Als Landschafts- oder Architekturfotograf arbeitet man in der Regel so, dass man sich ein Motiv sucht, das einen ästhetisch anspricht, und dieses dann auf verschiedene Arten gestalterisch umzusetzen versucht. So jedenfalls ist es bei mir. Eine ganz andere Art zu fotografieren bedeutet es für mich, ein Thema gegeben zu bekommen und Fotos zu diesem Thema zu machen. Je nach Thema kann das eine recht schwierige Aufgabe werden.

Etwa einmal im Jahr führen wir im AARSO Fotoklub Zofingen einen solchen Themenabend durch. Den letzten Themenabend hatten wir im Juni durchgeführt, und vor kurzem werteten wird an einem Klubabend die Arbeiten aus, die an diesem Abend im Juni entstanden waren. In der Regel funktioniert das so: Fünf Themen stehen jeweils zur Auswahl. Für zwei davon muss sich jeder entscheiden, bevor einzeln oder in kleinen Gruppen ausgeschwärmt wird. Zu diesen zwei Themen wird dann ca. zwei Stunden lang fotografiert, bevor sich die Gruppe wieder trifft. Aus Zeitgründen werden die Bilder nicht sofort ausgewertet, sondern an einem zweiten Klubabend ein paar Wochen danach. Da es sich nicht um einen Wettbewerb handelt, müssen die Bilder auch nicht gleich abgegeben werden. Sie dürfen zu Hause auch minimal nachbearbeitet werden, Montagen und starke Verfremdungen sind nicht erlaubt. Jeder Teilnehmende darf fünf seiner Bilder präsentieren. Dieses Jahr standen die folgenden Themen zur Auswahl:

  • aufwärts
  • verboten
  • Zerfall
  • Spuren
  • Bilder-Rätsel

Das sind nicht extrem schwierige Themen, umso spannender war die Frage, mit welchen Ideen die Leute die Themen umsetzen würden, ohne gleich die vordergründigsten Interpretationen zu wählen. Natürlich kann ich hier nur Bilder von mir selber zeigen – ich hatte mich für die Themen „aufwärts“ und „Spuren“ entschieden – aber die Vielfalt der gezeigten Bilder aller Fotografen zu allen fünf Themen war überraschend…

Das erste Bild zum Thema "aufwärts".
Das erste Bild zum Thema „aufwärts“. Neben der Geometrie und der Wirkung der zwei Personen gefällt mir hier die Mischlichtsituation…

Ich hatte mich übrigens für den Themenabend wieder einmal bewusst dafür entschieden, nur die „kleine“ Kamera zu benützen. Erstens weil ich nicht Lust hatte, viel Gewicht herumzuschleppen, und zweitens, weil ich mich wirklich aufs Fotografieren und nicht auf die Technik konzentrieren wollte. Einzig ein kleines Gorillapod hatte ich noch dabei. Dieses leistete mir praktisch bei allen Fotos gute Dienste, indem ich damit und mithilfe des in der LX7 eingebauten ND-Filters doch einige Bewegungsunschärfen zustande brachte.

Das zweite Bild zum Thema "aufwärts"
Das zweite Bild zum Thema „aufwärts“ – diesmal nicht ganz so offensichtlich interpretiert. Einige Treppen führen aufwärts, dazu der Pfeil ganz rechts. Sogar der Lift bewegt sich aufwärts, was sich aber nicht so ohne weiteres erkennen lässt. Nice try…

Ein weiteres Bild zum Thema „aufwärts“ – es zeigt den Zofinger Kirchturm – habe ich bereits im Artikel „Die edlen Kleinen – Ergänzung“ publiziert, darum zeige ich es hier nicht noch einmal. Die folgenden zwei Bilder widmen sich schliesslich noch dem Thema „Spuren“.

Die Spuren der "Zivilisation"
Die Spuren der „Zivilisation“ – erstaunlich, welch engen Schärfebereich man mit der Kompakten hinbekommt. Hier gefallen mir auch die Linienführung und die Wiederholung des Rot im Auto rechts.
Spuren 2
Zum Schluss noch eine eher offensichtlich Interpretation des Themas „Spuren“…

Fazit: Ob die Themen nun anspruchsvoll sind oder – wie in diesem Fall – eher weniger: Das thematische Fotografieren öffnet auf jeden Fall den Horizont für neue Motivideen oder Sichtweisen…

Falls sich übrigens unter den Lesern dieses Artikels andere Amateurfotografen finden, die sich für die Mitgliedschaft in einem Fotoklub interessieren (oder in ihnen durch diesen Artikel das Interesse geweckt wurde 🙂 …): Auf der Website von PHOTOSUISSE findet sich eine Liste der Fotoklubs, die dem Dachverband angeschlossen sind inkl. Links zu deren Website.

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