Frühling im Wägital
Frühling im Wägital

Das Wägital war für mich lange Zeit eines der am schnellsten von zu Hause aus erreichbaren Alpentäler, in all den Jahren als ich am Zürichsee oder im Zürcher Oberland wohnhaft war. Der letzte Ort im Tal mit dem sehr passenden Namen Innerthal ist gut mit dem Auto und auch mit dem öV erreichbar. Entsprechend beliebt ist beispielsweise das Restaurant am Ufer des Stausees und dessen nähere Umgebung vor allem für Naturerlebnisse suchende Zürcher. Aufgrund dieses Umstands und der damit verbundenen Mengen an Besuchern wäre das Tal eigentlich nicht gerade zum „Favorite Place“ präsdestiniert. Ich habe aber auf meinen zahlreichen Expeditionen ins Wägital, mit dem Fahrrad, zu Fuss oder – ich gebe es ja zu 🙂 – manchmal auch mit dem Auto festgestellt, dass man es durchaus auch in Ruhe geniessen kann, anhängig von gewähltem Wochentag, Tageszeit oder Route…

Spiegelung auf der Seeoberfläche
Spiegelung auf der Seeoberfläche

Bockmattli und Schiberg
Bockmattli und Schiberg

Die Landschaft im hintersten und meiner Meinung nach interessanteste Teil des Tals wird vom gleichnamigen Stausee dominiert, der von voralpinen Hügeln und steilen, felsigen Gipfeln gesäumt wird. Viel Platz bleibt nicht zwischen Wasser und Berg – gerade genug für eine Strasse, die rund um den See führt. Bis ans südliche See-Ende wird diese Strasse auch im Winter geräumt – ganz umrunden lässt sich der See also dann nur mit Schneeschuhen.

Blick auf den Fluebrig an einem trüben Wintertag
Blick auf den Fluebrig an einem trüben Wintertag
Am Schwialppass zwischen dem Wägital und dem Klöntal
Ein ganz altes Bild… Am Schwialppass zwischen dem Wägital und dem Klöntal

Was ist es aber, das dieses Tal für mich so attraktiv macht – obwohl ich sonst eher zu hochalpinen und um einiges einsameren Landschaften neige? Nun, wie geasagt, ich habe es schon sehr oft zu Zeiten erlebt, wo sonst kein Mensch an diesem Ort unterwegs war, unter anderem auch an traurigen, kalten Novembertagen, wo sich es sich in eine unvorstellbare Einsamkeit hineinsteigert. Solche Erlebnisse binden. Aber, was viel wichtiger ist (weil auch für andere nachvollziehbar), ist die Vielfalt der Landschaft um den Wägitalersee. Es gibt Stellen, die einen förmlich dazu einladen, in der milden Herbstsonne ein wenig am See zu liegen, und von gemütlichen Spaziergängen bis hin zu Passüberquerungen und dem Erwandern von schroffen Gipfeln gibt es sehr viele Möglichkeiten. Besonders schön sind beispielsweise die Fahrt mit dem Fahrrad über die Sattelegg zum Sihlsee, die Wanderung über den Schwyalppass ins spektakuläre Klöntal, das Durchqueren des Couloirs zum Bockmattli hinauf sowie die Aussicht vom Gipfel des Chli Aubrig oder einer der zahlreichen sonnigen Alpweiden. Kurz vor den Mündungen des Aberen- und des Schlierenbachs in den See bildet das Wasser kleine, aber sehenswerte Wasserfälle. Einen davon habe ich bereits in einem früheren Artikel gezeigt.

Blick von der Sattelegg-Strasse in den unteren Teil des Tals mit Gross Aubrig
Blick von der Sattelegg-Strasse in den unteren Teil des Tals mit Gross Aubrig

Die gute Erreichbarkeit in Kombination mit seinen oben genannten Vorzügen machen das Wägital zu einem lohnenswerten Ziel für Fotografen, die sich ohne grossen Aufwand zu treiben in einer lieblichen bis wilden Voralpenlandschaft austoben wollen – was oftmals sogar spät im Herbst noch möglich ist, wenn andere Gegenden schon eingeschneit sind…

Zindlenspitz und Brünnelistock
Zindlenspitz und Brünnelistock
Blick über die Ziggenbucht in Richtung Staumauer und Gross Aubrig
Blick über die Ziggenbucht in Richtung Staumauer und Gross Aubrig
Der Fluebrig spiegelt sich im See
Und zum Schluss nochmals ein Frühlingsbild: Der Fluebrig spiegelt sich im See…

Ein Kommentar

  1. s’Wägital isch eifach mal schönsti Tal vo de Schwyz, da gits nüd s’rütle dra, schöni Gegend, ä ufgstellts fröhlichs Volk! Da isch d’Wält no i ornig!

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