Letzten Frühling habe ich bereits einen Artikel über diese entlegene Region im Nordwesten Islands veröffentlicht. Damals ging es aber nur um einen bestimmten, überraschenden sonnigen Abend in den Westfjorden. Ich möchte nun diese Gegend, die für mich zu den speziellsten in Island gehört, noch etwas näher vorstellen – vor allem natürlich mit Bildern 🙂 …

Ausweichstelle an einer schmalen Landstrasse
Ausweichstelle an einer schmalen Landstrasse

Dass mich diese Halbinsel wegen ihrer Kargheit, ihrer Einsamkeit und ihrem abweisenden Wesen fasziniert, habe ich in besagtem Artikel schon festgehalten. Allerdings: Solche Landschaften sind ja in Island nicht gerade selten. Dennoch sind die Westfjorde in verschiedener Hinsicht anders. Neben den steilen und grünen Tafelbergen an ihrer Küste ist ihr Gesicht – wie der Name verrät – von richtigen Fjorden geprägt, wie man sie beispielsweise von Norwegen und Neuseeland her kennt. Dies macht das Vorwärtskommen nicht unbedingt einfach. Das Fehlen von Brücken und Fähren zwingt den Besucher auf dem Weg hinaus nach Ísafjörður, dem grössten Ort der Region, unzählige Windungen zurückzulegen – fjordeinwärts, fjordauswärts, scheinbar endlos… Dabei begegnet einem auf den ersten langen Kilometern praktisch kein Zeichen menschlicher Siedlungstätigkeit.

Das Tal der Vatnadalsá bei Suðureyri
Das Tal der Vatnadalsá bei Suðureyri
Im Hafen von Flateyri
Im Hafen von Flateyri

Umso überraschender wirkt dann ein plötzlich auftauchender Ort, zumal dieser meistens wie ein zufällig hingewürfelter Haufen farbiger Häuschen wirkt. Das Leben pulsiert auch nicht gerade in diesen kleinen Orten. Man kann froh sein, wenn man irgendwo eine Cafeteria findet, die geöffnet hat. Wenn man eine solche entdeckt, dann ist sie dafür meist ein Ort, an dem sich die wenigen Menschen, die hier wohnen oder sich als Gäste hierher verirren, einfinden und ein bisschen Geselligkeit pflegen. Sogar dann, wenn sie, wie z.B. in Ögur, komplett im Niemandsland steht. Aber eben: Gesellschaft und Stadtleben sucht man ja auch nicht unbedingt in den Westfjorden 🙂 …

Küste bei Suðureyri
Küste bei Suðureyri

Dafür findet man im Angesicht der rauen See, die an die steilen Klippen brandet, viel Ruhe, schöne Lichtstimmungen, gute Plätze zum Beobachten der atlantischen Vogelwelt, verträumte grüne Täler, durch die sich kleine Flüsse ins Meer hinunterwinden und in denen Schafe in Ruhe weiden – und hin und wieder spektakuläre Wasserfälle. Insgesamt wirkt die Landschaft freundlicher, weniger archaisch als an vielen Orten in Island, wo der Vulkanismus der vergangenen Jahrhunderte seine Spuren hinterlassen hat. Trotz der Vielfalt an Landschaft und Natur im restlichen Island lohnt sich also ein Abstecher auf diese zerklüftete Halbinsel allemal, denn hier zeigt das nördliche Eiland ein ganz anderes, ungewohntes Gesicht…

Die Bucht Dynjandisvogur
Die Bucht Dynjandisvogur

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