Im ersten Teil dieses Beitrags über unsere Kurzferien Anfang Mai habe ich über die Momente im Appenzellerland geschrieben, insbesondere über die Erkundungen in Heiden und Appenzell. Das Appenzellerland, bestehend aus den beiden Kantonen Appenzell Inner- und Ausserrhoden, ist ja rundherum umgeben vom Kanton St. Gallen. Dies ist der Grund, warum die Appenzeller ihr Land scherzhaft als das „Goldstück im Kuhfladen“ bezeichnen 🙂 Nun, ganz gerechtfertigt ist diese Bezeichnung sicher nicht, denn die umliegenden sanktgallischen Gebiete – das Toggenburg, das Fürstenland und der Bodensee, die Stadt Sankt Gallen sowie das Rheintal – sind auch mit einiger Schönheit gesegnet. Zwei dieser Gegenden, dem Rheintal und dem Bodensee, statteten wir in diesen paar Tagen ebenfalls einen Besuch ab.


Der erste Rheintaler Ort war Werdenberg. Dieses ultrakleine Städtchen, das zur Gemeinde Grabs gehört und trotz seinen lediglich ca. 90 Einwohnern historisches Stadtrecht besitzt, bot sich als idealer Zwischenstopp an, da wir die Strecke nach Heiden nicht in einem Stück fahren wollten. Nach einem guten Mittagessen im sehr bodenständigen Landgasthof Werdenberg erkundeten wir zu Fuss den sehr hübsch an einem See gelegenen mittelalterlichen Ort mit seinem hoch über dem Ortskern thronenden Schloss. Ich hatte Werdenberg schon vor vielen Jahren einmal besucht, mir damals aber nicht so richtig die Zeit genommen, es zu erforschen. Dies holten wir nun nach, und es ist wirklich zum Staunen, was für einen Reiz ein so kleines Städtchen haben kann.


Nachdem wir den ersten vollen Tag unseres Kurzurlaubs wie früher beschrieben dem Appenzellerland gewidmet hatten, war am zweiten Tag das direkt anliegende sanktgallische Umland an der Reihe. Zunächst nahmen wir die Zahnradbahn von Heiden nach Rorschach hinunter, da wir am Tag zuvor den Zug vom Hotel aus mehrmals hatten passieren sehen und uns dies zu einer kleinen Spritzfahrt inspirierte. Rorschach selber enttäuschte uns dann ziemlich. Von der historischen Bausubstanz ist nicht mehr allzu viel in unverfälschter Form vorhanden, und die Promenaden am Ufer des Bodensees gefielen uns auch nicht besonders. So entschieden wir uns kurzerhand dazu, mit Bahn und Bus direkt nach Altstätten im Rheintal weiterzufahren.


Dort erwartete uns ein richtiges Kontrastprogramm. Im Gegensatz zu Rorschach ist das kompakte historische Zentrum von Altsätten sehr gut erhalten und gepflegt. Es machte richtig Spass, hier durch die Gassen und über die Plätze zu spazieren. Ausserdem war das Städtchen richtig lebhaft – nicht nur des Marktes in der Marktgasse wegen, nein, es fanden sich überall Menschen auf der Strasse, die das schöne Wetter unter schattigen Bäumen oder in den Strassencafés genossen. So konnten wir einmal mehr den Tag mit einem veritablen Genuss abrunden und müde, aber glücklich die Heimfahrt mit dem Bus durch die Appenzeller Hügel von Rheineck nach Heiden antreten.





