Im ersten Beitrag über Besançon habe ich erwähnt, dass ich den beiden die Innenstadt gegen Norden und Süden abschliessenden Quartiere – der Zitadelle und dem Viertel Battant – einen separaten Beitrag widmen würde. Dies zum einen, weil das Bildmaterial einen einzelnen Beitrag bei weitem gesprengt hätte 🙂 und zum anderen, weil sich beide in gewisser Weise vom Rest der Altstadt abheben.


Fangen wir mit der Zitadelle an. Diese hebt sich natürlich vor allem dadurch ab, dass sie nicht eigentlich ein Quartier ist, sondern eine grossangelegte Festung – in der man sich aber aufgrund ihrer Ausdehnung durchaus verlieren kann. Die Festung, die als eine der schönsten Frankreichs gilt, ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Sie beherbergt neben den eigentlichen Festungsanlagen mit rundum begehbaren Festungsmauern einen Park (der ohne Eintrittsgeld zugänglich ist), drei Museen und einen kleinen Zoo. Ihr Bau wurde im 17. Jahrhundert durch die spanischen Habsburger begonnen und nach dem Anschluss der Region Besançon an das Königreich Frankreich durch Sébastien Le Prestre Vauban im Auftrag von Louis XIV. fertiggestellt.


Es ist sehr schön, durch die Festungsanlage und vor allem über die Remparts zu gehen. Von letzteren hat man an verschiedenen Stellen einen fantastischen Ausblick auf die Stadt und ihre Umgebung sowie den Doubs. Es ist überflüssig zu sagen, dass es sich empfiehlt, am Vormittag gerade nach Öffnung der Tore vor Ort zu sein 😉 Je länger der Tag fortschreitet, desto mehr Besucher finden sich ein – insbesondere bei Familien ist die Zitadelle sehr beliebt – und dann wird es besonders auf den Festungsmauern sehr eng.


Während also im Süden die Stadt durch die Zitadelle geschützt war, fiel für die restlichen Ausdehnungen dem Doubs diese Funktion zu. Ein einziges Quartier der Altstadt liegt jenseits des Doubs: das Viertel mit dem Namen Battant, erreichbar über die gleichnamige Brücke am Quai Vauban, die früher gleichzeitig der einzige Zugang zur Innenstadt war. Und obwohl das Quartier ausserhalb der Doubs-Schleife liegt, war es deswegen nicht ungeschützt. Nördlich schliesst sich ein Hügelzug an den Stadtteil an, auf dem eine Festung steht, das ebenfalls von Vauban erbaute Fort Griffon, zudem war Battant früher von einer Stadtmauer umgeben.


Wenn man über die Brücke und an der Église Sainte-Madeleine de Besançon vorbei in das Quartier eintaucht, wähnt man sich sofort in einer anderen Welt. Alles hier in diesen engen Gassen und Strassen wirkt ein bisschen schlichter, teilweise fast heruntergekommen, und die Atmosphäre ist eher die eines Viertels, in dem sich das Nachtleben abspielt. Es ist nicht mehr so gepflegt wie auf der anderen Seite des Doubs, wo stattliche Bürgerhäuser, grosszügige Plätze und prächtige Palais das Stadtbild prägen. Aber dennoch lohnt sich ein Spaziergang durch das Quartier mit seinen zahlreichen malerischen Ecken und den super Ausblicken über das Besançon in der Schleife. Es ist sogar so ausgedehnt, dass es uns nicht einmal im Rahmen eines ausgiebigen Abendspaziergangs gelang, jede Ecke zu erforschen. Aber das macht nichts, denn wie gesagt: Wir werden auch nach Besançon bestimmt wiederkommen…





