Modernes Quartier nahe des Silo District
Modernes Quartier nahe des Silo District

Einer der Schwerpunkte unserer Südafrika-Reise war Cape Town. Wir verbrachten zu Beginn des Aufenthalts fünf Tage und am Schluss nochmals zwei Tage in der Hauptstadt der Provinz Western Cape. Vor der Reise hatten wir viele lobende Worte über Kapstadt vernommen, sei es in Reiseführern, Youtube-Videos oder von anderen Südafrika-Reisenden. Allerdings, dies muss ich gerade vorausschicken, für mich wurde Kapstadt keine Herzensangelegenheit wie andere Städte, die wir in den letzen Jahren entdeckt haben. Aber es ist eine lebendige und interessante Stadt, die auch neben der unmittelbaren Nähe zur grandiosen Natur der Kap-Halbinsel sehr vieles zu tun, sehen und geniessen bietet.

An der Victoria & Alfred Waterfront - der Tafelberg im Hintergrund versteckt sich wie so oft in den Wolken...
An der Victoria & Alfred Waterfront – der Tafelberg im Hintergrund versteckt sich wie so oft in den Wolken…
Das in einer ehemaligen Werft einquartierte Einkaufszentrum Victoria Wharf
Das in einer ehemaligen Werft einquartierte Einkaufszentrum Victoria Wharf

Die Innenstadt von Cape Town schmiegt sich in der Form eines Hufeisens um den Bergrücken von Signal Hill und Lion’s Head. Während der ersten Tage waren wir in einem Guesthouse im Quartier Gardens zu Hause. Dieses befindet sich am Stadtrand in Richtung Camps Bay, quasi im östlichen Schenkel des Hufeisens. Praktisch von der Haustüre aus konnten wir zunächst der Kloof Street und dann der Long Street entlang in gerader Linie zur Waterkant und der Victoria & Alfred Waterfront hinuntergehen. Die beiden genannten Strassen sind zwar interessant, aber alles in allem machte dies dann doch einen vierzigminütigen Fussmarsch aus. Nicht gerade etwas, was man täglich mehrmals unter die Füsse nehmen will 😉 … Und da der öffentliche Verkehr in Kapstadt nicht gerade hoch entwickelt ist, kamen wir während dieser Tage zu unseren ersten Erfahrungen mit Uber. Dies funktionierte stets hervorragend, wir mussten nie lange auf ein Fahrzeug warten, und wahrscheinlich ist das alles in allem die sicherste Fortbewegungsmethode für die langgezogenen Strassen in der grossflächigen Stadt.

Auch das ist Kapstadt: pralle Natur, wie hier im Kirstenbosch National Botanical Garden...
Auch das ist Kapstadt: pralle Natur, wie hier im Kirstenbosch National Botanical Garden…
...oder hier am Signal Hill, mit dem Blick aufs Meer und zum Lion's Head
…oder hier am Signal Hill, mit dem Blick aufs Meer und zum Lion’s Head
Im District Six Museum
Im District Six Museum

Je länger wir uns in Kapstadt aufhielten, desto mehr kristallisierte sich ein Quartier als der Ort zum Sein und Geniessen heraus – und damit erzähle ich wahrscheinlich keinem Kapstadt-Reisenden etwas Neues: Die Victoria & Alfred Waterfront. Dieses Quartier rund um den touristischen Hafen ist derart weitläufig und vielseitig, dass man auch am siebten Tag noch Neues entdeckt. Neben den viktorianischen Handelshäusern gibt es auch die alten Docks, die zu einem grossen Teil in Märkte, Restaurants und Einkaufszentren umgewandelt wurden. Teilweise erfüllen sie aber auch heute noch ihre Funktion als Trockendocks – eine faszinierende Mischung, die einem mehr als an anderen Orten den Eindruck gibt, am Puls des Meeres zu sein.

Im ehemaligen Malaien-Viertel Bo-Kaap
Im ehemaligen Malaien-Viertel Bo-Kaap
Detail in Bo-Kaap
Detail in Bo-Kaap

Das für mich überraschendste Element in diesem Quartier war das Einkaufszentrum Victoria Wharf. In ehemaligen Werfthallen wurde hier ein Shopping-Paradies geschaffen, das mit seinen Luxus-Boutiquen manchem europäischen Shoppingcenter Konkurrenz machen könnte und so gar nicht in ein afrikanisches Land zu passen scheint. Aber gerade an diesem Ort wird einem bewusst, was für einen Wohlstand Südafrika in seiner jüngeren Geschichte erreicht hat – und gleichzeitig auch, wie extrem ungleich dieser Wohlstand verteilt ist, wenn man an die elenden Zustände beispielsweise vor dem Hauptbahnhof oder an die Bettler überall an den Strassenkreuzungen denkt…

Brunnen in Company's Garden mit dem Iziko South African Museum
Brunnen in Company’s Garden mit dem Iziko South African Museum
Im legendären Truth Café an der Buitenkant Street
Im legendären Truth Café an der Buitenkant Street

Nun, wir verbrachten in diesen Tagen ziemlich viel Zeit an der Waterfront, da es sich dort so gut leben lässt. Trotzdem gibt es noch zahlreiche weitere Highlights, die wir in dieser Zeit entdeckten und von denen ich hier nur die wichtigsten erwähnen möchte. So z.B. das District Six-Museum, das dem Besucher einen bewegenden Einblick in die dunkle Geschichte der Apartheid gibt, die sich in diesem Quartier auf ganz besondere Weise auswirkte. Oder das Quartier Bo-Kaap, das ehemalige Malaienviertel mit seinen in fröhlichen Farben gestrichenen Hausfassaden. Oder dann den Signal Hill mit seinen faszinierenden Ausblicken auf Stadt und Meer, Lion’s Head und Tafelberg – ein Stück Natur im Herzen der Stadt. Und nicht zuletzt den Kirstenbosch National Botanical Garden mit seiner reichen Pflanzenwelt und dem Boomslang-Pfad durch die Baumwipfel, direkt am Fuss des Tafelbergs…

Die Waterfront am Abend
Die Waterfront am Abend

Wir hatten ausserdem das Glück, eine Tour nach Robben Island buchen zu können, die nicht wegen des Wetters oder des schweren Seegangs abgesagt wurde 🙂 Über diese werde ich in einem separaten Beitrag noch berichten. Alles in allem war der Aufenthalt in Cape Town also eine sehr erlebnisreiche Zeit. Aber dass der Abschied herzzerreissend sein würde, wie in einem der Reiseführer beschrieben – so war es dann doch auch wieder nicht…

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