Auf der Suche nach Opportunitäten, dieses Jahr den Herbst am Wasser fotografisch einzufangen, gab es nicht nur Erfolge zu verzeichnen. Wie ich es in einem kürzlich hier publizierten Beitrag beschrieben habe, kann das spontane Handeln im Herbst hier im Mittelland, gepaart mit Zögern, schlechter Planung oder falschen Entscheidungen auch zu Enttäuschungen führen. Gerade vor einigen Tagen musste ich das wieder erleben. Und das ging so:

Beim Durchsehen meines Archivs war ich auf ein Foto von einer Location an der Aare bei Rothrist gestossen, das ich auf einem Spaziergang vor ein paar Jahren geschossen hatte. Ich wollte wieder zu dieser Location zurückkehren, um die Sammlung mit ein paar schönen Herbstfotos zu ergänzen. Nun ist es aber ja oftmals im Herbst so, dass in unserer Gegend wegen des Hochnebels den ganzen Tag grau in grau herrscht. Die Wetterprognosen sagten aber für die betreffenden Woche voraus, dass sich dieser im Laufe des Tages von Zeit zu Zeit auflockern würde.

Tatsächlich begann an einem der Tage in diesem November nach dem Mittag die Sonne durchzudrücken. Ein kurzer Blick vom Balkon um ca. 14:30 Uhr liess mich den Gedanken loszuziehen aber gleich wieder verwerfen – zu gross waren die Nebelresten rundherum als dass ich eine gute Ausleuchtung der Landschaft hätte erwarten können. Also ging ich zurück an die Arbeit im Home Office. Schon nur ein Stunde später aber war der Himmel plötzlich wolkenlos, und anstatt mich über meine (Fehl-)Entscheidung zu ärgern, machte ich mich so rasch wie möglich bereit um loszuziehen.

Allerdings machte mir dann eine Erscheinung einen Strich durch die Rechnung, die ich eigentlich hätte vorhersehen müssen. Bereits gegen vier Uhr nachmittags ist der Verkehr auf der A1 und ihren Zubringern derart dicht, dass es unmöglich ist, die Strecke zum geplanten Spot in den üblichen zwanzig Minuten zurückzulegen. Somit war vor Ort nur noch wenig Sonnenlicht vorhanden. Auch die Vegetation liess mich etwas im Stich. Das Ufer der Aareinsel beim Kraftwerk Ruppoldingen ist geprägt von Bäumen und Sträuchern, die sich im Herbst nicht stark oder sehr spät verfärben. Somit blieb auch das erhoffte Farbenspektakel aus.

Aufgrund all der geschilderten Umstände müsste diese Fototour eigentlich als missglückt bezeichnet werden. Ich liess es mir dann doch nicht nehmen, trotzdem einige Schritte dem Aareufer entlang zu spazieren und einige Fotos zu machen. Und ich bin mit dem Ergebnis nicht einmal so unzufrieden 🙂 …


