Der zweite Hafen, in dem wir im Rahmen unserer Kreuzfahrt anlegten, war Molde. Das Städtchen liegt unweit von Ålesund im Schnittpunkt von drei Fjorden und damit eigentlich in einer landschaftlich sehr attraktiven Umgebung. Nur wurde leider der Ausflug zur Hjertøya, den wir für diesen Tag gebucht hatten, mangels Teilnehmer in letzter Minute abgesagt, und eine Alternative, die uns wirklich interessiert hätte, gab es nicht (mehr). So waren wir mehr oder wenig auf den Radius dieses – sagen wir es direkt heraus – Provinznests beschränkt.


Angesichts des schönen Wetters und vor dem Hintergrund, dass dies erst die zweite Station in Norwegen war, war es für uns keine Option, einfach auf dem Schiff zu bleiben. Und ein bisschen neugierig waren wir ja schon. So unternahmen wir am Vormittag einen ausgedehnten Spaziergang durch das Zentrum von Molde und genossen das Flanieren in der Sonne an der Seepromenade und die schönen Ausblicke auf die Gipfel des Romsdal. Das Städtchen selber bot sowohl von der Architektur als auch vom Ladenmix her nicht gerade viel, so dass dieser Spaziergang nicht allzu lange dauerte.


Nach dem Mittagessen, das wir auf dem Schiff einnahmen, packte mich aber bereits wieder die Unruhe. Schliesslich waren wir in Norwegen! 😉 Ich hatte auf einem Stadtplan, den wir in einem Souvenirladen ergattert hatten, entdeckt, dass Molde ein Freilichtmuseum beherbergt. Diese sind meist sehr schön gestaltet in Norwegen, und so spazierte ich am Nachmittag noch zum Romsdalsmuseet hoch. Dieser zweite kleine Ausflug lohnte sich wirklich.
Schon der Weg den Hang hinauf war sehr ansprechend und führte durch Quartiere mit hübschen, typisch norwegischen Holzhäusern und -villen. Auch das Museum ist wirklich sehr ansehnlich ausgestaltet, mit historischen Gebäuden aus verschiedensten Epochen aus der Geschichte der Region, und das Hauptgebäude fällt mit interessanter Holz-Architektur auf. Gleich ausserhalb des Museumsgeländes gibt es zudem einen Aussichtspunkt mit einem herrlichen Blick auf Molde und die umliegenden Berge.



Von diesem Aussichtspunkt aus entdeckte ich ein sehr interessantes, modernes Gebäude unten am Meer, das den Architekturfotografen in mir jubeln liess. Da es nur ein kleiner Umweg war auf dem Rückweg zum Schiff, beschloss ich, mich fotografisch noch ein wenig diesem Gebäude zu widmen. Ich hatte das Glück (das man auch in der Architekturfotografie hin und wieder beanspruchen darf 🙂 ) dass der Himmel in diesem Moment von schnell und stark wechselnder Bewölkung geprägt war – dies ergab einige meiner Meinung nach sehr interessante Bilder.

Auf dem restlichen Rückweg genoss ich weiterhin den Blick auf die auf der anderen Fjordseite liegenden Berge, die inzwischen schon etwas mehr Sonne abbekamen als noch am Vormittag. Und zu guter Letzt durften wir, wie so oft auf dieser Kreuzfahrt, beim Auslaufen aus dem Hafen noch die wunderschöne Inselwelt im Licht der untergehenden Sonne betrachten. So wurde der Aufenthalt im eigentlich nicht sonderlich attraktiven Molde dennoch zu einem guten Tag…





