Felswand am Chli Schijen
Felswand am Chli Schijen

Je weiter der Frühling fortschreitet, desto schwieriger wird es für mich zu entscheiden, wohin eine Fototour führen soll. Kann ich schon in die von mir so heiss geliebten Hochalpen gehen, oder ist eine mittlere oder sogar tiefe Lage im Augenblick noch vorzuziehen? Die Antwort auf die Frage hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Niederschläge es in den Tagen zuvor gegeben hat und wie warm bzw. kalt es gewesen ist. Wie auch immer, ich habe mir für den Frühling eine „Shortlist“ von voralpinen Wanderzielen angelegt, und ich entschied mich dazu, für die Planung des arbeitsfreien Freitags nach Auffahrt auf diese zurückzugreifen. Was die Entscheidung nicht unbedingt leichter machte, denn auch diese Sammlung ist inzwischen schon ziemlich umfangreich 😉 …

Ausblick von einer Alp unterhalb der Ibergeregg
Ausblick von einer Alp unterhalb der Ibergeregg
Blick vom Chli Schijen zu den Mythen
Blick vom Chli Schijen zu den Mythen
Felslandschaft am Chli Schijen
Felslandschaft am Chli Schijen

Das Ziel war diesmal die Ibergeregg, ein wildromantischer Pass oberhalb von Schwyz, der das Tor für Wanderungen zu den legendären, für die Schweiz ikonischen Mythen ist. Wie oft hatte ich diesen Pass im Rahmen der Anreise zu einem höher gelegenen Ziel in den zentralen Alpen schon überquert, vor allem als ich noch in der Region Zürich wohnte. Aber mir wirklich Zeit genommen, um ihn zu erkunden, hatte ich noch nie.

Die Mythen im Morgenlicht
Die Mythen im Morgenlicht
Der Blick ins Muotathal
Der Blick ins Muotathal
Sumpfdotterblumen an einer Pfütze im Moor
Sumpfdotterblumen an einer Pfütze im Moor

Wie üblich erreichte ich den Pass ziemlich früh. Um das warme Morgenlicht in Richtung der weiten Moorlandschaft und der Mythen auszunutzen, machte ich mich zunächst auf den Weg in Richtung des Chli Schijen östlich des Passes. Diese bizarre Felsformation hatte mich bisher jedesmal auf der Durchfahrt angelacht, und wer mich kennt weiss, dass ich es mir in der Regel nicht nehmen lasse, einen solchen Felsen zu erklettern – oder es zumindest zu versuchen. Leider schaffte ich es nicht auf den Gipfel, denn es gibt keinen Weg, und in den Zwischenräumen zwischen den Felswänden lag noch ziemlich viel Schnee. Und unnötige Risiken einzugehen lohnt sich nicht. Aber ich hatte auch von einem Zwischenboden aus eine sehr schöne Aussicht und konnte dort die morgendliche Ruhe geniessen.

Der Blick zur anderen Talseite mit dem Stoos
Der Blick zur anderen Talseite mit dem Stoos

Nach der Rückkehr zur Passhöhe nahm ich den Weg in Richtung Holzegg unter die Füsse, von wo aus man den Gross Mythen besteigen kann – oder könnte, denn solche Höhendifferenzen liegen inzwischen jenseits meiner Möglichkeiten. Aber auch bereits die Wanderung von der Ibergeregg durch die ausgedehnte Moorlandschaft ist sehr reizvoll. Die beiden Mythen-Gipfel sind dabei meistens im Blick, und je näher man ihnen kommt, desto imposanter wirken sie. Auf der Holzegg steht man dann der blanken Felswand des Gross Mythen gegenüber, was schon sehr eindrücklich ist.

Die Kapelle auf der Holzegg mit den beiden Mythen
Die Kapelle auf der Holzegg mit den beiden Mythen
Die mächtige Felswand des Gross Mythen
Die mächtige Felswand des Gross Mythen

Im Anschluss folgte ich dem Weg noch ein Stück weit in Richtung der Alp Zwüschet Mythen (der Name ist Programm), und mir wurde klar, warum sich hier inmitten intensiv genutzen Landwirtschaftslands, eines ausgedehnten Wanderweg-Netzes und der nicht weit entfernt im Tal unten gelegenen Gotthard-Achse Wildtiere so wohl fühlen. Die felsige, raue Insel mit den beiden Gipfeln bietet Gämsen, Steinböcken und sogar Steinadlern einen idealen Rückzugsort.

Der "Kleine" ist nicht ganz so imposant, braucht sich aber auch nicht zu verstecken
Der „Kleine“ ist nicht ganz so imposant, braucht sich aber auch nicht zu verstecken
Der Druesberg in der Ferne
Der Druesberg in der Ferne

Für mich war an diesem Ort der Zeitpunkt für die Umkehr gekommen – und wie üblich sollte ich dies nicht bereuen. Denn mir entgegen kamen bereits Heerscharen ausgeschlafener Wanderer, Biker und Familien 🙂 … Somit bleibt auch am Schluss dieses Beitrags eine klare Empfehlung. Das Wandergebiet um die Ibergeregg bietet eine gute Möglichkeit, sich im Frühling bereits ein wenig an die Alpen anzunähern. Und wer nicht mit dem Auto anreisen möchte und nicht so wahnsinnig früh unterwegs sein muss oder will, für den gibt es auch die Möglichkeit, mit dem öV nach Schwyz oder Alpthal-Brunni zu reisen und die Seilbahnen zur Rothenflue oder zur Holzegg oder den Bus auf die Ibergeregg zu benutzen.

Zurück auf der Ibergeregg
Zurück auf der Ibergeregg

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