Als Benutzer des öffentlichen Verkehrs lege ich regelmässig gewisse Wegstrecken zu Fuss zurück – die einen tagtäglich, die anderen hin und wieder. Je nachdem, wie sehr ich dabei in Gedanken versunken bin 🙂 springen mir unterwegs mehr oder weniger unscheinbare Dinge ins Auge. Es kann sein, dass ich mehrmals an diesen Dingen vorbeigehe, ohne sie speziell zu beachten. Und dann, eines Tages, realisiere ich plötzlich, dass sie sogar ein gutes Fotomotiv abgeben. Ich stelle euch hier drei Beispiele solcher Kleinigkeiten am Wegrand vor, aus denen in letzter Zeit Fotos entstanden sind, an denen ich sehr Freude habe. In diesem Zusammenhang zeigt sich übrigens auch wieder einmal,
dass es sich lohnt, immer eine kleine hochwertige Kamera dabei zu haben 🙂 …
Das erste Foto zeigt ein kleines Graffiti in einer ziemlich hässlichen, verschmierten Unterführung an der Laurenzenvorstadt, die ich täglich passiere. Es ist wirklich sehr klein im Vergleich zur Gesamthöhe der Unterführung, und es liegt gleichzeitig an einer der wenigen noch nicht verschmierten Stellen. Eines Tages konnte ich der Versuchung nicht mehr widerstehen, dieses kleine Monster zum Fotomotiv zu machen, und ich wollte es so prominent wie möglich im Vordergrund platzieren und es auf diese Art überhöht darstellen…

Das zweite Foto ist direkt vor dem Gebäude entstanden, in dem ich arbeite. Jeden Tag gehe ich auf dem Weg vom oder zum Bahnhof über diese schwarzen Lüftungsgitter. Diesen Herbst fielen mir oftmals die gelben Blätter auf, die von den Bäumen rund um die Gitter gefallen waren. Aber auch hier dauerte es eine Weile, bis ich realisierte, wie fotogen diese Kombination zwischen dem leuchtenden Gelb der Blätter und den schwarzen Gitter-Strukturen ist. Sicher wäre das Foto mit einer Kamera, vor deren Objektiv ich einen Polfilter schrauben könnte, noch etwas besser geworden, da das Schwarz der Gitter noch besser zum Vorschein gekommen wäre. Aber eben, die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat 🙂 …

Das Garagentor auf dem letzten Bild kann man wohl nicht mit gutem Gewissen als Kleinigkeit bezeichnen – mindestens von den Abmessungen her nicht. Trotzdem ist dieses Tor ein Element, dass an einem meiner häufigsten Fussweg-Strecken liegt und darum Gefahr läuft, irgendwann nicht mehr beachtet zu werden. Trotzdem hat auch dieses Objekt einmal den Wunsch in mir geweckt hat, es fotografisch festzuhalten, und zwar zusammen mit den Menschen, die daran vorbeigehen – vielleicht achtlos, vielleicht auch nicht. So zückte ich eines Tages an dieser Stelle der Avenue de la Gare in Neuchâtel meine kleine Lumix, nachdem gerade einige Menschen an der nahe gelegenen Bushaltestelle ausgestiegen waren. Das hier gezeigte Foto gefiel mir aufgrund der Bewegungsunschärfe beim Passanten am besten von allen.

Mein persönliches Fazit: Es lohnt sich manchmal, auch im Alltag die Augen offen zu halten und den Kleinigkeiten am Wegrand, an denen man immer wieder vorbeigeht, Aufmerksamkeit zu schenken…