch diese Stelle wieder nur sehr schwer über einen steilen, feuchten Hang zu erreichen 🙂 …

Aber immerhin: Unten angekommen, sah ich die Blende in einem Bassin am Boden liegen. Mit Hilfe eines langen Astes konnte ich das Ding tatsächlich aus seiner ungemütlichen Lage befreien – was angesichts der Reflexionen auf dem fliessenden Wasser und der Lichtbrechung eine gewisse Herausforderung darstellte 🙂 …

Fazit aus der ganzen Geschichte: Erstens will ein gutes Foto in der Regel auch verdient sein, und zweitens: Man sollte sich insbesondere in exponierten Lagen sehr gut überlegen, wo man seine Ausrüstungsgegenstände hinlegt 😉 …

 

 

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