Dass die Datensicherung für Fotografen ein besonders wichtiges Thema ist, ist wohl unbestritten. Viele unter uns Hobby-FotografInnen haben sogar das Bedürfnis, ihre frischen Fotos auch unterwegs zu sichern. Das gilt zumindest für den Fall, dass wir uns auf Reisen befinden. Ich persönlich habe sogar das Bedürfnis, die Fotos auf einer Tagestour bereits unterwegs zu sichern, vor allem dann, wenn ich das Gefühl habe, dass mir besonders schöne Bilder gelungen sind. Vielleicht bin ich in diesem Punkt ja etwas zu ängstlich 🙂 denn die Heimreise nach einem Tagesausflug dauert meistens nicht allzu lange…

Der von mir verwendete SD-Kartenleser und das DualDrive von SanDisk - das ich aus Geschwindigkeits-Gründen inzwischen durch eines von Lexar ersetzt habe
Der von mir verwendete SD-Kartenleser und das DualDrive von SanDisk – das ich aus Geschwindigkeits-Gründen inzwischen durch eines von Lexar ersetzt habe
Die Oberfläche des CX-Dateiexplorers mit eingestecktem DualDrive
Die Oberfläche des CX-Dateiexplorers mit eingestecktem DualDrive

Vor ein paar Jahren habe ich hier auf dem Blog einen Beitrag zum Thema „Datensicherung unterwegs“ veröffentlicht. Unter dem Titel „Ein nützliches Gadget“ habe ich damals eine portable Festplatte mit Speicherkartenslots vorgestellt, die Fotos unkompliziert von der Speicherkarte auf die Platte kopiert, von wo sie dann via WiFi betrachtet und bei Bedarf weiterkopiert werden konnten. Den Beitrag habe ich inzwischen gelöscht – schlicht und einfach, weil es solche Geräte heute nicht mehr gibt. Es besteht auch kein Bedürfnis mehr danach, denn es gibt inzwischen viel einfachere und sicherere Backup-Möglichkeiten für unterwegs. Hier stelle ich euch meinen persönlichen Sicherungs-Workflow vor, der schlussendlich auch meine portable Festplatte überflüssig gemacht hat.

Die Kachelansicht im CX-Dateiexplorer. Für das Kopieren bevorzuge ich allerdings die Listenansicht, da ich sowieso immer nach Datum kopiere.
Die Kachelansicht im CX-Dateiexplorer. Für das Kopieren bevorzuge ich allerdings die Listenansicht, da ich sowieso immer nach Datum kopiere.

Hauptteil der Ausrüstung, die dazu benötigt wird, ist ein Smartphone oder ein Tablet, das als USB-Host (USB-OTG) arbeiten kann. Dies trifft auf alle aktuelleren Android-Geräte zu. Zusätzlich arbeite ich mit einem DualDrive von SanDisk, ein kleiner USB-Stick mit hoher Speicherkapazität, der sowohl über einen USB-C- als auch einen USB-A-Anschluss verfügt. Ursprünglich schaffte ich mir diesen Stick an, da er es ermöglicht, mit einer mitgelieferten Software eine automatisierte Datensicherung für das komplette Smartphone einzurichten und diese Daten dann auf einen PC zu kopieren. Inzwischen nutze ich ihn allerdings vor allem für die hier vorgestellte Fotosicherung. Der Stick ist nicht gerade der schnellste, aber er ist trotz Kapazitäten von bis zu 512 GB günstig (inzwischen habe ich ihn durch einen ähnlichen Stick von Lexar ersetzt, der um Welten schneller ist). Alternativ kann natürlich auch eine portable SSD mit USB-C-Verbindung genutzt werden, aber diese ist halt dann nicht so kompakt wie der Stick.

Ausserdem brauche ich einen SD-Kartenleser mit USB-C-Anschluss. Dieser ermöglicht es mir, im ersten Schritt die frischen Fotos über den USB-C-Anschluss des Telefons von der Speicherkarte in der Kamera auszulesen und zwischenzuspeichern. Eine Alternative dazu ist, die vom Kamerahersteller bereitgestellte Software zu nutzen, um die Fotos via Bluetooth oder WiFi auf das Smartphone zu kopieren. Dieser Weg ist aber meiner Erfahrung nach wesentlich langsamer und auch etwas störungsanfälliger. Ich bevorzuge nach wie vor die Hardware-Variante.

Beim Einstecken des DualDrive fragt mich Android, mit welcher App ich ihn nutzen möchte. MemoryZone ist übrigens die von SanDisk mitgelieferte Backup-Software.
Beim Einstecken des DualDrive fragt mich Android, mit welcher App ich es nutzen möchte. MemoryZone ist übrigens die von SanDisk mitgelieferte Backup-Software.
Die Oberfläche von Swisscom myCloud...
Die Oberfläche von Swisscom myCloud…

Nach diesem Schritt sind die Fotos nun mindestens einmal auf dem Smartphone oder Tablet gesichert. Aber wie wir alle wissen, ist dort der Platz meistens knapp. Darum kopiere ich die Fotos im zweiten Schritt nun auf das DualDrive – darunter auch gerade die Fotos, die ich mit dem Smartphone selber gemacht habe. Dazu nutze ich auf dem Smartphone einen Datei-Explorer, von denen es einige im Play Store gibt. Ich nutze für meine Zwecke den CX Datei-Explorer. Zusätzlich habe ich auf dem Telefon zwei Apps, die die Fotos zusätzlich automatisch in der Swisscom-Cloud und auf unserem heimischen NAS sichern. Normalerweise geschieht das nur im WLAN, aber wenn es wichtig ist, kann ich das auch von unterwegs über die Mobilfundaten machen – bei den heutigen Flatrates ist das ja normalerweise auch kein Problem. Somit habe ich bereits unterwegs zwei bis drei Sicherungskopien der neuen Fotos und kann den Platz auf dem Smartphone wieder freigeben – und den Rest der Heimreise entspannt geniessen 😉 …

...und von Synology Photos, mit dem ich auf das heimische NAS sichere. Leider stellt die App RAW-Dateien und Videos nicht immer auf Anhieb richtig dar.
…und von Synology Photos, mit dem ich auf das heimische NAS sichere. Leider stellt die App RAW-Dateien und Videos nicht immer auf Anhieb richtig dar.

Wenn die Fotos dann zuhause auch gesichert sind, hebe ich die temporären Backups schrittweise wieder auf. Als letztes wird dasjenige auf myCloud gelöscht, da dies für ein paar Tage jeweils der einzige Ort ist, wo die Fotos ausserhalb der eigenen Wohnung lagern.

Dies ist mein persönlicher Backup-Workflow, den ich übrigens auch auf Ferienreisen anwende. Dort kommt die Sicherung in der heimischen Cloud natürlich nur übers WLAN infrage, aber Stick und Smartphone/Tablet sind ja dann schon einmal eine erste Sicherungs-Säule. Vielleicht erscheint euch diese Vorgehensweise zu kompliziert oder übertrieben – aber für mich hat sie sich bewährt. Falls jemand andere gute Ideen hat, freue ich mich über einen entsprechenden Kommentar.

Der Startbildschirm von OI.Share, der App, die OM System für den Fototransfer von ihren Kameras bereitstellt.
Der Startbildschirm von OI.Share, der App, die OM System für den Fototransfer von ihren Kameras bereitstellt.

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